Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch kräftig unter die Räder gekommen. Nach einem freundlichen Auftakt haben sich die Käufer zur Tagesmitte hin zurückgezogen und den Bären das Feld überlassen. Der
Dax schloss letztendlich mit 2,61 Prozent im Minus bei 4.727,61 Punkten. Der
MDAX verlor daneben 3,93 Prozent auf 5.391,08 Zähler. Für den SDAX ging es um 2,44 Prozent abwärts auf 2.736,47 Punkte. Der
TecDax gab 4,33 Prozent auf 584,46 Zähler ab.
Wie gestern Nachmittag bekannt wurde, hat sich der Einzelhandelsumsatz in den USA im April unerwartet verringert. Auf Monatssicht sanken die Umsatzerlöse um 0,4 Prozent. Volkswirte hatten indes ein unverändertes Umsatzniveau prognostiziert. Bereinigt um die schwankungsintensiven Umsätze der Automobilbranche fielen die Umsätze gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent. Experten waren hingegen von einem Umsatzplus von 0,2 Prozent ausgegangen. Die US-Börsen haben daraufhin deutlich schwächer eröffnet. Zum Xetra-Schluss lagen Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq Composite mit jeweils mehr als 2 Prozent im Minus.
Die Allianz hat eigenen Angaben zufolge in den ersten drei Monaten 2009 eine stabile Entwicklung in einem unverändert schwierigen Marktumfeld verzeichnet. Während der Quartalsumsatz des Versicherungskonzerns leicht auf 27,7 Mrd. Euro angestiegen ist, brach der Überschuss belastet von Sondereffekten von 1,15 Mrd. Euro auf 29 Mio. Euro ein. Das operative Ergebnis lag bei 1,4 Mrd. Euro und damit um 0,8 Mrd. Euro unter dem des ersten Quartals 2008, jedoch um 0,5 Mrd. Euro über dem des vierten Quartals 2008. Der Wert brach um 7,8 Prozent ein. Noch schlechter war es um Papiere der Commerzbank (-11,6 Prozent) bestellt. Für die Deutsche Bank ging es um 5,5 Prozent nach unten. E.ON gingen mit -1,5 Prozent aus dem Handel. Der Energiekonzern hat seine Erlöse im Auftaktquartal um 14 Prozent auf 25,9 Mrd. Euro steigern können. Der Konzernüberschuss legte um 18 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro zu. Das bereinigte EBIT ging indes um 5 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro zurück. K+S verloren nach anfänglichen Gewinnen 2,4 Prozent. Wie der Salz- und Düngemittelkonzern bekannt gab, hat er im ersten Quartal aufgrund der schwachen Düngemittelnachfrage einen Ergebnisrückgang ausweisen müssen. Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern reduzierte sich von 162,6 Mio. Euro auf 122,5 Mio. Euro. Der Umsatz sank um rund 11 Prozent auf 1,08 Mrd. Euro. Salzgitter fielen um 8,3 Prozent zurück. Der Mitbewerber ThyssenKrupp (-4 Prozent) hatte am Dienstag überraschend Zahlen vorgelegt und eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Daimler büßten im Mittelfeld 3,7 Prozent ein, nachdem der Stuttgarter Autobauer eine Neuausrichtung der japanischen Nutzfahrzeugtochter Mitsubishi Fuso angekündigt hat. Dabei soll die Mitarbeiterzahl bis Ende 2010 weltweit um 2.300 sinken. Volkswagen hielten sich mit -0,9 Prozent vergleichsweise wacker. Die Tochter AUDI peilt für das laufende Fiskaljahr trotz anhaltender Wirtschaftskrise ein positives operatives Ergebnis an. METRO fielen daneben um 2,9 Prozent zurück. Wie der Einzelhandelskonzern im Rahmen der Hauptversammlung erklärte, blickt man trotz der unsicheren konjunkturellen Gesamtsituation weiterhin optimistisch in die Zukunft. Nach einem positiven Analystenkommentar zogen FMC als DAX-Spitzenreiter gegen den Trend um 4,8 Prozent an. Dem schwachen Umfeld zum Trotz konnten auch SAP und Fresenius spürbar zulegen.
In der zweiten Reihe lag die Aktie von Tognum zeitweise mit über 11 Prozent vorne. Am Ende blieb ein Aufschlag von 2,4 Prozent. Der Antriebssystem- und Energieanlagenspezialist musste im ersten Quartal ein deutlich geringeres Ergebnis ausweisen. Allerdings hat das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2009 bekräftigt. Der Umsatz sank um knapp 12 Prozent auf 642 Mio. Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss verringerte sich um rund 34 Prozent auf 38 Mio. Euro. Der Finanzdienstleister MLP hat im ersten Quartal bei Umsatz und Ergebnis das Vorjahresniveau deutlich verfehlt. Der Wert schloss mit 3,6 Prozent im Minus. Premiere gaben 2,3 Prozent ab. Der Aufsichtsrat des Bezahlfernsehsenders hat Pietro Maranzana mit Wirkung zum 1. Juni 2009 zum neuen Finanzvorstand bestellt. Nach einem starken Auftakt brachen Titel des Immobilienkonzerns GAGFAH, der im ersten Quartal deutlich weniger verdient hat, um 14,1 Prozent ein. Aurubis verabschiedeten sich mit -5,4 Prozent in den Feierabend. Der Kupferkonzern hat gegenüber dem ersten Quartal eine deutliche Ergebnisverbesserung für das erste Halbjahr erzielen können. Trotz der weiterhin schwierigen konjunkturellen Gesamtsituation rechnet das Unternehmen für das laufende Fiskaljahr mit einem positiven operativen Ergebnis.
