Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes tendierten im Donnerstaghandel deutlich im Minus. Dabei belasteten vor allem enttäuschende Kommentare von EZB-Chef Draghi. Der DAX verlor zuletzt 2,20 Prozent auf 6.606,09 Punkte. Der MDAX gab um 1,99 Prozent nach auf 10.674,74 Punkte. Für den SDAX ging es derweil um 1,05 Prozent nach unten auf 4.851,26 Zähler, während der TecDAX um 1,25 Prozent auf 773,45 Punkte verlor.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes tendierten am Donnerstag deutlich schwächer, nachdem die Europäische Zentralbank mit ihren Äußerungen zur Leitzinsentscheidung die Erwartungen der Börsianer enttäuscht hatte. Der Dow Jones verlor 0,71 Prozent auf 12.878,88 Zähler. Der NASDAQ Composite präsentierte sich mit einem Minus von 0,36 Prozent bei 2.909,77 Zählern, während der S&P 500 am Ende einen Abschlag von 0,74 Prozent auf 1.365,00 Punkte zeigte. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 12.839,00 Punkten (+8,00 Punkte), der Nasdaq Future bei 2.621,50 Punkten (+3,00 Punkte) und der S&P Future bei 1.362,00 Zählern (+0,10 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich nach den schlechten Vorgaben der US-Börsen mehrheitlich schwächer. Nach der positiven Entwicklung des vorangegangenen Handelstages schloss der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Minus von 1,13 Prozent bei 8.555,11 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte hingegen unterschiedliche Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 0,86 Prozent im Minus bei 19.521,01 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,45 Prozent anzieht auf 2.120,77 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,02 Prozent auf 144,85 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Kursgewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 6.628 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 6.611,75 Zählern (0,0 Prozent).
In Großbritannien steht heute der Dienstleistungsindex an. Ferner wird in der EU der Einzelhandelsumsatz bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Arbeitsmarktdaten und der ISM Dienstleistungsindex gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Wichtige Quartalszahlen stehen heute bei Allianz, AXA, ElringKlinger, Toyota Motor, Royal Bank of Scotland Group, NYSE Euronext, Hawesko Holding, Procter & Gamble, Alleghany, Gartner, Washington Post und UniCredit an.
Der deutsche Markt am Donnerstag:
Auch gestern strömte wieder eine Flut an Quartalsbilanzen auf die Investoren ein. adidas zeigte sich weiterhin in guter Form und konnte im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis verbessern. Preissteigerungen, ein besserer Produktmix und eine günstigere regionale Umsatzverteilung sowie ein größerer Anteil von Einzelhandelsumsätzen, die höhere Margen erzielen, konnten aber den wesentlichen Anstieg der Beschaffungskosten nur zum Teil kompensieren. Für das laufende Fiskaljahr erwartet man nach wie vor, dass sich der Konzernumsatz im Jahr 2012 währungsbereinigt um annähernd 10 Prozent erhöhen wird. Beim Nettogewinn nach Anteilen Dritter rechnet man für das laufende Fiskaljahr mit einem Anstieg um 15 bis 17 Prozent. Zuvor hatte adidas hier einen Zuwachs um 12 bis 17 Prozent auf 750 bis 785 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Die Aktie lief mit einem Abschlag von 3,0 Prozent hinterher. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren standen daneben die Papiere von Beiersdorf , die sich um 7,6 Prozent verteuerten. Der Konsumgüterkonzern musste im ersten Halbjahr 2012 aufgrund von Sondereffekten einen Gewinnrückgang ausweisen. Die Geschäftsentwicklung liegt aber innerhalb der Erwartungen des Unternehmens. Der Umsatz wurde gesteigert. Des Weiteren wurde der Umsatz-Ausblick bestätigt und die Ergebniserwartung für 2012 angehoben.
Deutsche Post (Deutsche Post) verbesserten sich daneben um 2,3 Prozent. Der Brief- und Logistikkonzern konnte seinen Wachstumskurs auch im zweiten Quartal weiter fortsetzen. Der Umsatz wurde um mehr als 7 Prozent gesteigert. Vor allem die DHL-Bereiche haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Beim Konzernüberschuss wurde wegen einer Umsatzsteuernachzahlung aber ein Rückgang ausgewiesen. Für die zweite Jahreshälfte rechnet das Unternehmen mit weiteren Umsatz- und Ergebnisverbesserungen im Vergleich zum Vorjahr. Vor diesem Hintergrund und angesichts der positiven Entwicklung im zweiten Quartal hat der Konzern seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben angepasst und erwartet nun ein EBIT in Höhe von 2,6 bis 2,7 Mrd. Euro. Zuletzt hatte der Konzern hier einen operativen Gewinn von 2,5 bis 2,6 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.
Die Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa (Deutsche Lufthansa) verloren um 1,3 Prozent. Die Fluggesellschaft konnte ihren Verlust im ersten Halbjahr reduzieren. Der Umsatz wurde gleichzeitig erhöht. Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr unverändert mit einer Umsatzsteigerung und einem operativen Gewinn im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Volkswagen (Volkswagen vz) fuhren schließlich um 1,7 Prozent hinterher. Wie bereits am Vortag bekannt gegeben wurde, haben der Automobilhersteller und der Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding die Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns wie geplant zum 1. August abgeschlossen. Im Dax trennten sich die Investoren bevorzugt von den Papieren der Commerzbank, die mit einem Wertverlust von 6,2 Prozent am Indexende notierten.
Wichtige Meldungen:
Der amerikanische Rundfunk- und Medienkonzern CBS Corp. meldete am Donnerstag nach Börsenschluss, dass sein Gewinn im zweiten Quartal deutlich gestiegen ist. Dabei profitierte man von höheren Einnahmen aus dem Kabelgeschäft sowie besseren Margen. Die Gewinnerwartungen wurden klar geschlagen, während der Umsatzrückgang enttäuschte.
Der Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) (American International Group (AIG)) meldete am Donnerstag nach US-Börsenschluss seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2012. Dabei konnte der mehrheitlich in Staatsbesitz befindliche Konzern den Gewinn unerwartet deutlich steigern und die Erwartungen auf bereinigter Basis klar übertreffen.
Der amerikanische Lebensmittelkonzern Kraft Foods Inc. gab am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das zweite Quartal 2012 bekannt. Dabei stieg der Gewinn trotz Umsatzrückgang aufgrund gestiegener Margen. Der bereinigte Gewinn übertraf die Erwartungen deutlich. Zudem wurde der Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigt und erklärt, dass die Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen per 1. Oktober erfolgen soll.
Der US-Automobilzulieferer Lear Corp. musste im zweiten Quartal 2012 angesichts leicht rückläufiger Umsatzerlöse einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Besonders das schwächelnde Europa-Geschäft belastete hierbei. Die Gewinnerwartungen konnten auf bereinigter Basis geschlagen werden. (03.08.2012/ac/n/m)