Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag kräftig unter die Räder gekommen. Unter dünnen Umsätzen verlor der
Dax letztendlich 2,74 Prozent auf 4.900,67 Indexpunkte. Der
MDAX sackte um 2,48 Prozent ab auf 5.841,19 Zähler. Der SDAX fiel um 1,39 Prozent auf 2.878,22 Punkte zurück. Gleichzeitig ging es für den
TecDax um 3,94 Prozent abwärts auf 614,32 Punkte.
Der
Dow Jones lag zum Xetra-Schluss mit 1,7 Prozent hinten. Daneben war beim
Nasdaq Composite ein Abschlag von 2,0 Prozent zu beobachten. Wie gestern Nachmittag bekannt wurde, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Vorwoche verbessert. Demnach sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 12.000 auf 631.000, während Volkswirte im Vorfeld allerdings eine Abnahme auf 630.000 prognostiziert hatten. Der an den US-Finanzmärkten viel beachtete Geschäftsklimaindex der Fed-Regional-Notenbank von Philadelphia hat sich im Mai etwas verbessert, allerdings weniger deutlich als erwartet. Indes sind die US-Frühindikatoren im April überraschend kräftig gestiegen.
Für Furore sorgt insbesondere eine Abstufung Großbritanniens durch Standard & Poor’s. Die Ratingagentur hat den Ausblick für den Inselstaat von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Damit drohe dem Land auch eine Herabstufung der Bonitätsbewertung. Titel der Deutschen
Börse gingen mit -6,8 Prozent aus dem Handel. Zu beachten ist dabei allerdings, dass der Börsenbetreiber 2,10 Euro je
Aktie an seine Anteilseigner ausgeschüttet hat. Im Finanzsektor fielen außerdem die Allianz und die Commerzbank um jeweils 4,6 Prozent und die Hannover Rück um 4,7 Prozent zurück. Titel der Deutschen Bank schlossen indes etwas fester. Nach einer negativen Sektorenstudie sackten Salzgitter um 4,9 Prozent und ThyssenKrupp um 4,2 Prozent ab. Weitere Verlierer waren unter anderem Daimler (-4,9 Prozent), adidas (-4,4 Prozent) und Siemens (-4,3 Prozent). Dem schwachen Trend zum Trotz gewannen Volkswagen als DAX-Spitzenreiter 0,9 Prozent. METRO verbesserten sich um 0,8 Prozent.
Das im MDAX gelistete Papier des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck schloss 3 Prozent fester. Einem Pressebericht zufolge erhält der Konzern Staatshilfe. Demnach vergebe das Krisen-Hilfeprogramm "Wirtschaftsfonds Deutschland" an den Maschinenbauer seine erste Großbürgschaft. Daneben zogen Arcandor um 3,7 Prozent und Südzucker um 1,7 Prozent an.
Papiere des Solarschwergewichts Q-Cells kamen im TecDAX um 9 Prozent zurück. Rofin-Sinar verloren 6,7 Prozent und Kontron 6,4 Prozent. SolarWorld (-5,3 Prozent), AIXTRON (-6,5 Prozent) und IDS Scheer (-6,6 Prozent) wurden ex
Dividende gehandelt.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Donnerstag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 8.292,13 Punkten um 1,54 Prozent abnahm, ging die NASDAQ um 1,89 Prozent auf 1.695,25 Zähler zurück. Der S&P 500 fiel um 1,68 Prozent und schloss bei 888,33 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.297,00 Punkten (+2,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.371,00 Punkten (+3,50 Punkte) und der S&P Future bei 889,00 Zählern (+0,30 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute angesichts der schlechten Entwicklung der US-Börsen ebenfalls schwächer. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Minus von 0,50 Prozent bei 9.217,52 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte ebenfalls rote Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,88 Prozent im Minus bei 16.875,78 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,98 Prozent abgibt auf 2.585,08 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,01 Prozent auf 120,31 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute kaum verändert starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.900 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 4.909,00 Zählern (0,0 Prozent).
In Japan stehen heute das Sitzungsergebnis der BoJ und die Frühindikatoren zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Italien der Einzelhandelsumsatz bekannt gegeben. Aus den USA werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei British Airways plc und Nordex an.
Wichtige Meldungen:
Der angeschlagene Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) (ISIN US0268741073/ WKN 859520) hat am Donnerstag im Rahmen einer SEC-Mitteilung einen Aktiensplit angekündigt.
Der Nahrungsmittelkonzern Campbell Soup Co. meldete am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum dritten Fiskalquartal 2008/09. Dabei konnte der größte Suppenhersteller in den USA trotz eines Gewinneinbruchs die Erwartungen schlagen.
Die amerikanische Foot Locker Inc. (ISIN US3448491049/ WKN 877539) gab am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum ersten Fiskalquartal 2009/10 bekannt. Der Einzelhändler für Sportschuhe und -bekleidung konnte dabei einen Gewinnsprung erzielen und die Erwartungen schlagen.
Die US-Bekleidungskette Gap Inc. (ISIN US3647601083/ WKN 863533) teilte am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit, dass ihr Gewinn im ersten Fiskalquartal 2009/10 leicht gesunken ist. Damit konnten die Gewinnerwartungen übertroffen werden, während der Umsatz knapp unter den Prognosen lag.
Aktuellen Presseberichten zufolge plant der italienische Automobil- und Industriekonzern Fiat S.p.A. (ISIN IT0001976403/ WKN 860007) im Falle einer Übernahme von Opel von seiner angeschlagenen Konzernmutter, dem US-Automobilkonzern General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000), einen Jobabbau an allen vier Opel-Standorten. Dies berichtet "Spiegel Online" am Donnerstag unter Berufung auf ein Interview mit Fiat-Chef Sergio Marchionne.
Aktuellen Presseberichten zufolge prüfen die Handelskonzerne Arcandor AG (ISIN DE0006275001/ WKN 627500) und METRO AG (ISIN DE0007257503/ WKN 725750) einen Zusammenschluss ihrer Töchter Karstadt und Kaufhof zu einer gemeinsamen "Deutschen Warenhaus AG". Dies berichtet "Spiegel Online" am Donnerstag. (22.05.2009/ac/n/m)