Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einer regelrechten Berg- und Talfahrt haben sich die deutschen Standardwerte gestern überwiegend mit Abschlägen aus dem Handel verabschiedet. Der
Dax verlor am Ende 1,01 Prozent auf 4.853,03 Indexpunkte. Deutlich besser war es um den
MDAX bestellt, der 0,46 Prozent auf 5.794,08 Zähler zulegen konnte. Der SDAX gewann 0,70 Prozent auf 2.770,89 Punkte. Der
TecDax stieg um 1,59 Prozent auf 625,83 Zähler.
Belastet von Gewinnmitnahmen lagen die US-Börsen zum Xetra-Schluss im Minus. Fed-Chef Ben Bernanke hat sich in einer Rede verhalten optimistisch bezüglich der weiteren Aussichten auf eine konjunkturelle Erholung geäußert. Demnach zeichnet sich nach Ansicht von Bernanke nach dem scharfen Einbruch der US-Wirtschaft im vergangenen Herbst derzeit eine konjunkturelle Bodenbildung ab, die im weiteren Verlauf des Jahres zu einem Anziehen der Wirtschaftsaktivitäten führen dürfte. Selbst bei einer weiteren Erholung dürfte sich das Wirtschaftswachstum nach Einschätzung von Bernanke über einen längeren Zeitraum hinweg eher moderat entwickeln.
Das Ergebnis des Sportartikelherstellers adidas wurde im Auftaktquartal durch höhere Einstandspreise, Währungsabwertungseffekte und Restrukturierungskosten beeinflusst. Die Erlöse gingen währungsbereinigt um 6 Prozent zurück. Der auf Anteilseigner entfallende Konzerngewinn brach um 97 Prozent auf 5 Mio. Euro ein. adidas sackten daraufhin am DAX-Ende um 11,2 Prozent ab. METRO gaben nach Ergebnissen 3,8 Prozent ab. Der Einzelhandelskonzern hat im ersten Quartal einen Umsatz- und Ergebnisrückgang hinnehmen müssen. Die Umsätze verringerten sich leicht um 2,5 Prozent auf 15,2 Mrd. Euro. Das Periodenergebnis fiel von 8 Mio. Euro im Vorjahr auf -77 Mio. Euro. Der Konzern verwies in diesem Zusammenhang auf Währungs- und Kalendereffekte. Die
Aktie der Hannover Rück kam im Handelsverlauf deutlich zurück und büßte nach zwischenzeitlichen Gewinnen 1,9 Prozent ein. Wie der Rückversicherer mitteilte, hat er seinen Konzernüberschuss im abgelaufenen Quartal angesichts des positiven Einmaleffekts aus dem Erwerb des ING-US-Lebensrückversicherungsportefeuilles deutlich um fast 43 Prozent auf 216 Mio. Euro steigern können. Die gebuchte Bruttoprämie verbesserte sich um 17 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro. Für 2009 erwartet das Unternehmen ein gutes Ergebnis. Linde schlossen mit 2,1 Prozent im Minus. Der Technologiekonzern hat im ersten Quartal auf berichteter Basis mit knapp 2,7 Mrd. Euro rund 8 Prozent weniger umgesetzt. Das operative Ergebnis auf berichteter Basis sank um annähernd 11 Prozent auf 538 Mio. Euro. Die Aktie von Beiersdorf stemmte sich indes mit Erfolg gegen den Abwärtssog und konnte 0,6 Prozent zulegen. Wie der Konsumgüterkonzern bekannt gab, hat er im ersten Quartal angesichts des starken Ergebnisrückgangs bei der Klebstoff-Tochter tesa einen deutlichen Gewinnrückgang eingefahren. Das Nachsteuerergebnis verringerte sich demnach von 144 Mio. Euro auf 100 Mio. Euro. An der DAX-Spitze rangierten Papiere der Deutschen Post mit einem Zuwachs von 6,9 Prozent.
In der zweiten Reihe gewannen Titel der Deutschen Postbank 2,3 Prozent. Das Finanzinstitut konnte im ersten Quartal dank eines steuerlichen Einmaleffektes ein positives Ergebnis ausweisen, während beim Vorsteuerergebnis einen Verlust anfiel. Daneben gewann die Aktie des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck, der im abgelaufenen Fiskaljahr bei einem Umsatzrückgang von 18 Prozent einen Verlust von 249 Mio. Euro angehäuft hat, mehr als 2 Prozent. Auf der Einkaufliste weit oben standen außerdem Papiere des Werkzeugmaschinenherstellers GILDEMEISTER. Dieser hat im ersten Quartal angesichts der schwierigen konjunkturellen Gesamtlage weniger umgesetzt und verdient. Titel des Schmierstoffherstellers FUCHS PETROLUB legten 3,4 Prozent zu. Dabei musste das Unternehmen im Auftaktquartal aufgrund eines Nachfragerückgangs ein deutlich geringeres Ergebnis ausweisen. Der angeschlagene Immobilienfinanzierer HRE hat im ersten Quartal unter dem Strich einen Verlust von 382 Mio. Euro eingefahren. Außerdem wurde bekannt, dass der Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin im Zuge des Übernahmeangebots für die HRE knapp 41 Prozent der Anteile des Finanzkonzerns hält. Die Aktie schloss 0,7 Prozent fester. GEA brachen dagegen um 7 Prozent ein. Zuvor teilte der Maschinenbaukonzern mit, dass sich sein Konzernergebnis im abgelaufenen Quartal von 49,5 Mio. Euro auf 28,8 Mio. Euro verringert hat. Der Kranhersteller Demag Cranes hat im zweiten Quartal angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise deutlich weniger verdient. Der Nachsteuergewinn sank um fast 60 Prozent auf 8,1 Mio. Euro. Der Wert verlor daraufhin 4,1 Prozent. Wie die im SDAX gelistete Fluggesellschaft Air Berlin mittelte, konnte sie im April den Erlös pro Sitzplatzkilometer um 13 Prozent steigern. Hier schlug am Ende ein Plus von 2,7 Prozent zu Buche.
