Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Aktienindizes haben am Dienstag überwiegend im Minus geschlossen.
(Börsenkurse) Nach der schwachen Vortagesentwicklung konnte der
DAX 0,02 Prozent zulegen auf 4.890,72 Indexpunkte. Der
MDAX verlor dagegen 0,67 Prozent auf 5.758,16 Zähler. Für den
SDAX ging es um 1,30 Prozent nach unten auf 2.903,58 Punkte. Der
TecDAX gab gleichzeitig 0,93 Prozent ab auf 626,66 Zähler.
Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gestern bekannt gab, haben sich die Konjunkturerwartungen für Deutschland im Juni zum achten Mal in Folge verbessert. Demnach sind die ZEW-Konjunkturerwartungen unerwartet deutlich um 13,7 Punkte angewachsen und liegen nun bei 44,8 Punkten. Die erneute Erholung der Konjunkturerwartungen signalisiere, dass der Optimismus sich festigt, obwohl Industrieproduktion und Auftragseingänge noch keine klare Aufwärtsbewegung zeigen. Die befragten Experten zeigen zudem ein zunehmendes Vertrauen in die weitere Entwicklung des Bankensektors.
Die US-Börsen zeigten sich zum Xetra-Schluss allesamt etwas fester. Laut Angaben der Fed war die US-Industrieproduktion im Mai erneut rückläufig. So sank der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger im Vormonatsvergleich um 1,1 Prozent. Volkswirte hatten ein Minus von 1,0 Prozent erwartet. Auch die Kapazitätsauslastung war etwas schwächer als erwartet. Dagegen hat das Handelsministerium besser als erwartete Daten zu den Baugenehmigungen und den Wohnbaubeginnen veröffentlicht. Wie das Arbeitsministerium mitteilte, sind die Erzeugerpreise im Mai angestiegen. Binnen Monatsfrist erhöhten sich die Preise um 0,2 Prozent. In der Kernrate gingen die Preise hingegen um 0,1 Prozent zurück. Volkswirte hatten im Vorfeld Preissteigerungen von 0,6 bzw. 0,1 Prozent prognostiziert.
Größter DAX-Gewinner waren Papiere der Deutschen Börse mit einem Plus von 4 Prozent. Auf den Plätzen folgten Fresenius mit +1,7 Prozent und METRO mit +1,5 Prozent. E.ON schlossen 1,1 Prozent fester. Presseangaben zufolge befürchtet die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bei dem Energieversorger massive Jobverluste. Demzufolge will E.ON bis zu 9.000 Mitarbeiter abbauen. Für die Aktie von Bayer ging es um 0,6 Prozent nach oben. Der Pharma- und Chemiekonzern will die derzeitige Krise für Zukäufe nutzen, so Vorstandschef Wenning in einem Presseinterview. Allerdings hätten Schuldenabbau und Liquiditätssicherung Priorität. Trotz des zuletzt deutlich gesunkenen Börsenwerts fürchtet der Manager derzeit keinen feindlichen Übernahmeversuch durch Konkurrenten wie Pfizer oder Novartis. Volkswagen kamen im Handelsverlauf deutlich zurück und gingen mit -1,3 Prozent in den Feierabend. Daneben verloren Daimler 0,6 Prozent und BMW 0,7 Prozent. Wie die ACEA mitteilte, sind die Kfz-Neuzulassungen in Europa im Mai um 4,9 Prozent auf 1,27 Millionen zurückgegangen. Für Deutschland, den größten Automobilmarkt in Europa, wurde ein Plus um 39,7 Prozent auf 384.578 Neuzulassungen gemeldet. Das Schlusslicht bildeten Merck mit -4,2 Prozent.
Im MDAX gewannen Fraport 4,3 Prozent. Der Flughafenbetreiber hat im Mai bei den Fluggastzahlen für den Flughafen Frankfurt eine Abnahme um 6,3 Prozent auf 4,4 Millionen Passagiere registriert. Die Gesamtzahl der Passagiere auf den Konzernflughäfen sank um gut 6 Prozent auf rund 6,2 Millionen. Vossloh zogen daneben um 4,5 Prozent an. Zuvor wurde bekannt, dass der Bahntechnikkonzern einen Großauftrag aus China erhalten hat. Das Auftragsvolumen wurde auf rund 170 Mio. Euro beziffert. TUI brachen indes um rund 16 Prozent ein. Hintergrund war eine negative Analystenstudie der Deutschen Bank. Bei Arcandor schlug ein Minus von über 7 Prozent zu Buche. Der Chef des Handelsriesen METRO, Eckhard Cordes, hat die Konzernspitze des insolventen Kaufhaus- und Touristikkonzerns in einem Interview scharf attackiert. Demnach warf Cordes seinem Arcandor-Kollegen vor, bislang kein Interesse an ernsthaften Gesprächen gehabt zu haben.
