Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Mit der Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten am Freitagnachmittag sind die deutschen Indizes augenblicklich nach oben geschnellt
(Börsenkurse). Der
DAX schloss am Ende mit 1,66 Prozent im Plus bei 5.458,96 Indexpunkten. Im Wochenverlauf konnte der deutsche Leitindex somit 2,4 Prozent zulegen. Der
MDAX verbesserte sich daneben um 0,80 Prozent auf 6.467,25 Zähler. Der
SDAX gewann 0,17 Prozent auf 3.132,67 Stellen. Für den
TecDAX ging es um 1,17 Prozent aufwärts auf 678,68 Punkte.
Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes wies die deutsche Außenhandelsbilanz im Juni nur noch einen Überschuss von 12,2 Mrd. Euro aus, nachdem im Vorjahresmonat noch ein Aktivsaldo von 20,1 Mrd. Euro verzeichnet worden war. Die Ausfuhren verringerten sich dabei um 22,3 Prozent. Wie ferner bekannt wurde, hat sich die deutsche Rohstahlproduktion im Juli im Vorjahresvergleich kräftig reduziert. Außerdem ist die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Mai angewachsen.
Positive Nachrichten kamen am Freitagnachmittag aus den USA. Laut Angaben des Arbeitsministeriums in Washington hat sich die Arbeitslosenquote in den USA im Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent verbessert. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg auf 9,6 Prozent gerechnet. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft lediglich um 247.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten sogar einen Stellenabbau um 325.000 Beschäftigte erwartet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne wuchsen um 0,2 Prozent an. Hier waren Volkswirte von einem Zuwachs um 0,1 Prozent ausgegangen. Wie außerdem bekannt wurde, hat der angeschlagene Versicherungskonzern AIG im zweiten Quartal einen Nettogewinn von rund 1,8 Mrd. Dollar eingefahren, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Verlust von fast 5,4 Mrd. Dollar ausgewiesen hatte. Die Wall Street lag zum Xetra-Schluss dann auch entsprechend deutlich im Plus (Börsenkurse USA).
Die Allianz konnte ihre Erlöse im zweiten Quartal von 21,5 Mrd. Euro auf 22,2 Mrd. Euro steigern. Das operative Ergebnis belief sich auf 1,79 Mrd. Euro und übertraf damit die Ergebnisse der vorangegangenen drei Quartale. Verglichen mit den 1,4 Mrd. Euro für das operative Ergebnis aus dem ersten Quartal 2009 ergibt sich eine Steigerung um 25,9 Prozent. Im Vergleich zu den 2,66 Mrd. Euro im zweiten Quartal 2008 bedeutet dies einen Rückgang um 32,8 Prozent. Der Quartalsüberschuss erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreswert um 21,2 Prozent auf 1,87 Mrd. Euro. Die Aktie hat am Freitagmorgen mit deutlichen Verlusten eröffnet, schloss am Ende aber 0,9 Prozent fester. Daimler zogen um 3 Prozent an. Wie der Automobilbauer bekannt gab, musste seine Sparte Mercedes-Benz Cars im Juli angesichts der Krise an den internationalen Automobilmärkten einen Absatzrückgang um 10,7 Prozent ausweisen. Der Mitbewerber BMW hat sogar ein Absatzminus um 12,6 Prozent hinnehmen müssen. BMW schlossen 0,4 Prozent fester. Für Volkswagen ging es um 3,7 Prozent aufwärts. Die Aktie des Energieversorgers RWE kletterte um 1 Prozent. Dabei hat der Konzern Presseangaben zufolge in Zusammenhang mit einer geplanten Beteiligung an einem Kernkraftprojekt in Bulgarien einen Rückschlag erlitten. Demnach werde die Regierung in Sofia aufgrund von Finanzierungsproblemen voraussichtlich kommende Woche das Ende des Vorhabens verkünden, zwei Meiler mit einer Leistung von je 1.000 Megawatt für mindestens 4 Mrd. Euro in Belene zu bauen. RWE halte 49 Prozent an dem Kraftwerkprojekt. Nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen von Clearstream für Juli gewannen Anteilsscheine der Deutschen Börse 0,6 Prozent. Wie der Börsenbetreiber erklärte, verzeichnete der Wert des im Kundenauftrag verwahrten Vermögens im fünften Monat in Folge einen Anstieg und lag bei 10,4 Bio. Euro. An der Indexspitze gewannen Titel der Deutschen Telekom 3,8 Prozent. Das Papier von K+S kam indes um 0,6 Prozent zurück.
