23.04.2009 08:42
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Ausblick: Schwächere Eröffnung erwartet, Warten auf Zahlen von Microsoft


Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einer regelrechten Schlussrallye hat sich der deutsche Aktienmarkt gestern mit kräftigen Zuwächsen aus dem Handel verabschiedet. Der Dax konnte das Tagestief weit hinter sich lassen und schloss am Ende 2,06 fester bei 4.594,42 Punkten. Für den MDAX ging es daneben um 2,29 Prozent nach oben auf 5.220,18 Zähler. Der SDAX zog um 1,28 Prozent an auf 2.660,72 Indexpunkte. Gleichzeitig rückte der TecDax um 2,89 Prozent vor auf 564,98 Punkte.

Laut einem Zeitungsbericht hat sich die Bundesregierung nach monatelanger Diskussion auf ein Bad Bank-Modell zur Entlastung der Bankbilanzen verständigt. Dem Artikel zufolge haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die zuständigen Minister am Dienstag vereinbart, bis Mitte Mai ein Konzept für eine so genannte "Bad Bank" zu erarbeiten und im Kabinett zu verabschieden. Indes dürften die Ergebnisse des mit Spannung erwarteten "Stress-Tests" der US-Regulierungsbehörden für die von der Finanzkrise schwer gebeutelten US-Kreditinstitute einem weiteren Pressebericht zufolge voraussichtlich bereits am kommenden Freitag veröffentlicht werden. Unterdessen sieht der International Monetary Fund (IMF) die Weltwirtschaft derzeit in ihrer schwierigsten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Wie der IMF in seinem World Economic Outlook (WEO) für den Monat April schreibt, geht man für 2009 von einem Rückgang der Weltwirtschaft um 1,3 Prozent aus. In einer Rede äußerte sich US-Finanzminister Timothy F. Geithner vor dem Economic Club of Washington zuversichtlich, dass die weltweit eingeleiteten Maßnahmen in absehbarer Zeit zu einer Beendigung der weltweiten Wirtschaftskrise führen könnten.

An der Wall Street waren zum Xetra-Schluss recht deutliche Gewinne auszumachen. Dabei stehen wieder einmal zahlreiche Unternehmensergebnisse im Fokus. Unter anderem hat die Bankgesellschaft Morgan Stanley im ersten Quartal einen unerwartet hohen Verlust erwirtschaftet. Wie die Bank weiter mitteilte, hat sie ihre Quartalsdividende um 81 Prozent gekürzt. Boeing und AT&T konnten nach Zahlenvorlage zuletzt deutlich zulegen. Caterpillar stehen unterdessen nach einer positiven Analystenstudie weit oben auf der Einkaufliste der Anleger.

Das Papier der Commerzbank thronte mit einem Plus von 9,6 Prozent an der DAX-Spitze. Einem Zeitungsartikel zufolge haben sich die EU-Kommission und die Bundesregierung in ihrem Streit über Staatshilfen für die Commerzbank grundsätzlich geeinigt. Demnach muss Deutschlands zweitgrößte Bank ihre Hypothekentochter Eurohypo abspalten, darf aber das Osteuropageschäft behalten. Auf den Plätzen folgten MAN mit +7,4 Prozent und die Deutsche Bank mit +6,7 Prozent. Die Aktie der Deutschen Post wurde ex Dividende gehandelt und schloss 5,3 Prozent leichter. Nach der Gewinnwarnung und dem stundenlangen Ausfall des Mobilfunknetzes am Dienstag lastete die T-Aktie mit -3,1 Prozent schwer auf dem Gesamtmarkt.

In der zweiten Reihe schoss die Praktiker-Aktie um über 18 Prozent nach oben. Dabei hatte die Baumarktkette im ersten Quartal mit ungünstigen wirtschaftlichen und klimatischen Rahmenbedingungen im In- und Ausland zu kämpfen. Der Umsatz ging um 8 Prozent zurück. Die im ersten Quartal eines Jahres saisonal bedingt typischerweise anfallenden operativen Verluste wurden deutlich ausgeweitet. Anteilsscheine des Technologiekonzerns GEA, der im ersten Quartal wie erwartet einen Rückgang beim Auftragseingang verbucht hat, rückten um gut 5 Prozent vor.

Im TecDAX avancierten gestern SOLON (+13,5 Prozent) zum Spitzenreiter. Conergy gewannen nach den heftigen Vortagesverlusten gut 8 Prozent. Für Infineon ging es ebenfalls um über 8 Prozent nach oben. Wie zuvor bekannt wurde, weitet der Halbleiterhersteller seine Kooperation mit dem finnischen Mobiltelefonhersteller Nokia aus. Carl Zeiss brachen indes am Indexende um knapp 9 Prozent ein. Dabei konnte der Konzern seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 12,5 Prozent und das EBIT um mehr als 20 Prozent steigern.

