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24.04.2009 08:42

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Ausblick: Stärkere Eröffnung erwartet, Warten auf Zahlen von Ford


Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Aktienindizes haben gestern mit gemischten Vorzeichen geschlossen. Der Dax verlor nach einem recht volatilen Handel 1,22 Prozent auf 4.538,21 Indexpunkte. Der MDAX konnte indes 0,78 Prozent zulegen auf 5.261,05 Zähler. Der SDAX verbesserte sich um 0,40 Prozent auf 2.671,46 Punkte. Der TecDax gab 0,87 Prozent ab auf 560,04 Punkte.

Wie dem gestern vorgestellten Frühjahrsgutachten zu entnehmen ist, sind die Aussichten für die deutsche Wirtschaft düster. Demnach befürchten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr voraussichtlich um 6,0 Prozent abnehmen wird und damit so stark schrumpft wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Hierfür sei insbesondere der Einbruch der Exporte verantwortlich. Gleichzeitig werde die Zahl der Arbeitslosen in 2009 um eine Million auf über 4,0 Millionen und im nächsten Jahr dann auf knapp unter 5,0 Millionen anwachsen. Indes sehen die Institute noch keine Hinweise auf ein Ende des konjunkturellen Abwärtstrends und gehen deshalb erst ab Mitte 2010 von einer Stabilisierung aus. Das BIP werde nach Ansicht der Konjunkturforscher erst in 2013 wieder das Niveau des vergangenen Jahres erreichen.

Auf dem New Yorker Börsenparkett waren zum Handelsschluss in Deutschland recht deutliche Abschläge auszumachen. Laut Angaben der Nationalen Vereinigung der Immobilienverkäufer ist die saisonbereinigte Verkaufszahl bestehender Eigenheime im März unerwartet deutlich geschrumpft. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hat sich in der Vorwoche indes nur unwesentlich stärker erhöht als prognostiziert.

Am DAX-Ende verloren RWE 9 Prozent und die Münchener Rück 8,7 Prozent. Beide Titel wurden allerdings ex Dividende gehandelt. Die Aktie der Deutschen Post indes litt unter den enttäuschenden Quartalszahlen des US-Mitbewerbers UPS und schloss mit 3,7 Prozent im Minus. Daneben kamen auch Volkswagen (-3,5 Prozent) kräftig unter die Räder. Einem Zeitungsartikel zufolge loten die Wolfsburger jetzt ihrerseits die Übernahme von Porsche (+6,3 Prozent) aus. Grund seien die großen Probleme des Sportwagenbauers, seinen Kaufplan zu finanzieren. Das Papier der Deutschen Börse lag zeitweise mit knapp 6 Prozent vorne, gewann letztendlich aber nur 1,4 Prozent. Verantwortlich für die Kurskapriolen war ein Pressebericht, laut dem der Börsenbetreiber offenbar die Fusionsverhandlungen mit dem transatlantischen Börsenbetreiber NYSE Euronext wieder aufgenommen hat. An der DAX-Spitze thronte unterdessen die Hannover Rück mit +3,6 Prozent.

In der zweiten Reihe sprangen Anteilsscheine des Automobilzulieferers Continental um 7,1 Prozent. Der Konzern soll einem Medienbericht zufolge die operative Führung bei der Schaeffler-Gruppe übernehmen. Mittelfristig könnte der Konzern an die Börse gebracht werden und die Familie Schaeffler als Ankeraktionär mit bis zu einem Viertel der Anteile engagiert bleiben. MTU kletterten um 4,1 Prozent. Der Triebwerkshersteller hat seinen Umsatz im ersten Quartal um 10 Prozent gesteigert. Das operative Ergebnis fiel indes von 80,0 Mio. auf 75,2 Mio. Euro. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2009 wurde bekräftigt. Wincor Nixdorf verloren 2,1 Prozent. Der Geldautomatenhersteller hat in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres ein Plus von 4 Prozent beim Umsatz und 2 Prozent beim operativen Ergebnis (EBITA) erzielt. Titel des Klinikkonzerns RHÖN-KLINIKUM, der im ersten Quartal einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis erzielen konnte und der außerdem die Prognose für 2009 bestätigt hat, fielen um 2,4 Prozent zurück.

