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16.12.2009 08:43

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Ausblick: Schwächere Eröffnung erwartet; Warten auf Fed-Sitzungsergebnis

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am späten Dienstagnachmittag deutlich von seinen Tagestiefstständen erholen können. Der DAX, der zwischenzeitlich mit 0,9 Prozent hinten lag, gewann am Ende 0,16 Prozent auf 5.811,34 Indexpunkte. Der MDAX stieg daneben um 0,21 Prozent auf 7.365,35 Zähler. Der SDAX verbesserte sich um 0,25 Prozent auf 3.536,14 Stellen. Der TecDax verlor indes 0,15 Prozent auf 812,04 Punkte.

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im Dezember leicht verschlechtert. Laut Angaben des ZEW sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland um 0,7 Punkte gefallen und liegen nun bei 50,4 Punkten. Nach Ansicht des Münchner ifo Institut für Wirtschaftsforschung hat die Weltwirtschaft die schwerste Rezession seit dem zweiten Weltkrieg überwunden. Wie aus der ifo Konjunkturprognose 2010 hervorgeht, steigen Produktion und Handel seit dem Frühjahr 2009 wieder, weltweit angeregt durch milliardenschwere Konjunkturprogramme, eine massiv expansiv wirkende Geldpolitik und den vergleichsweise niedrigen Ölpreis.

Wie gestern Nachmittag bekannt wurde, ist die US-Industrieproduktion im November angestiegen. Demnach lag der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger um 0,8 Prozent über seinem Vormonatsniveau, während er im Oktober unverändert geblieben war. Volkswirte hatten lediglich ein Plus von 0,5 Prozent prognostiziert. Zudem kletterte die Kapazitätsauslastung der US-Industrie auf 71,3 Prozent, während die Prognose auf 71,1 Prozent gelautet hatte. Gleichzeitig sind die amerikanischen Erzeugerpreise mit beschleunigtem Tempo angestiegen. Binnen Monatsfrist erhöhten sich die Preise um 1,8 Prozent. In der Kernrate stiegen die Preise um 0,5 Prozent. Volkswirte hatten Preissteigerungen von 0,8 bzw. 0,2 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig hat die Federal Reserve Bank of New York für Dezember unerwartet eine Verschlechterung bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York ermittelt. Angesichts der durchwachsenen Konjunkturdaten war an der Wall Street zum Xetra-Schluss keine klare Tendenz zu erkennen.

Volkswagen gaben 0,7 Prozent ab. Für MAN ging es an der DAX-Spitze um 2,2 Prozent in die Höhe. Einem Pressebericht zufolge werden die Wolfsburger nach Ansicht eines führenden MAN-Managers bald ein Übernahmeangebot an die Aktionäre des Nutzfahrzeug-, Motoren- und Maschinenbaukonzerns abgeben. Dem Artikel zufolge haben Meinungsverschiedenheiten zwischen Wolfsburg und München über die künftige Beteiligung von VW an MAN zum Wechsel an der MAN-Führungsspitze geführt. Der VW-Konzern ist mit 29,9 Prozent an MAN beteiligt. Piëch plane die Zusammenlegung von MAN mit dem schwedischen Lkw-Hersteller Scania, an dem Volkswagen 70 Prozent der Anteile hält. Wie außerdem bekannt wurde, hat die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) für November einen kräftigen Zuwachs bei den Auto-Neuzulassungen in Europa ermittelt. Demnach stieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen binnen Jahresfrist um 26,6 Prozent auf 1.182.082 Einheiten. Hierbei handelt es sich um den sechsten Zuwachs in Folge. Für Deutschland wurde ein Wachstum um 19,7 Prozent auf 279.725 Neuzulassungen gemeldet. Daimler gewann 1,1 Prozent. BMW schlossen knapp behauptet. Der Chip-Hersteller Infineon will Presseangaben zufolge nach Überwindung seiner schweren Krise einen Gewinnsprung erzielen. Laut dem Bericht will der Konzern im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September nach früheren Angaben den Umsatz auf rund 3,3 Mrd. Euro erhöhen und ein operatives Ergebnis von 230 Mio. Euro erreichen. Im Vorjahr stand hier noch ein deutliches Minus. Der Wert zog um 1,3 Prozent an. Am Indexende gaben Linde 2,1 Prozent ab. Weitere Verlierer waren mitunter K+S (-1,2 Prozent) und SAP (-0,7 Prozent).

