Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Aktienindizes haben sich mit Verlusten in das Wochenende verabschiedet.
(Börsenkurse) Der
DAX gab am Ende 0,74 Prozent ab auf 5.069,24 Zähler. Der
MDAX fiel am Freitag daneben leicht um 0,09 Prozent zurück auf 5.957,17 Punkte. Für den
SDAX ging es um 0,56 Prozent nach unten auf 2.983,86 Punkte. Der
TecDAX büßte daneben 0,87 Prozent ein auf 654,37 Zähler.
Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat einer Grundgesetzänderung zu einer schärferen Schuldenbremse für Bund und Länder zugestimmt. Die Gesetzesänderung gestattet den Ländern ab dem Jahr 2020 keine neuen Schulden mehr. Ab 2016 wird dem Bund bei der Neuaufnahme von Schulden eine Grenze von 0,35 Prozent des BIP pro Jahr gesetzt. Ausnahmen soll es in Notsituationen wie Naturkatastrophen oder schlechter Konjunktur geben.
An der Wall Street standen zum Xetra-Schluss Verluste zu Buche. Wie aus einer Umfrage der University of Michigan hervorgeht, hat sich das US-Verbrauchervertrauen in die Wirtschaftsentwicklung im Juni verbessert. Allerdings hatten Volkswirte einen Tick mehr erwartet. Wie daneben bekannt wurde, haben die US-Außenhandelspreise im Mai einen Anstieg verzeichnet.
Die Nachrichtenlage war am letzten Handelstag der Woche recht dünn. Gestützt auf starke Sektorenvorgaben aus Europa konnte sich die Aktie von Merck dem schwachen Umfeld komplett entziehen und als DAX-Spitzenreiter 2,1 Prozent zulegen. Auf den Plätzen folgten FMC mit +1,8 Prozent und die Commerzbank mit+1,2 Prozent. Für BASF ging es um 0,5 Prozent nach oben. Der weltgrößte Chemiekonzern gab bekannt, dass er zum August seine Styropor-Anlage am spanischen Standort Tarragona schließt. Den Angaben zufolge werden auch die Strukturen der lokalen Produktionsdienstleistungen angepasst. Hiervon seien 85 Mitarbeiter betroffen. Die Styropor-Anlage arbeite nicht mehr rentabel, da die relativ kleine Produktionskapazität eine ungünstige Kostenstruktur zur Folge hat. Ganz so gut lief es für das Papier der Deutschen Börse nicht. Der Wert verlor als Schlusslicht 4,1 Prozent. Daneben kamen unter anderem adidas (-3,6 Prozent), Salzgitter (-3 Prozent) und Volkswagen (-2,6 Prozent) deutlich zurück. Wie der Wolfsburger Autobauer mitteilte, konnte er im Mai einen leichten Zuwachs bei den Auslieferungen erzielen. Demnach wurden 556.700 Fahrzeuge verkauft, was einem Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Im MDAX stach die Aktie des insolventen Touristik- und Handelskonzerns Arcandor mit einem Plus von 8,6 Prozent ins Auge. Einem Pressebericht zufolge laufen die Karstadt-Kaufhäuser besser als bekannt. So habe die Sparte im ersten Halbjahr des bis März laufenden Geschäftsjahrs einen operativen Gewinn von 7 Mio. Euro erwirtschaftet. Im zweiten operativen Kerngeschäft Arcandors, dem unter Primondo zusammengefassten Versandhandel mit der Hauptmarke Quelle, sehe es laut dem Artikel aber schlechter aus. Allein in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs sei ein operativer Verlust von 57 Mio. Euro aufgelaufen. Auf den Plätzen folgten LEONI mit +7 Prozent und ProSiebenSat.1 mit +6,3 Prozent. Heidelberger Druck gaben auf der Gegenseite 3,6 Prozent ab.
SMATRAC thronten mit einem satten Aufschlag von gut 14 Prozent an der Spitze des Technologieindex TecDAX. Weit abgeschlagen folgten Drägerwerk mit einem Plus von 5,1 Prozent und QIAGEN mit einem Zuwachs von 3,5 Prozent. MediGene und BB Biotech kletterten daneben um 1,7 bzw. um 2,2 Prozent. Dagegen machten die Anleger einen weiten Bogen um SolarWorld. Hier ging es um 5,4 Prozent in die Tiefe. Des Weiteren fielen QSC um 4,6 Prozent, SOLON um 3,9 Prozent und Q-Cells um 3,2 Prozent zurück. (Aktienkurse)
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Freitag uneinheitlich. Während der Dow Jones mit 8.799,26 Punkten um 0,32 Prozent zunahm, ging die Nasdaq um 0,19 Prozent auf 1.858,80 Zähler zurück. Der S&P 500 kletterte um 0,14 Prozent und schloss bei 946,21 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Minus. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.692,00 Punkten (-46,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.476,75 Punkten (-8,75 Punkte) und der S&P Future bei 934,60 Zählern (-6,10 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute infolge der unterschiedlichen Vorgaben der US-Börsen unentschlossen. Nach der positiven Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Minus von 0,95 Prozent bei 10.039,67 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte unterschiedliche Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,50 Prozent im Minus bei 18.606,15 Punkten, wogegen der Shanghai Composite um 0,42 Prozent anzieht auf 2.755,25 Punkte. (Börsenkurse Asien)
Der Markt heute:
Der Bund Future steigt bisher um 0,25 Prozent auf 118,75 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.036 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.037,75 Zählern (-1,0 Prozent).
In Deutschland stehen heute die Gewerbeanzeigen zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Italien die Handelsbilanz sowie in der EU die Erwerbstätigkeit bekannt gegeben. Aus den USA wird heute der Empire State Index gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Deutsche Beteiligungs AG an.
Wichtige Meldungen:
Der insolvente US-Automobilhersteller General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) hat sich mit 96 Prozent der betroffenen Vertragshändler auf eine Schließung ihrer Geschäfte geeinigt. Dies erklärte Fritz Henderson, der Chef des größten amerikanischen Autobauers, am Freitag.
Der US-Mischkonzern General Electric Co. (GE) hat am Freitag eine unveränderte Quartalsdividende beschlossen.
Aktuellen Presseberichten zufolge will die Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) ihr Nachtluftpostnetz zum 1. Juli 2009 einstellen. (15.06.2009/ac/n/m)