Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte haben am Donnerstag den Rückwärtsgang eingelegt. Der DAX, der zwischenzeitlich schon leicht im Plus gelegen hatte, verlor am Ende 0,39 Prozent auf 5.795,32 Punkte. Der MDAX schloss 0,40 Prozent fester bei 7.739,55 Zählern. Der SDAX gab 0,18 Prozent ab auf 3.718,56 Stellen. Daneben fiel der TecDax um 0,18 Prozent zurück auf 815,24 Punkte.
Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) bekannt gab, ist der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau im Januar geschrumpft. Demnach sank der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresmonat um real 3 Prozent. Hierbei schrumpfte die Binnennachfrage um 17 Prozent, wogegen die Bestellungen aus dem Ausland um 6 Prozent anzogen. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich November 2009 bis Januar 2010 ergibt sich insgesamt ein Minus von 3 Prozent im Vorjahresvergleich. Am Nachmittag hat die EZB das Zinsniveau bestätigt. Marktbeobachter hatten aufgrund der anhaltenden Kreditklemme vieler Unternehmen bereits im Vorfeld diese Entscheidung erwartet und gehen auch für die kommenden Monate von unveränderten Zinsen aus.
An der Wall Street waren zum Xetra-Schluss nach der Bekanntgabe zahlreicher Konjunkturdaten leichte Gewinne auszumachen. Unter anderem hat sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche um 29.000 auf 469.000 reduziert (Prognose: 470.000). Daneben hat sich die Produktivität im vierten Quartal um 6,9 Prozent verbessert, während vorläufig nur ein Plus von 6,2 Prozent ausgewiesen worden war. Volkswirte hatten im Vorfeld einen Anstieg um 6,3 Prozent erwartet. Die Lohnstückkosten schrumpften im Vorjahresvergleich um revidiert 5,9 (vorläufig: -4,4) Prozent. Wie ferner bekannt wurde, ist der Auftragseingang für Industriegüter im Januar angewachsen. Bei Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um revidiert 2,6 Prozent (vorläufig: +3,0 Prozent) über dem Vormonatsniveau. Beim Auftragseingang für Industriegüter wurde ein Plus von 1,7 Prozent ermittelt, während Volkswirte +1,8 Prozent erwartet hatten. Dagegen ist die Zahl der anstehenden Hausverkäufe im Januar gefallen. Wie die National Association of Realtors mitteilte, sank der entsprechende Index gegenüber dem Vormonat um 7,6 Prozent, wohingegen Volkswirte im Schnitt einen Anstieg um 1,0 Prozent prognostiziert hatten.
Papiere der Commerzbank gewannen an der DAX-Spitze 1,5 Prozent. Das Finanzinstitut hat weitere 26,25 Prozent an der ukrainischen Bank Forum erworben und damit seinen Anteil auf rund 89,3 Prozent ausgeweitet. Unternehmensangaben zufolge stammen die Aktien aus dem indirekten Besitz von Leonid Yurushev, der mit dem Verkauf aus dem Aktionärskreis der Bank Forum ausscheidet. Die Aktie der Deutschen Bank zog daneben um 1,4 Prozent an. Beiersdorf schlossen mit 0,4 Prozent im Plus. Der Konsumgüterkonzern musste im abgelaufenen Fiskaljahr einen deutlichen Gewinnrückgang ausweisen. Der Umsatz lag mit 5,75 Mrd. Euro unter dem Vorjahresniveau von 5,97 Mrd. Euro. Der organische Umsatzrückgang hatte bei 0,7 Prozent gelegen. Unter dem Strich verzeichnete Beiersdorf beim Jahresüberschuss einen Rückgang auf 380 Mio. Euro, nach 567 Mio. Euro im Vorjahr. Besonders zu leiden hatte der Konzern unter dem deutlichen Ergebnisrückgang bei der Klebstoffsparte tesa. Die Dividende solle von 90 Cent auf 70 Cent je Aktie reduziert werden. In den kommenden Jahren will Beiersdorf organisch stärker als der Markt wachsen. Auch die EBIT-Umsatzrendite soll weiter gesteigert werden. ThyssenKrupp gingen mit +0,1 Prozent in den Feierabend. Der Industriekonzern hat für seine Aufzugssparte einen Folgeauftrag aus Spanien erhalten. Demnach wurde ThyssenKrupp Elevator mit der Lieferung von 132 Fahrtreppen für die Metro Barcelona beauftragt. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht genannt. Die zum Automobilkonzern Daimler gehörende Mercedes-Benz Cars hat im Februar einen Absatzanstieg verzeichnet. Demnach wurden insgesamt 78.700 Modelle abgesetzt, was einem Plus von 8,9 Prozent entspricht. Dabei verzeichnete man bei der Kernmarke Mercedes-Benz einen Anstieg von 13,4 Prozent auf 72.100 Fahrzeuge, während man beim "smart" ein deutliches Minus von 23,9 Prozent auf 6.600 Modelle hinnehmen musste. Der Wert verlor leicht. Linde kamen um 0,7 Prozent zurück. Der Technologiekonzern hat zuvor die Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr 2009 vorgelegt. Die Erlöse sanken um 11,5 Prozent auf 11,21 Mrd. Euro. Beim Nachsteuerergebnis nach Anteilen Dritter wurde ein Gewinn von 591 Mio. Euro verzeichnet, nach 717 Mio. Euro im Vorjahr. Für das abgelaufene Fiskaljahr soll eine im Vergleich zum Vorjahr unveränderte Dividende von 1,80 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Der Aufsichtsrat des Chemiekonzerns BASF hat den Dividendenvorschlag des Vorstands genehmigt. Demnach werde der am 29. April 2010 stattfindenden Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 1,70 Euro je Aktie vorgeschlagen, nachdem man im Vorjahr noch 1,95 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet hatte. Im Fiskaljahr 2009 hatte der Konzern unter der schwierigen wirtschaftlichen Situation zu leiden gehabt. Außerdem war das Ergebnis im Krisenjahr durch Aufwendungen für die Ciba-Akquisition und -Integration belastet. BASF verloren 1,2 Prozent. K+S büßten ebenfalls 1,2 Prozent ein.