Im MDAX zählten Wincor Nixdorf mit einem Plus von 4,6 Prozent zu den Favoriten. Zuvor wurde bekannt, dass der Geldautomatenhersteller von der französischen Bankgesellschaft Crédit Agricole einen bedeutenden Software-Auftrag erhalten hat. Wie der Touristikkonzern TUI erklärte, hat er sein Rumpfgeschäftsjahr erfolgreich beendet. Den Angaben zufolge belief sich das Konzernergebnis auf rund 401 Mio. Euro, nach 45 Mio. Euro im Neun-Monats-Zeitraum des Vorjahres. Der Konzernumsatz sank erwartungsgemäß aufgrund gesunkener Gästezahlen in der Touristik um rund 14 Prozent auf 13,1 Mrd. Euro. Die TUI-Aktie gewann 3,3 Prozent. LANXESS gewannen daneben 0,7 Prozent. Wie der Konzern bekannt gab, hat er angesichts der globalen Wirtschaftskrise und des herausfordernden Wettbewerbs weitere Schritte umgesetzt, um das globale Produktionsnetzwerk zu straffen und die Kosten zu senken. Die im SDAX gelistete comdirect bank hat ihr Ergebnisziel für 2009 auf 75 Mio. Euro vor Steuern erhöht. Den Angaben zufolge sind in diesem neuen Ergebnisziel Kosten in Höhe von rund 5 Mio. Euro für den weiteren Rückbau von Geschäftsstellen der comdirect private finance AG enthalten. Der Wert schloss mit 0,3 Prozent im Minus.

Ohne konkrete Unternehmensmeldungen gewannen Bechtle im TecDAX 8,2 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Phoenix Solar mit +3,4 Prozent und Rofin-Sinar mit +2,4 Prozent. Auf der Gegenseite kamen SMARTRAC um 4,5 Prozent zurück.

Asiatische und US-Börsen:

Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Dienstag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 10.452,00 Punkten um 0,47 Prozent abnahm, ging der Nasdaq Composite um 0,50 Prozent auf 2.201,05 Zähler zurück. Der S&P 500 fiel daneben um 0,55 Prozent und schloss bei 1.107,93 Zählern. Die Futures notieren derzeit unentschlossen. So tendiert der Dow Jones Future bei 10.392,00 Punkten (-6,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.797,00 Punkten (+2,00 Punkte) und der S&P Future bei 1.104,60 Zählern (+0,70 Punkte).

Die größten Börsen in Asien entwickeln sich angesichts der schlechten Vorgaben der US-Börsen uneinheitlich. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 0,93 Prozent bei 10.177,41 Punkten.

In China zeigen die Aktienmärkte hingegen rote Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 0,98 Prozent im Minus bei 21.600,08 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,59 Prozent abgibt auf 3.255,21 Punkte.

Der Markt heute:

Der Bund Future steigt bisher um 0,07 Prozent auf 122,57 Punkte.

Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.805 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.809,25 Zählern (+0,1 Prozent).

In Deutschland steht heute die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Großbritannien die Arbeitsmarktdaten, in Italien die Verbraucherpreise und Außenhandelsdaten sowie in der EU die Inflation bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Hypothekenanträge, Verbraucherpreise, Wohnbaubeginne, Wohnbaugenehmigungen, Leistungsbilanz, der Ölmarktbericht sowie die Zinsentscheidung der Fed gemeldet.

Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:

Quartalszahlen stehen heute bei Hovnanian Enterprises Inc. und Heiler Software AG an.

Wichtige Meldungen:

Der Technologiekonzern Broadcom Corp. hat am Dienstag im Rahmen seines Analystentages die Umsatzprognose für das laufende Quartal erhöht.

Der US-amerikanische Software-Hersteller Adobe Systems Inc. gab am Dienstag nach Börsenschluss die Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2009 bekannt. Demnach wies Adobe Systems für das vierte Quartal einen Nettoverlust von 32 Mio. Dollar bzw. 6 Cents je Aktie aus, nachdem im Vorjahresquartal ein Nettogewinn von 245,9 Mio. Dollar bzw. 46 Cents je Aktie erzielt wurde.

Sun Microsystems Inc. (Sun Microsystems) teilte am Dienstag mit, dass man zwei Prozesse wegen Verletzung geistigen Eigentums gewonnen hat.

Die Wells Fargo & Co. (Wells FargoCo) wird die am Montag angekündigte Kapitalerhöhung zu einem Ausgabepreis von 25 Dollar je Aktie vornehmen. (16.12.2009/ac/n/m)

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