06.04.2013 08:00
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US-Berichtssaison: Meister Proper lässt bitten

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US-Berichtssaison: Meister Proper lässt bitten
Ausblick

Vor der US-Berichtssaison haben ­Analysten ihre Prognosen im Schnitt gesenkt. Doch einige Konzerne wie Procter & Gamble sind für positive Überraschungen gut.

€uro am Sonntag

von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Spannend wie selten zuvor dürfte die bevorstehende US-Berichtssaison werden. Den Auftakt macht traditionell Alcoa. Der Aluminiumkonzern legt am Montag nach Börsenschluss seine Zahlen zum Jahresauftakt vor. Bis zum 3. Mai werden insgesamt rund zwei Drittel der großen US-Konzerne ihre Zahlen für die ersten drei Monate präsentieren. Die Vorzeichen sind nicht schlecht. Bereits am Dienstag hat der im breiten S&P 500 Index notierte Saatgutspezialist Monsanto seine Zahlen vorgelegt und gleich auch noch die Prognose für das laufende Jahr angehoben.

Rally sorgt für Vorsicht
Der S&P 500 hat zuletzt eine steile Rally hingelegt. Erst am Dienstag markierte der US-Leitindex mit 1574 Punkten ein neues Allzeithoch. Angesichts des jüngsten Bullenmarkts ist die Vorsicht unter Analysten allerdings gewachsen. Ihre Prognosen zum Gewinnwachstum fürs erste Quartal sind seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen.

Prognostizierten die Auguren im Januar für die S&P-500-Konzerne nach einer Übersicht des Datenspezialisten Thomson Reuters noch ein Gewinnwachstum von 4,3 Prozent, sind aktuell nur noch 1,6 Prozent. Damit sind auch die entsprechenden Bewertungen deutlich gesunken. Derzeit liegt das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2014 noch bei 12,6 und damit deutlich unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 14,4. Für weitere Kursanstiege bleibt damit also noch genügend Raum.

Top-Überraschungskandidaten
Dies gilt besonders für jene Unternehmen, die die Markterwartungen deutlich übertreffen. Um die heißesten Überraschungskandidaten aus den 500 Aktien im S&P 500 herauszufiltern, setzt die Citigroup um ihren US-Chef-Strategen Tobias Levkovich auf eine Langfrist-Analyse. Dabei filtern die Experten jene Unternehmen heraus, die in den vergangenen Quartalen die Markterwartungen jeweils deutlich geschlagen haben. Das Ergebnis ist der vorausschauende Überraschungsfaktor (SUE). Das Modell wird seit Januar 1996 genutzt und hat sich in der Vergangenheit als Indikator bewährt.

Das höchste Überraschungspotenzial bieten demzufolge der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble (P&G). US-Hedgefondsmanager Bill Ackman, dessen Pershing Capital Fonds sich beim Meister-Proper-Konzern eingekauft hat, macht P&G-Chef Bob McDonald mächtig Druck bei der Sanierung des einstigen Vorzeigekonzerns der Branche.

Das zeigt Wirkung. Schon im Vorquartal lieferte McDonald eine bessere Bilanz ab als erwartet. Dazu kommt, dass P&G mit seinen neuen Waschmittelkapseln (Tide Pods) einen neuen Bestseller mit hohen Margen im Angebot hat. Tide Pods sollen schon im laufenden Geschäftsjahr (bis Ende Juni) mindestens 500 Millionen Dollar Umsatz einspielen. Der Einstieg vor den Quartalszahlen am 24. April scheint vielsprechend.

Viel Kurspotenzial bietet auch die Situation beim hierzulande wenig bekannten US-Zulieferer für Autokarosserien Tower International. Dank der starken US-Autokonjunktur dürfte der Gewinnrückgang des Turn-Around-Kandidaten im Quartal deutlich geringer ausfallen, als befürchtet. Im Gesamtjahr 2013 sollen die Erträge erstmals wieder stark anziehen. Ganz oben auf der Liste der potenziellen Überrascher ist auch Chipentwickler Qualcomm. Der US-Konzern profitiert vom anhaltenden Smartphone-Boom.

Bildquellen: Procter & Gamble, Alex Valent / Shutterstock.com

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