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27.05.2009 08:42

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Ausblick: Stärkere Eröffnung erwartet, Polo Ralph Lauren meldet Zahlen

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Gestützt auf überaus starke Vorgaben der New Yorker Leitbörse haben sich die deutschen Standardwerte gestern mehrheitlich mit Kursgewinnen in den Feierabend verabschiedet. Über weite Strecken des Tages waren allerdings klar die Bären am Ruder. So lag der Dax zeitweise mit 2,5 Prozent hinten. Letztendlich schloss der deutsche Leitindex aber mit einem Plus von 1,37 Prozent bei 4.985,60 Punkten. Dem MDAX blieb der Sprung in die Pluszone indes verwährt. Der Auswahlindex gab 0,59 Prozent auf 5.750,72 Zähler ab. Der SDAX fiel daneben um 0,81 Prozent auf 2.872,60 Punkte zurück. Der TecDax konnte 0,56 Prozent zulegen auf 630,24 Zähler.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ist die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2009 mit beschleunigtem Tempo geschrumpft. Das BIP sank gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 3,8 Prozent, nach einem Minus von 2,2 Prozent im Vorquartal. Laut Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat sich das Konsumklima stabilisiert. Der Gesamtindikator prognostiziert nach 2,5 Zählern im Mai für Juni ebenfalls 2,5 Punkte und weist damit seit März dieses Jahres keinerlei Veränderung auf. Das Niveau bleibt aber nach wie vor insgesamt eher niedrig.

Die US-Börsen sind schwungvoll aus dem verlängerten Wochenende gestartet. Wie gestern Nachmittag bekannt wurde, hat die Federal Reserve Bank of Chicago für April einen Zuwachs beim National Activity Index ermittelt. Maßgeblichen Anteil an der starken Entwicklung der Wall Street haben insbesondere die jüngsten Daten zum Verbrauchervertrauen. Laut Angaben des Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board stieg der entsprechende Index im Mai von 40,8 Zählern auf 54,9 Punkte. Damit erreicht der Index seinen höchsten Stand seit acht Monaten. Volkswirte hatten zuvor lediglich einen Stand von 42,6 Punkten erwartet. Zum Handelsschluss in Deutschland lagen der Dow Jones mit 2 Prozent und der Nasdaq Composite mit 2,7 Prozent vorne.

Das Papier der Deutschen Bank hat sich im gestrigen Tagesverlauf deutlich von seinen Tiefstständen erholen können und ist am Ende mit +2,6 Prozent aus der Sitzung gegangen. Der Vorstandschef Joseph Ackermann hat die Aktionäre im Rahmen der Hauptversammlung auf einen weiterhin schwierigen Geschäftsverlauf eingestimmt. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen und dem im Zuge der weltweiten Finanzkrise zu erwartenden Wandel innerhalb der Finanzbranche sieht Ackermann mittelfristig gute Perspektiven für Deutschlands größtes Bankhaus. Daneben stand ein Pressebericht im Fokus, dem zufolge es auch bei den Frankfurtern zu einer unerlaubten Überwachung von Mitarbeitern gekommen sei. Das Papier der Commerzbank zog daneben um 1,3 Prozent an. Zum Spitzenreiter avancierten Daimler mit +4 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei folgten MAN (+3,8 Prozent) und die Münchener Rück (+2,8 Prozent). Für BASF ging es nach anfänglichen Verlusten um 1,7 Prozent aufwärts. Der weltgrößte Chemiekonzern hat Preiserhöhungen bei Butanol und den entsprechenden Derivaten angekündigt. Das Unternehmen verwies in diesem Zusammenhang auf die seit Jahresbeginn kontinuierlich steigenden Rohstoffkosten. Wie der Industriekonzern Siemens (+0,7 Prozent) mitteilte, hat er vom niederländischen Energieversorger Enecogen einen Auftrag für ein Gas- und Dampfkraftwerk erhalten. Den Angaben zufolge soll das Kraftwerk Ende 2011 mit einer Leistung von rund 870 Megawatt in Betrieb gehen. Der Wert des Auftrags beläuft sich auf rund 700 Mio. Euro. Mit -1,6 Prozent hatten Fresenius das Schlusslicht inne.