Im TecDax brachen Drägerwerk um über 11 Prozent ein. Der Medizin- und Sicherheitstechnologiekonzern erwartet für 2009, dass das Konzern-EBIT deutlich unter Vorjahr und unter dem Konsensus der Analystenerwartungen liegt. Einem Pressebericht zufolge will ein Firmenkonsortium in Afrika Sonnenkraftwerke für 400 Mrd. Euro bauen. Demnach plane eine Gruppe von zwanzig großen Konzernen, deutsche Haushalte mit Solarstrom aus Afrika zu versorgen. Mitte Juli wollen sich die Firmen, darunter die Münchener Rück, Siemens, die Deutsche Bank und RWE, zu einem Konsortium für das spektakuläre Vorhaben zusammenschließen. Dennoch gaben beispielsweise centrotherm 4 Prozent, SolarWorld 2,3 Prozent und Conergy 1,5 Prozent ab. Phoenix Solar gewannen indes als Spitzenreiter 3,9 Prozent. MorphoSys zogen daneben um 2,1 Prozent an. Wie das Unternehmen bekannt gab, hat Schering-Plough eine bestehende Kooperation um ein weiteres Jahr verlängert. (Aktienkurse)
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Dienstag mit deutlichen Verlusten. Während der Dow Jones mit 8.504,67 Punkten um 1,25 Prozent abnahm, ging die Nasdaq Composite um 1,11 Prozent auf 1.796,18 Zähler zurück. Der S&P 500 schrumpfte um 1,27 Prozent und schloss bei 911,97 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.480,00 Punkten (+21,00 Punkte), der Nasdaq Future bei 1.451,25 Punkten (+7,00 Punkte) und der S&P Future bei 911,90 Zählern (+4,10 Punkte). (Börsenkurse USA)
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute nach den schlechten Vorgaben der US-Börsen uneinheitlich. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 0,79 Prozent bei 9.829,91 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte unterschiedliche Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,32 Prozent im Minus bei 17.925,72 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,10 Prozent zulegt auf 2.778,69 Punkte. (Börsenkurse Asien)
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,11 Prozent auf 119,55 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.877 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 4.871,25 Zählern (+0,4 Prozent).
In Japan steht heute der Monatsbericht der BoJ zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Großbritannien die Arbeitsmarktdaten und in der EU die Handelsbilanz bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Hypothekenanträge, Verbraucherpreise, Leistungsbilanz, Realeinkommen sowie der Ölmarktbericht gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Actuant Corp., FedEx Corp. und J. Sainsbury plc an.
Wichtige Meldungen:
Die Adobe Systems Inc. meldete am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Fiskalquartal 2008/09. Dabei musste der amerikanische Software-Hersteller Einbußen bei Umsatz und Gewinn hinnehmen. Während der Gewinn im Rahmen der Erwartungen ausfiel, konnte der Umsatz die Erwartungen der Analysten übertreffen.
Aktuellen Presseberichten zufolge überdenkt die Luxemburger Privatbank Sal. Oppenheim ihr Engagement als Großaktionär beim insolventen Einzelhandels- und Touristikkonzern Arcandor AG (ISIN DE0006275001/ WKN 627500).
Das zum amerikanische Medienkonzern News Corp. (ISIN US65248E1047/ WKN A0DLJU) gehörende Social Network MySpace kündigte am Dienstag drastische Personalkürzungen an.
Der Flugzeughersteller Airbus hat sich im Rahmen der Luftfahrtmesse Le Bourget weitere Großaufträge gesichert. Wie die Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) am Dienstag erklärte, hat die philippinische Airline Cebu Pacific ihre bestehende A320-Order mit einem neuen Festauftrag auf nunmehr 15 Flugzeuge aufgestockt. (17.06.2009/ac/n/m)