Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die deutschen Aktien haben ihre zunächst beträchtlichen Verluste im gestrigen Tagesverlauf abgebaut und mehrheitlich im Plus geschlossen. Nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland hatten die Börsen zunächst tief im roten Bereich eröffnet. Der DAX gewann gestern 0,12 Prozent auf 6.569,48 Punkte, während der MDAX 0,34 Prozent auf 10.625,80 Stellen zulegte. Der SDAX schloss mit -0,22 Prozent bei 5.082,59 Zählern. Der TecDAX ging mit 783,71 Punkten 0,27 Prozent festerer aus dem Handel.
Asiatische und US-Börsen:
Nachdem die US-Leitindizes am Montag vor dem Hintergrund zunehmender Unsicherheiten in der Eurozone nach den jüngsten Wahlergebnissen in Frankreich und Griechenland mit roten Vorzeichen in den Handel gegangen waren, konnten sie sich bis zum Handelsende wieder etwas erholen. Der Dow Jones verlor 0,23 Prozent auf 13.008,53 Zähler. Der NASDAQ Composite präsentiert sich mit einem Plus von 0,05 Prozent bei 2.957,76 Zählern, während der S&P 500 einen leichten Zugewinn von 0,04 Prozent auf 1.369,59 Punkte zeigte. Die Futures notieren derzeit uneinheitlich. So tendiert der Dow Jones Future bei 12.963,00 Punkten (+4,00 Punkte), der Nasdaq Future bei 2.636,25 Punkten (-0,25 Punkte) und der S&P Future bei 1.365,00 Zählern (-0,80 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich nach den uneinheitlichen Vorgaben der US-Börsen ebenfalls unentschlossen. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages schloss der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 0,69 Prozent bei 9.181,65 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte unterschiedliche Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 0,05 Prozent im Plus bei 20.546,29 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,20 Prozent abgibt auf 2.447,01 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,09 Prozent auf 141,92 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Kursgewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 6.567 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 6.587,50 Zählern (+0,3 Prozent).
In Deutschland stehen heute die Insolvenzen und die Produktion im Produzierenden Gewerbe an. Ferner werden in Australien die Außenhandelsdaten bekannt gegeben. Aus den USA werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Wichtige Quartalszahlen stehen heute bei Charter Communications, Chiquita Brands, Coca-Cola Bottling, DIRECTV, Fossil, Henry Schein, OfficeMax, Tenet Healthcare, Walt Disney, Deutsche Post, Hochtief, GEA, Gildemeister, alstria office REIT-AG, Tom Tailor, Demag Cranes, Munich Re, TUI Travel, Süss MicroTec und HSBC Holdings an.
Der deutsche Markt am Montag:
Der Auftragseingang in der Industrie hat im März 2012 zugenommen. Nach vorläufigen Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) stiegen die Auftragseingänge preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,2 Prozent. Im Vormonat waren sie lediglich um 0,6 Prozent angezogen. Der Umfang an Großaufträgen war für einen März durchschnittlich.
Im Dax war gestern die Aktie der Commerzbank mit einem Kursgewinn von 3,2 Prozent führend. Das Papier der Deutschen Bank konnte ebenfalls mit einem Kursgewinn (+2,0 Prozent) schließen. Die Bank will einem Medienbericht zufolge mit dem Umbau ihres Filialvertriebs eine neue Offensive im Privatkundengeschäft starten. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (Montag) gliedert das Kreditinstitut die Hierarchiestufen künftig entlang der drei Geschäftsbereiche Massenkunden, Private Banking und Geschäftskunden. In der Gewinnergruppe gewannen ferner BMW 1,5 Prozent hinzu. BMW Motorrad hat per April 2012 weltweit 3,5 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahr verkauft. Den Angaben zufolge stieg der Absatz damit auf die neue Bestmarke von 37.461 Motorrädern (Vorjahr: 36.181 Einheiten) für die ersten vier Monate eines Vertriebsjahres.
Titel von Volkswagen (Volkswagen vz) gaben dagegen 0,5 Prozent ab. Der Automobilkonzern setzt einem Medienbericht zufolge neben neuen Geländeriesen verstärkt auf kleinere Modelle. Der Bau eines Geländewagens auf Basis des Polo gilt intern als ebenso sicher wie die Produktion einer Offroad-Variante des neuen Kleinstwagens Up, erfuhr das "Handelsblatt" (Sonntag) aus Konzernkreisen. Die Aktie der Deutschen Börse (Deutsche Boerse) gab daneben 0,9 Prozent ab. Der Börsenbetreiber hat gestern die Geschäftszahlen der Tochter Clearstream für den Monat April bekannt gegeben. Demnach sank der Wert des im Kundenauftrag verwahrten Vermögens im Berichtsmonat auf 11,1 Bio. Euro, nach 11,3 Bio. Euro im Vorjahreszeitraum. Siemens verloren 0,2 Prozent. Der Technologiekonzern will die Wettbewerbsfähigkeit der Windenergie-Sparte durch eine Plattformstrategie verbessern. "Wir müssen nicht nur führend bei der Qualität, sondern auch bei den Kosten sein", sagte Felix Ferlemann, Chef der Windenergie-Sparte, der "WirtschaftsWoche" (Samstag). Für BASF ging es 0,9 Prozent bergab. Der Chemiekonzern feilt an seiner Kapitalstruktur. Für die Optimierung der Kapitalkosten habe das Unternehmen mit der neuen Ermächtigung zum Aktienrückkauf einen "weiteren Pfeil im Köcher", sagte Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel im Interview der "Börsen-Zeitung" (Samstag). An letzter Stelle verloren Linde 2,7 Prozent.
Wichtige Meldungen:
Die Apple Inc. kann sich in Zukunft über mehr Regalfläche für seine Produkte bei einigen US-Einzelhändlern freuen. Wie am Montag bekannt wurde möchten sowohl Wal-Mart Stores Inc. , der größte Einzelhändler der Welt als auch Target Corp. , der zweitgrößte Discount-Händler in den USA verstärkt Produkte von Apple anbieten.
Die Southwest Airlines Co. , eine der größten Fluggesellschaften in den USA, legte am Montag die Verkehrszahlen für den Monat April vor. Demnach wurden im Berichtsmonat insgesamt 9,289 Millionen Passagiere befördert, was gegenüber dem Vorjahreswert von 9,236 Millionen einem Plus von 0,6 Prozent entspricht. (08.05.2012/ac/n/m)