Ausblick: Stärkere Eröffnung erwartet
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte haben am Montag zumeist schwächer tendiert.
(Börsenkurse) Für den
DAX ging es bis Handelsschluss um 1,42 Prozent nach unten auf 5.004,72 Indexpunkte. Der
MDAX gab daneben 1,74 Prozent ab auf 5.819,18 Zähler. Gleichzeitig fiel der
SDAX um 1,16 Prozent zurück auf 2.922,10 Punkte. Der
TecDAX schloss mit 2,41 Prozent im Minus bei 635,69 Zählern.
Die US-Börsen lagen zum Xetra-Schluss deutlich im Minus. Mit dem Technologiekonzern Cisco Systems und dem Versicherer The Travelers wurden zwei neue Werte in den Leitindex Dow Jones aufgenommen. Der insolvente Autobauer General Motors und die angeschlagene Citigroup mussten dafür weichen. Marktbewegende Konjunkturdaten standen in den USA nicht auf dem Programm. Mit Spannung wird allerdings der Start der jährlichen Entwicklerkonferenz von Apple erwartet.
Die Volkswagen-Aktie konnte gegen den Trend an der DAX-Spitze 2,9 Prozent zulegen. Hier stand ein Pressebericht im Blick, dem zufolge sich der Emir aus Katar offenbar an der Sportwagenschmiede Porsche beteiligen will. Bislang sei allerdings kein Vertrag unterschrieben, da zwei Varianten verhandelt werden: Eine Beteiligung an Porsche und eine an Volkswagen. Porsche besitzt knapp 51 Prozent der VW-Anteile und hält mit Hilfe der Banken Aktienoptionen über weitere rund 24 Prozent. Um die Optionen in Aktien umzuwandeln, müssten die Stuttgarter den Kreditinstituten die Papiere abkaufen. Dafür fehle derzeit aber das Geld. Wenn der Emir das Paket der Aktienoptionen erwirbt, wäre Porsche einen Großteil der rund 9 Mrd. Euro Schulden los. Außerdem wurde bekannt, dass die VW-Tochter AUDI im Mai einen Absatzrückgang um gut 6 Prozent verzeichnet hat. In China habe die Marke mit den vier Ringen unterdessen den dritten Rekordmonat in Folge erzielt. BMW gewannen nach anfänglichen Verlusten 0,2 Prozent. Die Münchner haben zuvor einen Absatzrückgang für Mai bekannt gegeben. Demnach sank der Absatz um 18,3 Prozent. BMW habe seinen Marktanteil im Premium-Segment gegenüber den relevanten Wettbewerbern in diesem Zeitraum jedoch weiter ausbauen können. Daimler indes zählten mit einem Minus von 3,4 Prozent zu den größten Verlierern. Mercedes-Benz Cars musste im Mai erneut einen Absatzrückgang ausweisen. Im Berichtszeitraum ging der Absatz um 12,4 Prozent zurück. In China gelang Mercedes-Benz erneut ein Absatzrekord. E.ON verloren 1,1 Prozent. Der Energieversorger gibt dreizehn seiner bayerischen Wasserkraftwerke am Inn mit einer Gesamtleistung von 312 Megawatt an den österreichischen Konkurrenten Verbund ab. E.ON erhalte im Gegenzug über einen Zeitraum von 20 Jahren Strombezugsrechte sowie einen Barausgleich. ThyssenKrupp schlossen mit 3,2 Prozent im Minus, obwohl die Konzerntochter Uhde einen Großauftrag aus Katar erhalten hat. Demnach wurde Uhde von Qatar Petrochemical mit der Errichtung einer Hochdruckpolyethylen-Anlage mit einer Produktionskapazität von 300.000 Jahrestonnen beauftragt. Der Auftragswert für Uhde wurde auf ca. 550 Mio. Dollar beziffert. Anteilsscheine der Deutschen Bank verloren 2,4 Prozent. Einem Pressebericht zufolge forciert das Geldhaus die Übernahme der Deutschen Postbank, für die es im MDAX um über 7 Prozent aufwärts ging. Laut dem Artikel hat die Deutsche Bank in den vergangenen Wochen und Monaten weitere Postbank-Aktien am Markt erworben und sich damit deutlich der Marke von 30 Prozent angenähert, über der sie ein öffentliches Übernahmeangebot machen müsste. Der deutsche Branchenprimus hatte im Februar 22,9 Prozent an der Postbank vom Mehrheitseigner Deutsche Post (-2,1 Prozent) übernommen.
