Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich mit teils kräftigen Zuwächsen in das verlängerte Wochenende verabschiedet. Der
Dax zog bis Handelsende um 1,38 Prozent an auf 4.769,45 Punkte. Der
MDAX verbesserte sich daneben um 2,31 Prozent auf 5.565,28 Zähler. Für den SDAX ging es gleichzeitig um 0,87 Prozent nach oben auf 2.685,18 Punkte. Der
TecDax zog um 3,57 Prozent an auf 589,62 Punkte. Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit hat sich die Arbeitslosigkeit von März auf April um 1.000 auf 3.585.000 verringert. Im Vorjahresvergleich stieg die Zahl der Arbeitslosen indes um 171.000.
Titel von BASF entwickelten sich mit +7,4 Prozent weitaus besser als der Gesamtmarkt. Der weltgrößte Chemiekonzern hat im Auftaktquartal einen kräftigen Umsatz- und Ergebnisrückgang eingefahren. Der Umsatz sank um 23 Prozent auf 12,2 Mrd. Euro, während das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter um 68 Prozent auf 375 Mio. Euro einbrach. Insgesamt konnte das Zahlenwerk aber überzeugen. Anteilsscheine von MAN (+2,4 Prozent) standen ebenfalls weit oben auf der Einkaufliste der Anleger. Wie der Industriekonzern mitteilte, hat er im ersten Quartal aufgrund des weltweiten Konjunkturrückgangs einen Ergebniseinbruch erlitten. Die Erlöse verringerten sich dabei um 27 Prozent auf 2,56 Mrd. Euro. Das Ergebnis nach Steuern reduzierte sich von 322 Mio. auf 181 Mio. Euro. Die Schätzungen wurden dennoch übertroffen. Die
Aktie der Deutschen Lufthansa ging mit +3 Prozent in den Feierabend. Wie die Kranichlinie am Mittwoch kurz vor Handelsschluss bekannt gab, ist sie im ersten Quartal tief in die Verlustzone gerutscht. Im Gesamtjahr will der Konzern indes ein positives operatives Ergebnis erzielen. Der weltweiten Krisenstimmung zum Trotz hat der Dialysespezialist FMC im Auftaktquartal Umsatz und Ertrag erneut verbessern können. Der Gesamtumsatz legte um 2 Prozent auf 2,56 Mrd.
Dollar zu. Das Konzernergebnis stieg sogar um 7 Prozent auf 198 Mio. Dollar. Der Konzern rechnet für das Geschäftsjahr 2009 weiterhin mit einem Umsatz von mehr als 11,1 Mrd. Dollar. Das Ergebnis soll bei 850 bis 890 Mio. Dollar liegen. Die Aktie gewann 1,1 Prozent. Rote Vorzeichen waren indes bei Anteilsscheinen der Konzernmutter Fresenius (-0,2 Prozent) auszumachen. Das Unternehmen kann im ersten Quartal auf ein deutliches Umsatz- und Ergebnisplus blicken. So steigerte der Gesundheitskonzern seinen Umsatz zu Ist-Kursen um 21 Prozent auf 3,37 Mrd. Euro und das bereinigte Konzernergebnis zu Ist-Kursen um 10 Prozent auf 110 Mio. Euro.
In der zweiten Reihe schossen Wacker Chemie um rund 19 Prozent in die Höhe. Der Chemiekonzern musste im ersten Quartal aufgrund der weltweiten Rezession einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen. So sanken die Umsatzerlöse um 14 Prozent. Das Periodenergebnis brach ein auf 5,5 Mio. Euro, nach rund 130 Mio. Euro im Vorjahr. Insgesamt konnten die Erwartungen aber übertroffen werden. Die Optikerkette Fielmann hat im Auftaktquartal ebenfalls weniger verdient. Indes konnten die Erlöse um fast 4 Prozent gesteigert werden. Das Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit reduzierte sich dagegen um knapp 15 Prozent. Für das laufende Fiskaljahr ist der Konzern optimistisch, seine Marktposition weiter ausbauen zu können. Der Wert zog um 3,4 Prozent an. Für HUGO BOSS ging es um 0,9 Prozent nach oben. Zuvor wurde bekannt, dass der Modekonzern im letzten Vierteljahr einen Umsatzrückgang auf 484 Mio. Euro verzeichnet hat, nach 510 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis sank dagegen nur leicht um 2 Prozent.
Im TecDAX waren insbesondere SMA Solar (+12,9 Prozent), Rofin-Sinar (+11,8 Prozent) und SolarWorld (+8,7 Prozent) gesucht. Infineon rückten um 6,1 Prozent vor. Der Halbleiterhersteller hat im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang in Höhe von 29 Prozent hinnehmen müssen. Unter dem Strich wurde im Berichtsquartal ein Konzernfehlbetrag von 258 Mio. Euro verbucht, nach einem Minus von 1,96 Mrd. Euro im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet Infineon einen Umsatzrückgang von mehr als 20 Prozent. Ferner geht man davon aus, dass das Segmentergebnis in Summe signifikant zurückgeht und im negativen Bereich bleibt. Die Aktie von Wirecard war ebenfalls gesucht und konnte 5,5 Prozent zulegen. Der Anbieter für elektronische Zahlungs- und Risikomanagementlösungen hat seine Erlöse im ersten Quartal um 20 Prozent und das EBIT um 18 Prozent steigern können.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Freitag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 8.212,41 Punkten um 0,54 Prozent zunahm, zog die Nasdaq um 0,11 Prozent auf 1.719,20 Zähler an. Der S&P 500 kletterte um 0,54 Prozent und schloss bei 877,52 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.203.00 Punkten (+22,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.403,50 Punkten (+5,00 Punkte) und der S&P Future bei 878,80 Zählern (+2,70 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute infolge der positiven Entwicklung der US-Börsen freundlich. In Japan blieben heute aufgrund eines Feiertags (Tag des Grüns) die Börsen geschlossen.
In China notieren die Aktienmärkte mit grünen Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 4,18 Prozent im Plus bei 16.169,10 Punkten, während der Shanghai Composite um 2,75 Prozent zulegt auf 2.545,75 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,18 Prozent auf 122,58 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.807 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 4.819,00 Zählern (+1,3 Prozent).
In Italien stehen heute die Erzeugerpreise zur Veröffentlichung an. Aus den USA werden heute die Bauausgaben und anstehenden Hausverkäufe gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Barnes Group Inc., Emerson Electric Co., Estée Lauder Companies Inc., FMC Corp., GDF SUEZ S.A., GWB Immobilien AG, Loews Corp., Plambeck Neue Energien AG, QIAGEN N.V., Sprint Nextel Corp., Tipp24 AG und Tyson Foods Inc. an.
Wichtige Meldungen:
Der amerikanische IT-Dienstleister Affiliated Computer Services Inc. (ACS) meldete, dass er seinen Umsatz im dritten Fiskalquartal 2008/09 um 5 Prozent steigern konnte und damit auch die Gewinnerwartungen geschlagen hat.
Die amerikanische Ingram Micro Inc. (ISIN US4571531049/ WKN 903027), der weltgrößte Großhändler für Produkte der Informationstechnologie, meldete, dass sie im ersten Quartal 2009 einen Umsatz- und Gewinnrückgang erwirtschaftet hat.
Der kriselnde US-Automobilkonzern Chrysler LLC hat Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Im Anschluss daran gaben Chrysler und der italienische Automobil- und Industriekonzern Fiat S.p.A. (ISIN IT0001976403/ WKN 860007) eine Allianz bekannt, die durch US-Staatshilfen unterstützt wird. (04.05.2009/ac/n/m)