Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt
(Börsenkurse) hat sich gestern den vierten Tag in Folge mit Gewinnen in den Feierabend verabschiedet. Der
DAX verbesserte sich am Ende um 0,58 Prozent und schloss bei 4.957,19 Indexpunkten. Der
MDAX kletterte daneben um 0,68 Prozent auf 5.872,91 Zähler. Der
SDAX zog um 0,57 Prozent an auf 2.929,01 Punkte. Gleichzeitig schob sich der
TecDAX um 0,88 Prozent vor auf 648,57 Zähler.
Die gestern Mittag vom finnischen Mobiltelefonhersteller Nokia vorgelegten Quartalszahlen haben nicht überzeugt. Allerdings konnte die amerikanische Großbank JPMorgan ihren Nettogewinn im zweiten Quartal um rund 36 Prozent auf 2,72 Mrd. Dollar steigern und die Schätzungen damit klar schlagen. An der NYSE lag die Aktie zum Xetra-Schluss dennoch mit gut 1 Prozent im Minus. Daneben rissen Sorgen vor einer Pleite des Finanzdienstleisters CIT Group das Papier um rund 70 Prozent in die Tiefe. Laut Angaben des US-Arbeitsministeriums ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche um 47.000 auf 522.000 gesunken, während Volkswirte nur eine Abnahme auf 553.000 prognostiziert hatten. Wie die Fed-Regional-Notenbank von Philadelphia mitteilte, hat sich der an den US-Finanzmärkten viel beachtete Geschäftsklimaindex im Juli unerwartet deutlich verschlechtert. Zum Xetra-Schluss boten die US-Börsen dann auch ein etwas schwächeres Bild.
Volkswagen konnten im DAX-Mittelfeld 1,1 Prozent zulegen. Porsche gewannen im breiten Markt 4,3 Prozent. Der Wolfsburger Autobauer steht Presseangaben zufolge offenbar kurz vor dem Einstieg bei dem Sportwagenhersteller. Demnach hätten sich die Porsche-Eigner grundsätzlich auf ein Modell für einen integrierten Konzern geeinigt. Volkswagen solle dabei rund 49 Prozent an Porsche erhalten. Ein formaler Beschluss fehle aber noch. Das Konzept entspräche den Plänen des VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch, der zugleich Miteigentümer von Porsche ist. Ferner hieß es, dass sich Porsche-Chef Endelin Wiedeking nach dem Scheitern seines Vorhabens, die Macht bei Volkswagen zu übernehmen, auf seinen Rückzug vorbereite. Am Donnerstag war in der Presse zu lesen, dass das Ausscheiden von Wiedeking bereits feststehe, was jedoch von einem Porsche-Sprecher energisch dementiert wurde. Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa schlossen mit einem Plus von 1,8 Prozent. Angesichts der Krise in der internationalen Luftfahrtindustrie sieht sich die Fluggesellschaft offenbar zu massiven Einsparungen genötigt. Einem Pressebericht zufolge habe der Passage-Vorstand der Lufthansa, Christoph Franz, die Belegschaft in einem Brief auf einen drastischen Sparkurs eingestimmt. Der Kranich-Konzern wolle "nachhaltig" - also auf Dauer angelegt - die Kosten bei der "Passage", dem Passagierverkehr, um jährlich 1 Mrd. Euro senken. Die Aktie des Handelskonzerns METRO avancierte mit einem Aufschlag von 3,5 Prozent zum DAX-Spitzenreiter. K+S standen nach einem negativen Analystenkommentar anfänglich noch unter Druck. Am Ende schloss der Wert aber mit 1,9 Prozent im Plus. Einem Medienbericht zufolge könnte der brasilianische Bergbaugigant Vale den amerikanischen Düngemittelhersteller Mosaic für 25 Mrd. Dollar schlucken. Weitere Gewinner waren unter anderem Salzgitter (+2,9 Prozent) und MAN (+2,3 Prozent). E.ON gaben an letzter Stelle 1,3 Prozent ab.