Im TecDAX sprangen gestern Infineon um 13,1 Prozent nach oben. Die Anleger honorierten damit eine Meldung, der zufolge der Technologiekonzern Wandelschuldverschreibungen und Umtauschanleihen im Gesamtwert von 150 Mio. Euro zurückkaufen will, um ausstehende Verbindlichkeiten zu reduzieren. Dahinter folgten SMA Solar mit +9,6 Prozent und centrotherm mit +9,4 Prozent. Dagegen büßten MorphoSys über 1 Prozent ein. Pfeiffer Vacuum schlossen 1,7 Prozent schwächer. Der Hersteller von hochwertigen Vakuumpumpen, Mess- und Analysegeräten sowie kompletten Vakuumsystemen konnte seine Erlöse im ersten Quartal um 6,1 Prozent auf 52 Mio. Euro steigern. Das Ergebnis lag dabei auf Vorjahresniveau. QIAGEN bröckelten um 5,5 Prozent ab. Der Biotech-Konzern hat seinen Umsatz im ersten Quartal um 7 Prozent auf 220,9 Mio.
Dollar verbessert. Der Gewinn erhöhte sich um 21 Prozent auf 24,7 Mio. Dollar.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Dienstag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 8.410,65 Punkten um 0,19 Prozent abnahm, ging die Nasdaq um 0,54 Prozent auf 1.754,12 Zähler zurück. Der S&P 500 sank um 0,38 Prozent und schloss bei 903,80 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Minus. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.301,00 Punkten (-81,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.412,50 Punkten (-14,75 Punkte) und der S&P Future bei 893,30 Zählern (-10,10 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute trotz der negativen Entwicklung der US-Börsen mehrheitlich freundlich. In Japan blieben heute aufgrund eines Feiertags die Börsen geschlossen.
In China notieren die Aktienmärkte mit grünen Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 0,21 Prozent im Plus bei 16.465,40 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,68 Prozent zulegt auf 2.584,92 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future steigt bisher um 0,21 Prozent auf 122,50 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.831 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 4.841,50 Zählern (-0,8 Prozent).
In der EU steht heute der Einzelhandelsumsatz zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Kanada die Baugenehmigungen bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Hypothekenanträge, der ADP-Arbeitsmarktbericht und der Ölmarktbericht gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Anadarko Petroleum Corp., Biovail Corp., Blackstone Group LP, Cisco Systems Inc., Cooper Tire & Rubber Co., Devon Energy Corp., Embarq Corp., Interstate Hotels & Resorts Inc., Magna International Inc., Marsh & McLennan Cos. Inc., News Corp., PG&E Corp., Prudential Financial Inc., R.R. Donnelley & Sons Co., Sunoco Inc., TRW Automotive Holdings Corp., United States Cellular Corp., XTO Energy Inc., Adecco S.A., AGRANA Beteiligungs-AG, Ahold N.V., Balda AG, BMW, BNP Paribas S.A., British American Tobacco plc, Clariant AG, Deutsche Post AG, Drägerwerk AG, Dyckerhoff AG, easyJet plc, Henkel KGaA, JCDecaux S.A., Lafarge S.A., Loewe AG, L’Oréal S.A., Renault S.A., Rücker AG, TOTAL S.A. und Wienerberger AG an.
Wichtige Meldungen:
Der amerikanische Automobilzulieferer ArvinMeritor Inc. hat am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Fiskalquartal 2008/09 veröffentlicht. Dabei musste der Konzern angesichts der weiterhin schwachen Automobilkonjunktur einen Verlust ausweisen.
Der amerikanische Computerspiele-Hersteller Electronic Arts Inc. (ISIN US2855121099/ WKN 878372) meldete am Dienstag nach US-Börsenschluss, dass er seinen Verlust im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 reduziert hat.
Der Medien- und Entertainment-Konzern Walt Disney Co. (ISIN US2546871060/ WKN 855686) gab am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2008/2009 bekannt. Dabei musste der US-Konzern einen Gewinneinbruch verzeichnen, übertraf aber dennoch die Gewinnerwartungen.
Der kanadische Mischkonzern Bombardier Inc. (ISIN CA0977512007/ WKN 866671), ein Anbieter von Verkehrslösungen, Regionalflugzeugen, Businessjets und Schienenverkehrstechnik, und der französische Industriekonzern Alstom S.A. (ISIN FR0010220475/ WKN A0F7BK) gaben am Dienstag bekannt, dass sie einen gemeinsamen Großauftrag erhalten haben. (06.05.2009/ac/n/m)