Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einer regelrechten Berg- und Talfahrt ist der deutsche Aktienmarkt gestern mit deutlicheren Gewinnen in den Feierabend gegangen. Der
Dax schloss am Ende mit 0,86 Prozent im Plus bei 4.223,29 Punkten (XDAX: 4.202,49 Punkte; +0,79 Prozent). Für den
MDAX ging es um 1,69 Prozent nach oben auf 4.537,61 Zähler. Laut Angaben des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung ist der ifo Geschäftsklima-Index im März weiter zurückgegangen. Wie das US-Handelsministerium am Nachmittag dann mitgeteilt hat, ist der Auftragseingang langlebiger Güter im Februar unerwartet angewachsen. Die Wall Street hat daraufhin auch fester eröffnet. Auch die jüngsten Daten vom Immobilienmarkt haben positiv überrascht. Beim
Dow Jones stand zum Xetra-Schluss ein kräftiger Aufschlag von knapp 2 Prozent zu Buche.
Die Aktie des Industriekonzerns Siemens sackte am Indexende um 4 Prozent ab. Einem Pressebericht zufolge kann sich das Unternehmen der allgemein schwierigen Lage an den internationalen Weltmärkten nicht mehr länger entziehen. So deutete Siemens-Chef Peter Löscher eine Revision der Ergebnisprognose an. BASF büßten 1,9 Prozent ein. Hier belastete eine Meldung, wonach der Chemiekonzern aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage den kleineren seiner beiden Steamcracker am Standort Ludwigshafen vorübergehend außer Betrieb nimmt.
Rote Vorzeichen waren gestern außerdem bei Titeln der Deutschen Börse (-1,3 Prozent) auszumachen. Die Tochter Eurex sondiert einem Pressebericht zufolge den Einstieg ins Agrarhandelsgeschäft. Demnach verhandele die Eurex derzeit über eine Beteiligung bzw. den Kauf des ehemaligen Agrarhandels der Hannoveraner Börse RMX.
Zum unangefochtenen Spitzenreiter avancierten unterdessen Anteilsscheine der Commerzbank mit +15,8 Prozent. Das Finanzinstitut will einem Pressebericht zufolge noch vor der Hauptversammlung am 15. Mai einen umfassenden Restrukturierungsplan bei der EU-Kommission einreichen. Volkswagen schossen um fast 11 Prozent in die Höhe. Zuvor wurde bekannt, dass die zu dem Automobilhersteller gehörende Nutzfahrzeugtochter im abgelaufenen Jahr einen neuen Auslieferungsrekord vorweisen konnte. Zu den Favoriten zählten des Weiteren FMC (+6,7 Prozent), METRO (+4,1 Prozent) und adidas (+4,1 Prozent).
Im MDAX preschten Titel von GAGFAH um 18 Prozent nach oben. Der Immobilienkonzern hat einen Blick in seine Bilanzen gewährt, wobei man das um Bewertungsgewinne und -verluste bereinigte EBIT im abgelaufenen Fiskaljahr steigern konnte. Anteilsscheine des Mitbewerbers IVG, der 2008 auf operativer Ebene deutlich mehr verdient hat, legten 5 Prozent zu. Titel der HRE schlossen mit 12,2 Prozent im Plus. Dabei könnten bei dem angeschlagenen Immobilienfinanzierer einem Pressebericht zufolge erheblich höhere Risiken in der Bilanz schlummern als bisher bekannt.
TUI gewannen 11,8 Prozent. Der Touristik- und Schifffahrtskonzern meldete gestern, dass er trotz eines sich im Jahresverlauf spürbar eintrübenden wirtschaftlichen Umfelds im Geschäftsjahr 2008 Umsatz und operatives Ergebnis steigern konnte. Daneben zogen HOCHTIEF leicht an. Der Baukonzern konnte sein Ergebnis im Geschäftsjahr 2008 deutlich verbessern. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet man, dass der Auftragseingang, der Auftragsbestand und die Umsatzerlöse nicht die Rekordniveaus des Jahres 2008 erreichen. Das Ergebnisniveau soll indes gehalten werden.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.244 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland steht heute der GfK-Konsumklimaindikator zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Frankreich das Verbrauchervertrauen, in Großbritannien der Einzelhandelsumsatz und in Italien die Handelsbilanz bekannt gegeben. Aus den USA werden heute das BIP und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Accenture Ltd., Best Buy Co. Inc., ConAgra Foods Inc., Dr Pepper Snapple Group Inc., Gamestop Corp., Scholastic Corp., UTi Worldwide Inc., Aleo Solar AG, BERU AG, Celesio AG, CENTROTEC Sustainable AG, Drillisch AG, Flughafen Wien AG, Fraport AG, freenet AG, Funkwerk AG, Hennes & Mauritz AB, HUGO BOSS AG, Hypo Real Estate Holding AG, London Stock Exchange plc, Man Group plc, MLP AG, REALTECH AG, Rolls-Royce Group plc, Salzgitter AG, SolarWorld AG, STADA Arzneimittel AG, SÜSS MicroTec AG, Tognum AG und Vossloh AG an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 7.749,81 Punkten um 1,17 Prozent zunahm, zog die Nasdaq um 0,82 Prozent auf 1.528,95 Zähler an. Die Futures notieren derzeit im Plus. Gegen 08:15 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.251 Punkten (+1,4 Prozent) und der S&P Future bei 819 Zählern (+1,4 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Rohöl (WTI): 53,00 Dollar; Euro: 1,3565 Dollar; Gold: 933,60 Dollar
Wichtige Meldungen:
Der Vorstand der United Internet AG gab am Mittwoch die geprüften Konzern-Geschäftszahlen nach IFRS für das Geschäftsjahr 2008 bekannt. Die Zahlen zeigen eine positive Entwicklung im operativen Geschäft, aber auch hohe nicht-cashwirksame Wertminderungen bei Beteiligungen. Angesichts des aus den Wertminderungen im Einzelabschluss resultierenden Bilanzverlustes der United Internet AG wird für das Geschäftsjahr 2008 keine Dividende ausgeschüttet.
Der Mobilfunk Service Provider Drillisch AG (ISIN DE0005545503/ WKN 554550) hat am Mittwoch die Zahlen zum Geschäftsjahr 2008 bekannt gegeben. Dabei konnte das Unternehmen seinen Kurs des operativen Gewinnwachstums fortsetzen. Die Finanzkrise, die für das Unternehmen in diesem Ausmaß nicht vorhersehbar war, hinterließ durch Abschreibungen auf die Beteiligung an der freenet AG (ISIN DE000A0EAMM0/ WKN A0EAMM) tiefe Spuren in der Bilanz.
Die GERRY WEBER International AG (ISIN DE0003304101/ WKN 330410) hat am Mittwoch die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr korrigiert.
Der amerikanische Technologiekonzern International Business Machines Corp. (IBM) (ISIN US4592001014/ WKN 851399) plant aktuellen Presseberichten zufolge weitere Entlassungen in der Service-Sparte. Dies berichtet das "Wall Street Journal" am Mittwoch in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf mit der Sache vertrauten Personen.
Aktuellen Presseberichten zufolge haben die beiden deutschen Versorger E.ON AG (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99) und RWE AG (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) gemeinsam erste Angebote für drei Kernkraft-Standorte in Großbritannien abgegeben. Dies berichtet das "Handelsblatt" am Mittwoch in seiner Online-Ausgabe. (26.03.2009/ac/n/m)