Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Stimmung auf dem Frankfurter Parkett war am letzten Handelstag der Woche recht positiv. Der
Dax konnte am Freitag die 5.000er-Marke im Tagesverlauf einige Male hinter sich lassen. Letztendlich blieb aber nur ein Plus von 0,16 Prozent auf 4.940,82 Indexpunkte. Der
MDAX verlor dagegen 0,38 Prozent auf 5.745,38 Zähler. Für den SDax ging es um 1,29 Prozent nach oben auf 2.903,28 Punkte. Der
TecDax gewann 0,41 Prozent auf 630,86 Zähler.
Das US-Handelsministerium hat seine zweite Schätzung zur Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal vorgelegt und dabei seine vorläufigen Angaben revidiert. Gegenüber dem Vorquartal schrumpfte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft demnach um 5,7 Prozent, während vorläufig sogar ein Minus von 6,1 Prozent ausgewiesen worden war. Volkswirte hatten für den Berichtszeitraum lediglich einen BIP-Rückgang um 5,5 Prozent erwartet. Wie aus einer Umfrage der University of Michigan hervorgeht, hat sich das Verbrauchervertrauen in die Wirtschaftsentwicklung im Mai überraschend verbessert. Dagegen hat die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager für Mai einen deutlichen Rückgang beim saisonbereinigten Konjunktur-Index ermittelt, während Volkswirte mit einem Anstieg gerechnet hatten. Zum Xetra-Schluss lagen die US-Börsen leicht im Minus.
Bayer gewannen an der DAX-Spitze 3,6 Prozent. Wie der Pharmakonzern mitteilte, hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA mit einem "Complete Response Letter" zum Zulassungsantrag für Rivaroxaban von Bayer zur Prävention von Venenthrombosen nach Hüft- und Kniegelenkersatz-Operationen Stellung genommen und zusätzliche Informationen zur Entscheidung angefordert. Dabei seien keine neuen Studien zur Überprüfung der Wirksamkeit oder Sicherheit erforderlich. Auf den Plätzen folgten die Deutsche Börse, Beiersdorf und ThyssenKrupp. Anteilsscheine der Deutschen Bank zählten mit +1,6 Prozent ebenfalls zu den Favoriten. Hier stand ein Pressebericht im Blick, dem zufolge sich die Spitzelaffäre bei dem Finanzinstitut offenbar immer mehr ausweitet. So ließ das Geldhaus offenbar im Rahmen eines Sicherheitskonzepts mehrere Deutsche-Bank-Manager und -Aufsichtsräte sowie externe Kritiker durch eine Detektei bespitzeln. Die beauftragten Ermittler seien dabei sowohl bei den Personen wie auch bei den eingesetzten Mitteln "entschieden zu weit" gegangen, wird eine mit den Vorgängen vertraute Person zitiert. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat inzwischen eine Sonderprüfung eingeleitet. Wie der Energieversorger E.ON bekannt gab, gehen seine Anteile am Block S des Braunkohlekraftwerks Lippendorf bei Leipzig (50 Prozent) und am Steinkohlekraftwerk Bexbach bei Homburg (8,3 Prozent) ins Eigentum der EnBW Energie Baden-Württemberg über. Die Transaktion ist Teil der von E.ON gegenüber der EU-Kommission zugesagten Maßnahmen zur Wettbewerbsförderung im Energiemarkt. E.ON gaben 1,1 Prozent ab. Die rote Laterne lag bei Siemens mit -2,1 Prozent. Daneben kamen Fresenius, RWE und Merck deutlich zurück.
Arcandor brachen im MDAX nach anfänglichen Gewinnen um annähernd 11 Prozent ein. Einem Pressebericht zufolge droht dem Konzern die Insolvenz. Demnach sprechen staatlich eingesetzte Wirtschaftsprüfer dem Unternehmen die nötige Substanz für die erhoffte Staatsbürgschaft ab, die den Angaben des Unternehmens zufolge Voraussetzung ist, um den Untergang abzuwenden. Zuvor hatte Konzernchef Karl-Gerhard Eick in einem Presseinterview erklärt, er rechne im Fall einer Insolvenz mit rund 1 Mrd. Euro Kosten für Staat und Sozialkassen. Dem Manager zufolge könne Arcandor im Fall der Bewilligung von staatlichen Bürgschaften mit zusätzlichen privatwirtschaftlichen Hilfen rechnen. Grüne Vorzeichen waren indes bei der Postbank (+0,6 Prozent) auszumachen. Wie das Geldhaus bekannt gab, hat sein Aufsichtsrat Stefan Jütte mit Wirkung zum 1. Juli 2009 zum neuen Vorstandsvorsitzenden berufen. Wie der im SDAX gelistete Ölfeldservicedienstleister C.A.T. oil mitteilte, hat er beim Umsatz im Auftaktquartal einen Rückgang von 65,9 Mio. Euro auf 53,8 Mio. Euro hinnehmen müssen. Unter dem Strich wurde ein Konzernverlust von -912.000 Euro ausgewiesen, nach einem Gewinn von 440.000 Euro im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang beim Nettoergebnis resultierte vor allem aus einer höheren Steuerbelastung. Die Aktie schloss 1,7 Prozent fester.
Im TecDAX stachen freenet mit einem satten Plus von 13,1 Prozent hervor. Weit abgeschlagen folgten Drägerwerk mit +5,1 Prozent und Conergy mit +4,5 Prozent. Gegen den positiven Trend verloren Nordex 6,1 Prozent. Abschläge von jeweils mehr als 3 Prozent waren bei SINGULUS und SOLON auszumachen.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Freitag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 8.500,33 Punkten um 1,15 Prozent zunahm, zog die Nasdaq um 1,29 Prozent auf 1.774,33 Zähler an. Der S&P 500 kletterte um 1,36 Prozent und schloss bei 919,14 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.530,00 Punkten (+42,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.440,50 Punkten (+5,00 Punkte) und der S&P Future bei 924,60 Zählern (+6,50 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute infolge der guten Entwicklung der US-Börsen freundlich. Nach der positiven Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 1,74 Prozent bei 9.688,02 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte ebenfalls grüne Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 2,77 Prozent im Plus bei 18.674,60 Punkten, während der Shanghai Composite um 1,29 Prozent zulegt auf 1.413,88 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,18 Prozent auf 119,58 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.044 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.014,50 Zählern (+0,5 Prozent).
In Australien steht heute der Einzelhandelsumsatz zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Kanada Erzeugerpreise und das BIP bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die persönlichen Einkommen und Auslagen, Bauausgaben sowie der ISM Index gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Altera Corp. an.
Wichtige Meldungen:
Dem US-Autohersteller General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) droht bei einer Insolvenz der Ausschluss aus dem Dow Jones. Weiteren Angaben zufolge haben die in der Autogewerkschaft United Auto Workers (UAW) organisierten Mitarbeiter des US-Autoherstellers den geforderten Zugeständnissen zur Sanierung des angeschlagenen Konzerns zugestimmt
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Der amerikanische Ölfeld-Servicedienstleister Baker Hughes Inc. meldete am Freitag, dass die Zahl der aktiven Bohrtürme in den USA gegenüber der Vorwoche leicht gefallen ist.
Der US-Halbleiterhersteller Marvell Technology Group Ltd. (ISIN BMG5876H1051/ WKN 930131) ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2009/2010 nach einem Umsatzeinbruch in die Verlustzone gerutscht. (01.06.2009/ac/n/m)