Im TecDAX zog die Software AG (-18 Prozent) die Blicke auf sich. Das Unternehmen hat im ersten Quartal einen Umsatz- und Ergebnisanstieg vorweisen können, aber die Schätzungen verfehlt. Conergy sackten daneben um gut 14 Prozent ab. Der IT-Dienstleister Bechtle hat im letzten Vierteljahr einen herben Einbruch beim Vorsteuerergebnis hinnehmen müssen. Die Aktie gab in Reaktion darauf fast 5 Prozent ab. Daneben hat das Solartechnikunternehmen Roth & Rau die Übernahme der in Dresden ansässigen Ortner cleanroom logistic systems GmbH angekündigt. Roth & Rau schlossen 2,3 Prozent leichter. An der Indexspitze legten MorphoSys 5,4 Prozent zu.

Asiatische und US-Börsen:

Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Donnerstag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 7.957,06 Punkten um 0,89 Prozent zunahm, zog die Nasdaq um 0,37 Prozent auf 1.652,21 Zähler an. Der S&P 500 kletterte um 0,99 Prozent und schloss bei 851,92 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Minus. So tendiert der Dow Jones Future bei 7.857,00 Punkten (-58,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.338,00 Punkten (-4,00 Punkte) und der S&P Future bei 844,00 Zählern (-4,70 Punkte).

Die größten Börsen in Asien verzeichnen heute trotz der guten Entwicklung der US-Börsen Verluste. Nach der freundlichen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notierte der Nikkei-Index heute in Tokio zuletzt mit einem Minus von 1,43 Prozent bei 8.720,73 Punkten.

In China notieren die Aktienmärkte ebenfalls mit roten Vorzeichen. So steht der Hang Seng derzeit mit 0,43 Prozent im Minus bei 15.148,32 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,05 Prozent nachgibt auf 2.462,77 Punkte.

Der Markt heute:

Der Bund Future steigt bisher um 0,20 Prozent auf 122,41 Punkte.

Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.560 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 4.564,50 Zählern (-0,7 Prozent).

In Deutschland steht heute des Geschäftsklima zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Frankreich die Konsumausgaben und in Großbritannien das BIP sowie der Einzelhandelsumsatz bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter und Verkäufe neuer Häuser gemeldet.

Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:

Quartalszahlen stehen heute bei 3M Co., Arch Coal Inc., Ford Motor Co., Honeywell International Inc., ITT Corp., Schlumberger Ltd., Stanley Works, Xerox Corp., comdirect bank AG, Deutsche EuroShop AG, Eni S.p.A., PSI AG und Schlumberger N.V. an.

Wichtige Meldungen:

Die Amgen Inc. veröffentlichte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal 2009. Dabei verzeichnete das weltweit größte Biotechnologie-Unternehmen angesichts rückläufiger Umsätze einen Gewinnrückgang, verfehlte jedoch die Analystenerwartungen.

Die Burlington Northern Santa Fe Corp. (ISIN US12189T1043/ WKN 897261), die zweitgrößte Eisenbahngesellschaft in den USA, meldete am Donnerstag nach US-Börsenschluss, dass ihr Gewinn im ersten Quartal 2009 deutlich zurückgegangen ist.

Der US-Softwarekonzern Microsoft Corp. (ISIN US5949181045/ WKN 870747) hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang für das dritte Fiskalquartal 2008/09 gemeldet und verfehlte damit die Erwartungen. Besonders die deutlich rückläufigen Ausgaben im IT-Bereich wirkten sich herbei belastend aus.

American Express Co. (ISIN US0258161092/ WKN 850226) gab am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal 2009 bekannt. Der US-Finanzkonzern musste dabei im Zusammenhang mit der Finanzkrise einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen.

Die Amazon.com Inc. (ISIN US0231351067/ WKN 906866) veröffentlichte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal 2009. Dabei konnte der weltweit größte Online-Einzelhändler aufgrund eines deutlichen Umsatz- und Gewinnanstiegs die Erwartungen schlagen.

Der angeschlagene US-Automobilkonzern General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) kündigte am Donnerstag an, dass man 13 Werke im zweiten und dritten Quartal zeitweise stilllegen will. (24.04.2009/ac/n/m)

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