Papiere des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 verloren im MDAX 0,4 Prozent. Das Unternehmen konnte dank eines nachhaltigen Kostenmanagements und der guten Performance im vierten Quartal im Geschäftsjahr 2009 in die Gewinnzone zurückkehren. Die Erlöse sanken um 5,5 Prozent auf 2,76 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss nach Ergebnisanteilen anderer Gesellschafter erhöhte sich von -119,1 Mio. Euro im Vorjahr auf +144,5 Mio. Euro. Das bereinigte Konzernergebnis (Underlying Net Income) verbesserte sich um 23,9 Prozent auf 184,8 Mio. Euro. Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat auch für das Geschäftsjahr 2009 eine Dividende in Höhe von 0,02 Euro je Vorzugsaktie empfehlen. Die Deutsche Börse hat am Vorabend einige Indexveränderungen verkündet. So werden CURANUM (-1,9 Prozent) und ARQUES (-4,1 Prozent) den SDAX verlassen. Dafür werden Balda und Amadeus Fire neu in den Index aufgenommen.
Im TecDAX werden die Anteilsscheine von Rofin-Sinar (+2,9 Prozent) durch die Aktie von SINGULUS ersetzt. Diese Änderungen werden zum 22. März 2010 wirksam. An der Spitze schossen Drägerwerk um 7,6 Prozent in die Höhe. Q-Cells gaben nach der fulminanten Vortagesentwicklung 4,2 Prozent ab.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Donnerstag mit Kursgewinnen. Während der Dow Jones mit 10.444,14 Punkten um 0,46 Prozent zunahm, zog der Nasdaq Composite um 0,51 Prozent an auf 2.292,31 Zähler. Der S&P 500 stieg daneben um 0,37 Prozent und schloss bei 1.122,97 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 10.445,00 Punkten (+14,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.861,00 Punkten (+1,25 Punkte) und der S&P Future bei 1.123,90 Zählern (+1,90 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich dank der guten Vorgaben der US-Börsen stärker. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei-Index heute in Tokio mit einem Plus von 2,20 Prozent bei 10.368,96 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte ebenfalls grüne Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 0,48 Prozent im Plus bei 20.674,95 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,25 Prozent zulegt auf 3.031,06 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,02 Prozent auf 124,27 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Kursgewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.827 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.821,75 Zählern (+0,02 Prozent).
In Deutschland steht heute der Auftragseingang der Industrie zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Großbritannien die Erzeugerpreise bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Arbeitsmarkdaten und Verbraucherkredite gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Andritz, Cadbury, Nortel Networks, Salzgitter und SMARTRAC an.
Wichtige Meldungen:
Der US-Halbleiterhersteller Marvell Technology Group Ltd. hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal 2009/10 genannt. So wurde ein Nettogewinn von 205 Mio. Dollar oder 0,31 Dollar je Aktie gemeldet. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch einen Nettoverlust von 65 Mio. Dollar bzw. 0,11 Dollar je Anteilschein erlitten.
Die Cooper Cos. Inc. (Cooper Cos) hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2009/10 gemeldet. Der Nettogewinn belief sich auf 20,4 Mio. Dollar oder 0,44 Dollar je Aktie. Im ersten Geschäftsquartal 2008/09 hatte Cooper Cos. Ein Nettoergebnis von 23,9 Mio. Dollar bzw. 0,53 Dollar je Anteilschein erwirtschaftet.
Die RHÖN-KLINIKUM AG (RHOeN-KLINIKUM) hat am Donnerstag die Emission einer Anleihe gemeldet. (05.03.2010/ac/n/m)