Im TecDAX gewannen gestern QSC als Spitzenreiter 8,8 Prozent. Der Telekommunikationsanbieter konnte seine Erlöse im ersten Quartal um 10 Prozent auf 107,6 Mio. Euro steigern. Das Konzernergebnis verbesserte sich von -4,1 Mio. Euro auf 1,4 Mio. Euro. freenet hielten sich mit -0,6 Prozent deutlich besser als der Gesamtmarkt. Wie der Telekommunikationsanbieter bekannt gab, konnte er seinen Umsatz im ersten Quartal nach der debitel-Übernahme kräftig auf 912 Mio. Euro steigern. Das Konzernergebnis brach von 14,6 Mio. Euro auf 0,6 Mio. Euro ein. JENOPTIK verloren 1,1 Prozent. Der Technologiekonzern musste in den ersten drei Monaten 2009 angesichts der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausweisen. An letzter Stelle büßten SOLON 10,9 Prozent ein. Daneben bröckelten unter anderem Nordex um 10,9 Prozent, Infineon um 8,9 Prozent und Conergy sowie Q-Cells um 7,7 Prozent ab. SolarWorld verloren 7,2 Prozent.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit kräftigen Verlusten. Während der Dow Jones mit 8.284,89 Punkten um 2,18 Prozent abnahm, ging die NASDAQ um 3,01 Prozent auf 1.664,19 Zähler zurück. Der S&P 500 schrumpfte um 2,69 Prozent und schloss bei 883,92 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Minus. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.279,00 Punkten (-15,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.342,75 Punkten (-1,50 Punkte) und der S&P Future bei 883,10 Zählern (-2,20 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute angesichts der schlechten Entwicklung der US-Börsen ebenfalls schwächer. Nach der freundlichen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Minus von 2,96 Prozent bei 9.063,90 Punkten.
In China notieren die Aktienmärkte ebenfalls mit roten Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 3,23 Prozent im Minus bei 16.508,08 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,55 Prozent abgibt auf 2.649,10 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future steigt bisher um 0,09 Prozent auf 121,34 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute kaum verändert starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.728 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 4.724,25 Zählern (0,0 Prozent).
In Spanien steht heute das BIP zur Veröffentlichung an. Ferner werden in der EU die Kfz-Neuzulassungen bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Erzeugerpreise gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Agilent Technologies Inc., Audiovox Corp., Blockbuster Inc., IAMGOLD Corp., Kohls Corp., Lear Corp., Urban Outfitters Inc., Wal-Mart Stores Inc., AEGON N.V., Aleo Solar AG, Analytik Jena AG, Arcandor AG, AUGUSTA Technologie AG, Axel Springer AG, Barclays plc, Bechtle AG, Carl Zeiss Meditec AG, Celesio AG, CENTROTEC Sustainable AG, centrotherm photovoltaics AG, Colonia Real Estate AG, Conergy AG, Crédit Agricole S.A., D.Logistics AG, Deutsche EuroShop AG, Eurofins Scientific Group S.A., FJA AG, H&R WASAG AG, Heiler Software AG, HOCHTIEF AG, Jungheinrich AG, Klöckner & Co SE, Masterflex AG, Mayr-Melnhof Karton AG, net AG, Phoenix Solar AG, Premiere AG, ProSiebenSat.1 Media AG, Roth & Rau AG, RWE AG, Salzgitter AG, SHS VIVEON AG, SolarWorld AG, Sony Corp., STADA Arzneimittel AG, STRATEC Biomedical Systems AG, systaic AG, TAG Immobilien AG, TOMORROW FOCUS AG, TRIPLAN AG, Versatel AG, Viscom AG, Vivacon AG, Vivendi Universal S.A., Wacker Neuson SE und WaveLight AG an.
Wichtige Meldungen:
Die amerikanische CA Inc. veröffentlichte am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Fiskalquartal 2008/09. Dabei konnte der Software-Hersteller trotz eines Umsatzrückgangs den bereinigten Gewinn deutlich steigern.
Die US-Großbank JPMorgan Chase & Co. (JPMorgan) (ISIN US46625H1005/ WKN 850628) hat am Mittwoch eine Anleihe platziert, um sich auf diese Weise frisches Kapital zu beschaffen.
Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) hat am Mittwoch den geplanten Radikalumbau des Konzerns einstimmig genehmigt.
Der Kreditkartenanbieter American Express Co. (ISIN US0258161092/ WKN 850226) hat am Mittwoch mit der Platzierung von zwei Anleiheemissionen begonnen. Der Erlös soll dazu benutzt werden, um die erhaltenen Staatshilfen zurückzuzahlen.
Der US-Automobilkonzern General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) will einem Pressebericht zufolge ab dem Jahr 2011 in China produzierte Autos in die USA importieren. (14.05.2009/ac/n/m)