Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt musste am Mittwoch kräftig Federn lassen. Der Dax sackte am Ende um 2,09 Prozent ab und schloss bei 5.851,53 Punkten. Der MDAX fiel daneben um 1,77 Prozent zurück auf 7.750,30 Stellen. Für den SDAX ging es um 0,73 Prozent nach unten auf 3.731,31 Punkte. Gleichzeitig verlor der TecDax 1,53 Prozent auf 826,27 Zähler.
Die US-Börsen lagen zum Xetra-Schluss mit bis zu 1,9 Prozent im Minus. Hintergrund sind unter anderem Sorgen vor einer restriktiveren Geldpolitik in China. Die Bank of America (+0,2 Prozent) hat im vierten Quartal einen Nettoverlust von 5,20 Mrd. Dollar bzw. 60 Cents je Aktie erlitten und die Erwartungen verfehlt. Wie Morgan Stanley (-1,3 Prozent) bekannt gab, konnte man im vierten Quartal einen Gewinn verbuchen. Aber auch hier sind die Schätzungen nicht erfüllt worden. Wells Fargo gaben trotz eines überraschenden Quartalsgewinns zuletzt rund 1 Prozent ab. Besser als erwartet abgeschnitten hat auch die Bank of New York Mellon (+1,8 Prozent).
Laut Angaben des US-Arbeitsministeriums sind die amerikanischen Erzeugerpreise im Dezember mit vermindertem Tempo angestiegen. Binnen Monatsfrist erhöhten sich die Preise um 0,2 Prozent. Die Kernrate blieb indes unverändert. Volkswirte hatten im Vorfeld ein stabiles Preisniveau bzw. eine Steigerung von 0,1 Prozent prognostiziert. Wie das Handelsministerium in Washington bekannt gab, haben die Wohnbaubeginne im Dezember einen unerwartet kräftigen Rückgang verzeichnet. Allerdings wurden überraschenderweise mehr Baugenehmigungen für Privathäuser erteilt.
Die Aktie des Chip-Konzerns Infineon schloss mit 0,4 Prozent im Minus und hielt sich damit deutlich besser als der Gesamtmarkt. Papiere des Nutzfahrzeugherstellers MAN gingen quasi unverändert in den Feierabend. Wie zuvor bekannt wurde, baut der Konzern aufgrund der steigenden Nachfrage nach Nutzfahrzeugen in Lateinamerika und insbesondere in Brasilien seine Kapazität im brasilianischen Werk Resende aus und führt ab März 2010 eine dritte Schicht ein. Anteile der Deutschen Börse bröckelten um 1,8 Prozent ab. Wie der Börsenbetreiber am Vorabend erklärte, überprüft er derzeit Geschäfts- und Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte auf Wertminderung. In diesem Zusammenhang wird ein Wertminderungsaufwand von rund 420 Mio. Euro für 2009 erwartet. Der Konzern rechnet damit, dass diese Minderung im Jahr 2009 zu einer Steuerentlastung von rund 180 Mio. Euro führt. Schwächster Wert waren K+S mit einem satten Abschlag von 4,7 Prozent. Ferner gaben BASF 3,3 Prozent und die Commerzbank 3,2 Prozent ab. Merck zogen gegen den schwachen Trend um 2,1 Prozent an.
Wie in der Presse zu lesen war, haben Wirtschaftsprüfer offenbar schwere Vorwürfe gegen den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS erhoben. Demnach prangern die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) beim Militär-Airbus A400M fehlende Kostenkontrolle an. Der von den sieben Abnehmerstaaten in Auftrag gegebene Prüfbericht schwäche die Verhandlungsposition des Konzerns im Poker mit den Abnehmerstaaten, die 180 Maschinen zum Fixpreis von 20 Mrd. Euro kaufen wollen, ganz erheblich. Airbus bezeichnet intern Mehrkosten von angeblich 11 Mrd. Euro als Existenzgefährdung und droht die Einstellung des Projekts an, sollten die Staaten nicht zuzahlen, hieß es. Die EADS-Aktie gab im MDAX 0,6 Prozent ab. LANXESS stachen am Indexende mit einem Minus von 5,1 Prozent ins Auge. Pfleiderer konnten indes um 2,9 Prozent vorrücken. Der Hersteller von Holzwerkstoffen, Oberflächenveredelungen und Laminatfußböden hat seinen Aktienverkauf erfolgreich abgeschlossen.