Asiatische und US-Börsen:

Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 7.886,57 Punkten um 1,04 Prozent abnahm, ging die Nasdaq um 0,14 Prozent auf 1.646,12 Zähler zurück. Der S&P 500 schrumpfte um 0,77 Prozent und schloss bei 843,55 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 7.850,00 Punkten (+34,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.336,00 Punkten (+12,50 Punkte) und der S&P Future bei 841,70 Zählern (+4,80 Punkte).

Die größten Börsen in Asien verzeichnen heute trotz der schwachen Entwicklung der US-Börsen mehrheitlich Gewinne. Nach der freundlichen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notierte der Nikkei-Index heute in Tokio zuletzt mit einem Plus von 1,48 Prozent bei 8.856,56 Punkten.

In China notieren die Aktienmärkte hingegen uneinheitlich. So steht der Hang Seng derzeit mit 0,90 Prozent im Plus bei 15.012,21 Punkten, wogegen der Shanghai Composite um 0,81 Prozent nachgibt auf 2.441,50 Punkte.

Der Markt heute:

Der Bund Future steigt bisher um 0,02 Prozent auf 122,31 Punkte.

Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.558 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 4.568,25 Zählern (+0,5 Prozent).

In Deutschland steht heute der BMF-Monatsbericht zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Frankreich das Geschäftsklima, in Italien das Verbrauchervertrauen und in der EU die Leistungsbilanz sowie Auftragseingänge bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und Verkäufe bestehender Häuser gemeldet.

Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:

Quartalszahlen stehen heute bei Amazon.com Inc., American Express Co., AmeriSourceBergen Corp., Amgen Inc., AutoNation Inc., Black & Decker Corp., Burlington Northern Santa Fe Corp., Chicago Mercantile Exchange Holdings Inc., CIT Group Inc., ConocoPhillips, Danaher Corp., Eastman Chemical Co., EMC Corp., Exelon Corp., Fifth Third Bancorp, Goodrich Corp., Hershey Co., JetBlue Airways Corp., Juniper Networks Inc., L-3 Communications Holdings Inc., Marriott International Inc., McClatchy Co., Microsoft Corp., National Oilwell Varco Inc., Nucor Corp., Philip Morris International Inc., Raytheon Co., Royal Caribbean Cruises Ltd., SunTrust Banks Inc., Supervalu Inc., Union Pacific Corp., United Parcel Service Inc., US Airways Group Inc., Western Digital Corp., Akzo Nobel N.V., ATOSS Software AG, DEAG Deutsche Entertainment AG, Eni S.p.A., Fiat S.p.A., Novartis AG, Phoenix Solar AG, plenum AG, RHÖN-KLINIKUM AG, Teleplan International N.V. und Wincor Nixdorf AG an.

Wichtige Meldungen:

Die Apple Inc. gab am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Fiskalquartal 2008/09 bekannt. Der US-Hersteller von Unterhaltungselektronik konnte dabei erneut einen unerwartet deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielen. Der Absatz des Multifunktionshandys iPhone belief sich auf 3,79 Millionen. Beim iPod belief sich der Absatz auf 11,0 Millionen, während er sich bei Computern auf 2,22 Millionen belief.

Die amerikanische Schnellrestaurantkette YUM! Brands Inc. (ISIN US9884981013/ WKN 909190), die Muttergesellschaft der Fast-Food-Ketten Pizza Hut, Taco Bell und KFC, meldete am Mittwoch nach US-Börsenschluss, dass ihr Gewinn im ersten Quartal 2009 um 10 Prozent gesunken ist.

Die amerikanische eBay Inc. (ISIN US2786421030/ WKN 916529) hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal 2009 vorgelegt. Dabei musste das Internet-Auktionshaus einen Umsatzrückgang um 8 Prozent und einen Gewinnrückgang um 22 Prozent hinnehmen. Die Erwartungen konnten dabei übertroffen werden.

Aktuellen Presseberichten zufolge will der angeschlagene US-Automobilkonzern General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) ein Milliarden-Darlehen nicht zurückzahlen.

Der französische Luxusgüterkonzern LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton S.A. (ISIN FR0000121014/ WKN 853292) gab am Mittwoch seine Umsatzzahlen für das erste Quartal 2009 bekannt. Demnach beliefen sich die Erlöse des Konzerns in den ersten drei Monaten auf 4,02 Mrd. Euro, was einem Wachstum von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 4,00 Mrd. Euro entspricht. (23.04.2009/ac/n/m)



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