19.07.2013 12:00
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Goldunternehmen: Überlebenskampf ist „absolut brutal“

Ausgebombte Goldminen: Goldunternehmen: Überlebenskampf ist „absolut brutal“ | Nachricht | finanzen.net
Goldunternehmen Im Überlebenskampf
Ausgebombte Goldminen
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Als „absolut brutal“ empfindet Joachim Berlenbach den Abwärtstrend der vergangenen Monate am Goldmarkt. Die krisengeschüttelten Gold-Konzerne warten auf ein Comeback des Edelmetallpreises.
€uro am Sonntag
von Peter Gewalt und Andreas Höss, Euro am Sonntag

Der Fondsberater des Earth-Gold-Fonds (ISIN: DE 000 A0Q 2SD 8) spricht derzeit mit vielen Chefs von Minenunternehmen, die angesichts des Preisverfalls verzweifelt auf die Kostenbremse treten. „Sollte der Goldpreis nicht drehen, droht vielen Firmen angesichts ihrer hohen Produktions-und Investitionskosten das Aus.“

Langfristig wäre die daraus resultierende geringe Produktionsmenge durchaus positiv für höhere Goldnotierungen, kurzfristig ist das ­Problem aber ein weiterer Belastungsfaktor für die ohnehin krisengeschüttelte Minenbranche. Mit Verlusten von rund 50 Prozent gehören die Förderer zu den ganz großen Verlierern des Jahres, auch wenn es in den vergangenen Wochen wieder etwas nach oben ging. „Die derzei­tigen Aktienkursniveaus preisen offenbar eine unbegrenzte Kosteninflation und einen niedrigeren Goldpreis ein“, erklärt Markus Bach­mann, Fondsmanger des Fonds Craton Capital Precious Metal (ISIN: LI 001 674 268 1).

Neben dem Preisverfall leiden die Goldminenkonzerne aber unter hausgemachten Problemen: In den Boomzeiten wurden Milliarden für Übernahmen und kostspielige Projekte ausgegeben —in der Hoffnung immer weiter steigender Notierungen. Im Schnitt haben die Unternehmen ihre Schulden in den vergangenen zehn Jahren verzehnfacht.

Prominentes Beispiel hierfür ist Branchenprimus Barrick Gold (ISIN: CA 067 901 108 4), der einen Schuldenberg von rund 15 Milliarden Dollar angehäuft hat. Allein 4,5 Milliarden Dollar musste der kanadische Konzern zuletzt auf die chilenische Mine Pascua-Lama abschreiben, weitere Milliardenbelastungen drohen. Gleichzeitig reißt der niedrige Goldpreis Löcher in die Bilanz. Ergebnis: Noch im Herbst 2012 mussten Anleger über 50 Dollar für eine Aktie von Barrick Gold auf den Tisch legen, heute sind es gerade mal elf, so günstig wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Einziges Argument für einen Kauf der Aktie der Kanadier. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von vier ist Barrick nur halb so teuer wie Mitbewerber Newmont Mining oder Goldcorp.

Ob den krisengeschüttelten Un­ternehmen ein Comeback gelingt, hängt derzeit von zwei Faktoren ab. Einerseits dürfte ein steigender Goldpreis etwas Druck aus dem Kessel nehmen. Andererseits gehören die Unternehmen zu den Gewinnern, die ihre Kosten schnell unter Kontrolle bringen.

Während Berlenbach auf kleinere bis mittelgroße Unternehmen setzt, die von einem Goldpreisanstieg überproportional profitieren können, konzentriert sich Bachmann auf die Förderer mit hohem Sparpotenzial. „Wir legen unseren Schwerpunkt auf die Frage, welche Maßnahmen die Unternehmen während dieser Phase niedriger Goldpreise ergreifen und welche Konzerne möglicherweise nicht so lange überleben werden, bis der Goldpreis wieder ein höheres Niveau erreicht hat.“

Bildquellen: Joe Belanger / Shutterstock.com, Africa Studio / Shutterstock.com

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