Titel des Biotechnologiekonzerns MorphoSys zogen im TecDAX um 2,9 Prozent an. MorphoSys und Wacker Chemie erweitern ihre bestehende Zusammenarbeit bezüglich der Nutzung der Wacker-Sekretionstechnologie ESETEC. Demnach kann MorphoSys die Wacker-Technologie nun auch zur Produktion von Antigenen verwenden. AIXTRON schlossen mit 4,3 Prozent im Plus, nachdem der US-amerikanische LED-Beleuchtungsspezialist Cree am Vorabend unerwartet starke Zahlen vorgelegt hat. Spitzenreiter waren Manz mit +5,1 Prozent. Phoenix Solar gaben als Schlusslicht 6 Prozent ab. Schlecht war es aber unter anderem auch um SMA Solar (-5,9 Prozent), SolarWorld (-5,8 Prozent) und Roth & Rau (-4,2 Prozent) bestellt.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 10.603,15 Punkten um 1,14 Prozent abnahm, ging der Nasdaq Composite um 1,26 Prozent auf 2.291,25 Zähler zurück. Der S&P 500 fiel daneben um 1,06 Prozent und schloss bei 1.138,04 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 10.579,00 Punkten (+22,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.872,00 Punkten (+5,00 Punkte) und der S&P Future bei 1.136,20 Zählern (+3,20 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich angesichts der schlechten Vorgaben der US-Börsen uneinheitlich. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 1,22 Prozent bei 10.868,41 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte unterschiedliche Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 1,14 Prozent im Minus bei 21.042,96 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,22 Prozent anzieht auf 3.158,86 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,15 Prozent auf 122,85 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Kursgewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.892 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.903,75 Zählern (+0,3 Prozent).
In Japan stehen heute die Frühindikatoren zur Veröffentlichung an. Ferner wird in der EU der Monatsbericht der EZB bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Frühindikatoren, der Philadelphia Fed Index und Ölmarktbericht gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Advanced Micro Devices Inc., Affiliated Computer Services Inc., American Express Co., Burlington Northern Santa Fe Corp., Consolidated Edison Inc., Continental Airlines Inc., Fairchild Semiconductor International Inc., Fifth Third Bancorp, Freeport-McMoRan Copper & Gold Inc., Goldman Sachs Group Inc., Google Inc., KeyCorp, Legg Mason Inc., PNC Financial Services Group Inc., Southwest Airlines Co., Union Pacific Corp., UnitedHealth Group Inc., Western Digital Corp., Xerox Corp. und Ahold N.V. an.
Wichtige Meldungen:
Die Seagate Technology Inc. hat am Mittwochabend nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2009/10 präsentiert, wonach das Ergebnis deutlich gesteigert wurde.
Die US-amerikanische Starbucks Corp. hat am Donnerstag nach Börsenschluss die Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2009/10 bekannt gegeben. Der Nettogewinn wurde mit 241,5 Mio. Dollar oder 0,32 Dollar je Aktie angegeben. Im Vorjahreszeitraum hatte Starbucks einen Gewinn von 64,3 Mio. Dollar bzw. 0,09 Dollar je Anteilschein erwirtschaftet.
Das Internet-Auktionshaus eBay Inc. gab am Mittwoch die Zahlen für das vierte Quartal 2009 bekannt. Der Nettogewinn belief sich auf 1,354 Mrd. Dollar oder 1,02 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal wurde ein Nettoergebnis von 367,2 Mio. Dollar oder 0,29 Dollar je Anteilschein erzielt. (21.01.2010/ac/n/m)