Im MDAX machten insbesondere Continental (+6,5 Prozent), HUGO BOSS (+6,4 Prozent) und LANXESS (+3,7 Prozent) mit satten Zuwächsen auf sich aufmerksam. Fraport schlossen 2,4 Prozent fester. Der Flughafenbetreiber hat zuvor eine Absichtserklärung mit der russischen Stadt St. Petersburg unterzeichnet. Damit habe Fraport die besten Chancen, ab 2010 die Verantwortung für den Betrieb des viertgrößten russischen Flughafens Pulkovo zu übernehmen. Celesio zogen um 1,7 Prozent an, nachdem bekannt wurde, dass der Konzern das belgische Großhandelsunternehmen Laboratoria Flandria übernimmt, wodurch Celesio zum zweitgrößten Pharmagroßhändler in Belgien werde. Wie die Deutsche Postbank (+0,8 Prozent) mitteilte, hat sie sich von ihrer Fondsverwaltung getrennt. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. (Aktienkurse)
Im TecDAX konnten Conergy nahtlos an die starke Vortagesentwicklung anknüpfen und am Ende 14,5 Prozent zulegen. Infineon gewannen daneben 11,8 Prozent. Der Halbleiterspezialist gab zuvor eine Bezugsrechtsemission für bis zu 337 Millionen Aktien für einen Bezugspreis von 2,15 Euro je Aktie bekannt. Die BaFin habe die erforderliche Genehmigung des Prospekts erteilt. Weit abgeschlagen folgten unter anderem die Software AG mit +4,4 Prozent und Rofin-Sinar mit +3,5 Prozent. AIXTRON brachen auf der Gegenseite um gut 10 Prozent ein.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Donnerstag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 8.711,82 Punkten um 1,11 Prozent zunahm, zog die Nasdaq um 1,19 Prozent auf 1.885,03 Zähler an. Der S&P 500 kletterte daneben um 0,86 Prozent und schloss bei 940,74 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Minus. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.641,00 Punkten (-28,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.507,50 Punkten (-5,25 Punkte) und der S&P Future bei 934,00 Zählern (-1,70 Punkte). (Börsenkurse USA)
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute infolge der freundlichen Vorgaben der US-Börsen stärker. Nach der positiven Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 0,60 Prozent bei 9.400,26 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte ebenfalls grüne Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,42 Prozent im Plus bei 18.621,74 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,14 Prozent anzog auf 3.188,08 Punkte.(Börsenkurse Asien)
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,02 Prozent auf 121,69 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.011 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.017,50 Zählern (+0,3 Prozent).
In Japan steht heute der Frühindikator zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Italien die Industrieaufträge und -umsätze sowie in der EU die Handelsbilanz bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Wohnbaubeginne und Wohnbaugenehmigungen gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei A. O. Smith Corp., Bank of America Corp., BB&T Corp., Citigroup Inc., General Electric Co., Marshall & Ilsley Corp., Mattel Inc., Georg Fischer AG, OMV AG und Pernod Ricard S.A. an.
Wichtige Meldungen:
Der US-amerikanische Serverspezialist Sun Microsystems Inc. teilte am Donnerstag mit, dass die Aktionäre des Unternehmens der mit Oracle Corp. (ISIN US68389X1054/ WKN 871460) abgeschlossenen Übernahmevereinbarung bei einer außerordentlichen Sitzung zugestimmt haben.
Der US-Technologiekonzern International Business Machines Corp. (IBM) (ISIN US4592001014/ WKN 851399) gab am Donnerstag nach Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal 2009 bekannt. Unternehmensangaben zufolge belief sich der Gewinn im Berichtszeitraum auf 3,1 Mrd. Dollar bzw. 2,32 Dollar je Aktie und der Umsatz auf 23,3 Mrd. Dollar. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern einen Gewinn von 2,8 Mrd. Dollar bzw. 1,97 Dollar je Aktie sowie einen Umsatz von 26,8 Mrd. Dollar erwirtschaftet.
Der Internet-Suchmaschinenbetreiber Google Inc. (ISIN US38259P5089/ WKN A0B7FY) legte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal 2009 vor. Demnach stieg der Nettogewinn im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,25 Mrd. Dollar bzw. 3,92 Dollar je Aktie auf 1,48 Mrd. Dollar bzw. 4,66 Dollar je Aktie. (17.07.2009/ac/n/m)