Im MDAX zogen wieder einmal Arcandor alle Blicke auf sich. Sorgen vor einer Insolvenz ließen den Wert um rund 44 Prozent einbrechen. Presseangaben zufolge kann der angeschlagene Konzern nicht mehr mit einer Staatsbürgschaft aus dem "Wirtschaftsfonds Deutschland" rechnen. So habe sich der Lenkungsausschuss des Bundes gegen Bürgschaften und Kredithilfen für Arcandor entschieden. Nun müsse die Regierung noch eine Entscheidung über einen Rettungsbeihilfekredit über 437 Mio. Euro treffen. Diese Entscheidung werde bis spätestens Mittwoch erwartet. Unterdessen hat Arcandor einem weiteren Bericht zufolge nach dem Scheitern der Staatsbürgschaft ein neues Rettungskonzept erarbeitet. Kernpunkt seien mögliche Zugeständnisse der bedeutendsten Kreditgeber. LANXESS fielen daneben um gut 4 Prozent zurück. Zuvor wurde bekannt, dass der Spezialchemiekonzern die Chemiegeschäfte und Anlagen des indischen Unternehmens Gwalior Chemical für einen Kaufpreis von 82,4 Mio. Euro inklusive Schulden übernimmt. Zudem erwirbt LANXESS die Geschäfte und Produktionsanlagen der chinesischen Jiangsu Polyols Chemical für eine nicht genannte Summe. Der im SDAX gelistete Online-Broker comdirect hat im Mai weniger Wertpapierorders als im Vormonat ausgeführt. Dagegen konnte die Kundengesamtzahl gesteigert werden. Die Aktie verlor 0,6 Prozent.
Im TecDax brachen gestern JENOPTIK an letzter Stelle um 5,7 Prozent ein. Kursverluste von jeweils mehr als 5 Prozent erlitten außerdem Nordex, AIXTRON und SOLON. Phoenix Solar avancierten mit +2,2 Prozent zum Spitzenreiter.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Montag uneinheitlich. Während der Dow Jones mit 8.764,49 Punkten um 0,02 Prozent zunahm, ging die Nasdaq um 0,38 Prozent auf 1.842,40 Zähler zurück. Der S&P 500 schrumpfte um 0,10 Prozent und schloss bei 939,14 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Minus. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.729,00 Punkten (-30,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.488,25 Punkten (-2,25 Punkte) und der S&P Future bei 936,10 Zählern (-2,70 Punkte). (Aktienkurse)
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute infolge der unentschlossenen Vorgaben der US-Börsen schwächer. Nach der positiven Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Minus von 1,00 Prozent bei 9.767,38 Punkten. (Börsenkurse Asien)
In China zeigen die Aktienmärkte ebenfalls rote Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,28 Prozent im Minus bei 18.020,45 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,77 Prozent nachgibt auf 2.746,94 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,29 Prozent auf 118,16 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.028 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.031,00 Zählern (-0,2 Prozent).
In Deutschland stehen heute die Außenhandelsdaten, Arbeitskosten und die Produktion im produzierenden Gewerbe zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Japan der Frühindikator bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Großhandelsdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Korn/Ferry International, Movado Group Inc., Rex Stores Corp. und Talbots Inc. an.
Wichtige Meldungen:
Der angeschlagene Warenhaus- und Touristikkonzern Arcandor AG hat am Montag erneute Gespräche wegen weiterführender Zusagen im Zusammenhang mit der beantragten Rettungsbürgschaft angekündigt.
Der US-Technologiekonzern Apple Inc. (ISIN US0378331005/ WKN 865985) hat am Montag anlässlich der Entwicklerkonferenz World Wide Developers Conference 2009 (WWDC) in San Francisco neue Notebook-Modelle vorgestellt.
Die Hypo Real Estate Holding AG (HRE) (ISIN DE0008027707/ WKN 802770) gab am Montag bekannt, dass der Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin seit heute 90 Prozent der HRE-Aktien hält und nun ein Squeeze-Out-Verfahren zum Ausschluss der Minderheitsaktionäre einleiten will.
Der zum European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) gehörenden Tochter Airbus droht die erste Abbestellung seines Superjumbos A380. Dies berichtet die "WirtschaftsWoche" am Montag in ihrer Online-Ausgabe. (Aktienkurse)(09.06.2009/ac/n/m)