Aus den USA lösen Äußerungen eines Fed-Mitglieds Zinsängste aus. In Europa bereitet Griechenland wieder zunehmend Sorgen. 14 Tage sind seit dem Rettungsplan vergangen, doch das Vertrauen der Investoren bleibt aus. Das Land muss Risikoaufschläge in Rekordhöhe zahlen, weil die Marktteilnehmer dem Rettungsplan nicht trauen. "Investoren nutzen die Situation und nehmen ihre Gewinne mit", kommentiert Jan Vrbsky von der Baader Bank. Im Technologie-Index
Nasdaq hätten der erfolgreiche Start des neuen Apple-Produkts "iPad" und Übernahmespekulationen um den Hersteller tragbarer Computer und Smartphones Palm (WKN A0ETPB) für Gegenwind in der Korrekturphase gesorgt. "Die
Aktie von Palm war gestern 20 Prozent im Plus. Es standen große Short-Positionen offen und wenn ein Übernahmegerücht im Markt kursiert, führt das zu panikartigen Käufen."
US-Fluglinien gegen die Schwerkraft
Bekannt wurden gestern Fusionsgespräche zwischen US Airways (WKN A0HFWK) und United Airlines (WKN A0JC6V). Seit einiger Zeit schon führen die beiden Fluggesellschaften intensive Gespräche über einen Zusammenschluss, den sie bereits 2004 schon versucht hatten, aber an den Gewerkschaften scheiterten. "Sollte es dieses Mal klappen, würde eine der weltgrößten Fluggesellschaften entstehen", berichtet Vrbsky. "Die Aktienkurse beider Unternehmen hat das bekannt werden der Fusionsgespräche beflügelt. Investoren feiern die Fusion schon."
Gut eingekleidet bei H&M
Die schwedische Kaufhauskette Hennes & Mauritz (WKN 872318) legte Zahlen fürs erste Quartal vor und hat Analysten und Marktteilnehmer positiv überrascht. Aufgrund der konjunkturellen Situation hatten diese mit einem Rückgang bei Umsatz und Gewinn gerechnet. Doch die schwache Konjunktur hat die Kauflaune der Konsumenten nicht beeinflusst. "Der Gewinn vor Steuern stieg um 42 Prozent auf 522 Millionen Euro und der Umsatz auf vergleichbarer Fläche stieg um sieben Prozent", erzählt Vrbsky.
Intel im Zugzwang
Die langsam anziehende Wirtschaft beschert dem Chiphersteller Intel (WKN 855681) eine höhere Nachfrage nach Prozessoren. "Das iPad brachte das Unternehmen unter Druck ebenfalls einen neuen Chip zu entwickeln", sagt Michael Arras von Close Brothers Seydler. Der neue Chip reagiere auf die Stärke der Anforderung, könne zwei Aufgaben zugleich bearbeiten und liefere qualitativ bessere Grafiken, erklärt Arras. "Intel befindet sich nach dem Kursanstieg der vergangenen Monate in einer kurzfristigen Konsolidierungsphase. Das Kursziel nach unten liegt bei etwa 21 US-Dollar."
Technik schiebt Ariba
Ebenfalls in einer Konsolidierungsphase befindet sich das US-Unternehmen Ariba (WKN A0B6Z7), das E-Commerce-Lösungen für Intra- und Internet bietet. Doch aus technischer Sicht sei die Aktie interessant, neue Höhen seien erreichbar, meint Arras. Seit Ende März hat die Aktie um etwa zehn Prozent auf 10,16 Euro zugelegt.
Rosneft wünscht breitere Basis
Der russische Erdölförderer Rosneft (WKN A0J3N5) will seine Geschäftsgrundlage erweitern. Eine breitere Ausrichtung verspricht sich das Staatsunternehmen durch einen Einstieg bei deutschen Raffinerien über die Ruhr Oel GmbH. Ruhr Oel besitzt mehrere Raffinerien. Das Unternehmen ist ein Joint Venture der staatlichen Ölgesellschaft Venezuelas und der BP AG. Rosneft hätte damit Zugriff auf den europäischen Markt und hätte neben der Ölförderung dann auch Veredlung und Vertrieb. (DEUTSCHE-BOERSE AG)
Bildquellen: Michela Lietti