Im MDAX standen Titel des Immobileinfinanzierers HRE (-2 Prozent) im Blick. Das Nachsteuerergebnis des Konzerns verschlechterte sich im ersten Halbjahr von 160 Mio. auf rund -1,13 Mrd. Euro. Man gehe aktuell nicht davon aus, vor 2012 wieder in die Gewinnzone zurückkehren können, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Axel Wieandt. PUMA fielen um 4,6 Prozent zurück. Wie der Sportartikelhersteller mitteilte, konnte er im zweiten Quartal nicht das Vorjahresergebnis erreichen. Rote Vorzeichen waren auch bei HOCHTIEF (-0,6 Prozent) auszumachen. Dabei hat die Tochter Leighton in Australien einen weiteren Großauftrag erhalten. Zum Spitzenreiter avancierten ProSiebenSat.1 mit +21,8 Prozent. Der Medienkonzern hatte am Donnerstag seine Ergebnisse präsentiert. LEONI verteuerten sich um 15,5 Prozent.
Die Aktie des Biotechnologiekonzerns MediGene, der Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr hat verbessern können, gab im TecDax 0,7 Prozent ab. Den Angaben zufolge stiegen die Gesamterlöse um 45 Prozent auf 20,0 Mio. Euro. Der Nettoverlust sank um 50 Prozent auf -8,3 Mio. Euro. Conergy gaben 2,9 Prozent ab. Einem Pressebericht zufolge musste der Solartechnikkonzern im zweiten Quartal einen Umsatzeinbruch hinnehmen. Demnach habe Conergy angesichts des anhaltenden Preisverfalls in der Solarbranche einen Umsatzrückgang um etwa die Hälfte auf gut 150 Mio. Euro hinnehmen müssen. Neben dem drastischen Umsatzeinbruch stünden bei dem Unternehmen auch die Gewinnmargen unter Druck. Auf der anderen Seite schossen Rofin-Sinar am Tag nach den Zahlen um 15,5 Prozent in die Höhe. Infineon schoben sich um gut 5 Prozent vor.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Freitag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 9.370,07 Punkten um 1,23 Prozent zunahm, zog die Nasdaq um 1,37 Prozent auf 2.000,25 Zähler an. Der S&P 500 kletterte daneben um 1,34 Prozent und schloss bei 1.010,48 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Minus. So tendiert der Dow Jones Future bei 9.323,00 Punkten (-2,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.615,75 Punkten (-4,00 Punkte) und der S&P Future bei 1.005,70 Zählern (-0,70 Punkte)(Börsenkurse USA).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute trotz der freundlichen Vorgaben der US-Börsen uneinheitlich. Nach der positiven Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 1,08 Prozent bei 10.524,26 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte unterschiedliche Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 2,21 Prozent im Plus bei 20.825,22 Punkten, während der Shanghai Composite um 1,14 Prozent nachgibt auf 3.223,58 Punkte. (Börsenkurse Asien)
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,16 Prozent auf 120,07 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.437 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.438,25 Zählern (-0,1 Prozent).
In Deutschland steht heute der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Japan die Zahlungsbilanz und der Auftragseingang des Maschinenbaus bekannt gegeben. Aus den USA werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei GAGFAH S.A., GWB Immobilien AG, QIAGEN N.V., Quest Software Inc., Rofin-Sinar Technologies Inc., Sysco Corp., Clear Channel Outdoor, Holdings Inc., Dynegy Inc. und E.W. Scripps Co. an.
Wichtige Meldungen:
Der US-Automobilhersteller Ford Motor Co. hat angekündigt, die Zahl seiner Zulieferer bis Jahresende halbieren zu wollen.
Die Aktionäre des US-Pharmakonzerns Schering-Plough Corp. (ISIN US8066051017/ WKN 850469) haben der Fusion mit Merck & Co. Inc. (ISIN US5893311077/ WKN 851719) am Freitag zugestimmt.
Der japanische Speicherchip-Hersteller Elpida Memory Inc. (ISIN JP3167640006/ WKN A0DK2L) will Vorzugsaktien an die japanische Entwicklungsbank verkaufen. (10.08.2009/ac/n/m)