In der zweiten Reihe schlossen Arcandor 1,7 Prozent schwächer. Presseangaben zufolge liegen die Verhandlungen zwischen Arcandor und dem Einzelhandelskonzern METRO (+1,8 Prozent) über eine Gründung einer "Deutschen Warenhaus AG" auf Eis. Arcandor benötigt bis zum 12. Juni eine staatliche Bürgschaft über 650 Mio. Euro, um einen Kredit zu verlängern. Gelingt das nicht, ist der Konzern pleite. Unterdessen hat Karstadt-Chef Stefan Herzberg die Forderung nach Staatsbürgschaften für den angeschlagenen Essener Mutterkonzern in einem Zeitungsinterview eindringlich verteidigt. Der Baukonzern Bilfinger Berger wurde von der Deutschen Bahn als Konsortialführer mit der Errichtung von drei Tunnelbauwerken für die ICE-Neubaustrecke in Thüringen mit einer Gesamtlänge von rund zehn Kilometern beauftragt. Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich auf 290 Mio. Euro. Dabei entfallen 40 Prozent auf Bilfinger Berger. Der Wert schloss dennoch 0,4 Prozent schwächer. Nach einer negativen Analystenstudie brachen Papiere des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck um 6,1 Prozent ein. Wie der Fahrzeugvermieter Sixt bekannt gab, hat er in den ersten drei Monaten 2009 einen Verlust eingefahren. Das Ergebnis brach von 24,8 Mio. Euro auf -26,5 Mio. Euro ein. Der Gesamtumsatz fiel dabei um gut 7 Prozent auf rund 377 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet der Vorstand unverändert mit einem deutlich positiven EBT. Der im SDAX gelistete Wert schloss mit 4,9 Prozent im Plus.

Im TecDAX gewannen United Internet als Spitzenreiter 10,8 Prozent. freenet konnten die gestern Morgen markierten Höchststände nicht verteidigen und schlossen lediglich unverändert. Die United Internet-Tochter 1&1 und freenet haben einen Vertrag über den Kauf des freenet DSL-Geschäfts sowie eine Vereinbarung über die präferierte Zusammenarbeit im Vertrieb von DSL-Produkten geschlossen. Der Kaufpreis wurde auf rund 123 Mio. Euro beziffert. Mit an der Spitze fanden sich außerdem Rofin-Sinar (+7,9 Prozent), QSC (+7,2 Prozent) und Q-Cells (+2,6 Prozent). Infineon verloren 3 Prozent. Einem Pressebericht zufolge sind die Rettungschancen für die insolvente Speicherchip-Tochter Qimonda deutlich gesunken. So habe der Gouverneur der chinesischen Provinz Shangdong, Jiang Daming, in einem Brief an Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) mitgeteilt, die Provinz sei derzeit nicht an "einer vollständigen Übernahme" interessiert. Conergy kamen an letzter Stelle um 5,6 Prozent zurück.

Asiatische und US-Börsen:

Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Dienstag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 8.473,49 Punkten um 2,37 Prozent zunahm, zog die NASDAQ um 3,45 Prozent auf 1.750,43 Zähler an. Der S&P 500 wuchs um 2,63 Prozent und schloss bei 910,33 Zählern. Die Futures notieren derzeit uneinheitlich. So tendiert der Dow Jones Future bei 8.450,00 Punkten (-11,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.412,00 Punkten (+1,25 Punkte) und der S&P Future bei 907,80 Zählern (-0,90 Punkte).

Die größten Börsen in Asien entwickeln sich heute angesichts der guten Entwicklung der US-Börsen ebenfalls freundlich. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 1,33 Prozent bei 9.434,52 Punkten.

In China zeigen die Aktienmärkte ebenfalls grüne Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 4,71 Prozent im Plus bei 17.791,45 Punkten, während der Shanghai Composite um 1,76 Prozent zulegt auf 2.634,13 Punkte.

Der Markt heute:

Der Bund Future steigt bisher um 0,07 Prozent auf 119,31 Punkte.

Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.007 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.001,00 Zählern (+0,1 Prozent).

In Frankreich steht heute das Verbrauchervertrauen zur Veröffentlichung an. Ferner werden in der EU die Nfz-Neuzulassungen bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Hypothekenanträge, Verkäufe bestehender Häuser und der Ölmarktbericht gemeldet.

Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:

Quartalszahlen stehen heute bei American Eagle Outfitters Inc., AutoZone Inc., Brown Shoe Company Inc., Charming Shoppes Inc., Chico’s FAS Inc., Dollar Tree Inc., Polo Ralph Lauren Corp., Staples Inc., Zale Corp., ARQUES Industries AG, HORNBACH HOLDING AG und Schmack Biogas AG an.

Wichtige Meldungen:

Die amerikanische Take-Two Interactive Software Inc. gab am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Fiskalquartal 2008/09 bekannt. Dabei hat der Videospiele-Entwickler einen Verlust ausgewiesen, konnte aber dennoch die Erwartungen schlagen.

Die Fluggesellschaft Air Berlin plc (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) hat am Dienstagabend die Zahlen zum ersten Quartal 2009 veröffentlicht. Der Konzernumsatz der im SDAX notierten Billig-Airline ist in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 653,6 Mio. Euro auf 661,2 Mio. Euro gestiegen.

Beim angeschlagenen US-Autohersteller General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) rückt eine Insolvenz immer näher, nachdem in der Nacht die Frist für den geplanten Anleihetausch ablaufen wird und das Vorhaben aller Voraussicht nach wohl gescheitert ist. (27.05.2009/ac/n/m)

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