26.03.2013 19:50
Bewerten
(0)

Autohersteller aus EU und USA beunruhigt über Handelsabkommen mit Japan

DRUCKEN

   Von Marietta Cauchi

   Amerikanische und europäische Autohersteller zeigen sich beunruhigt über mögliche Freihandelsabkommen mit Japan. Entsprechende Verhandlungen haben Japan und die Europäische Union am Montag aufgenommen, die USA erwägt derzeit Gespräche im Zuge eines asiatisch-pazifischen Abkommens. Die Autobauer mahnen ihre Regierungen zur Vorsicht - sie fürchten, dass die Rivalen aus Südostasien davon unverhältnismäßig profitieren würden.

   Die geplanten Abkommen könnten zu einem Zustrom japanischer Exporte in ihre bereits weitgehend gesättigten Heimatmärkte führen, während Japans eigene Handelsbarrieren möglicherweise unangetastet blieben, warnten sie. Das würde die Vorteile jedweder Verträge zugunsten japanischer Autobauer verzerren.

   Japan strengt die Gespräche an, um gegenüber Südkorea aufzuholen. Der wirtschaftliche Konkurrent hat bereits entsprechende Abkommen mit der EU und den USA und stellt Japan in Branchen wie beispielsweise der Elektronik immer mehr in den Schatten.

   Eine Aussicht auf Öffnung der europäischen und amerikanischen Märkte für japanische Importe wäre für das Land derzeit auch deshalb von Vorteil, weil sich der Yen gegenüber dem Euro und Dollar in den letzten Wochen abgeschwächt hat. So würden japanische Exporteure zusätzlich profitieren.

   Einige europäische Autohersteller fürchten, dass ein Abkommen mit Japan ähnlich verläuft wie das der EU mit Südkorea. Das hatte sich im Nachhinein als einseitig herausgestellt. So kamen die südkoreanischen Autobauer Hyundai und Kia selbst in den vergangenen Krisenjahren in Europa auf zweistellige Wachstumsraten - wenn auch viele ihrer Fahrzeuge in der EU gebaut werden - während die Gesamtnachfrage nach Neuwagen europaweit so niedrig war wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

   Die EU-Neuzulassungen von Hyundai und Kia legten im vergangenen Jahr um 9,4 Prozent bzw 14 Prozent zu. Zeitgleich schrumpfte der EU-Markt um 8,2 Prozent. Renault verzeichnete einen Rückgang um 23 Prozent, Fiat um 15 Prozent und die General-Motors-Marken Opel und Vauxhall verkauften zusammen 16 Prozent weniger - sie trugen die Hauptlast des Nachfrageeinbruchs. Gemeinsam kamen die beiden südkoreanischen Marken in der EU auf einen Marktanteil von 7,2 Prozent nach 5,5 Prozent im Vorjahr.

   In Südkorea gingen die Zölle auf ausländische Autos infolge der Freihandelsabkommen zwar auch zurück, sie sanken um die Hälfte. Das führte auch hier zu einem Anstieg der Verkaufszahlen für importierte Fahrzeuge, aber in geringerem Umfang. Im vergangenen Jahr machten importierte Autos rund 10 Prozent der gesamten Verkäufe aus. Vor zehn Jahren waren es noch weniger als 2 Prozent.

   Der japanische Markt wird von heimischen Herstellern dominiert - eine Situation, für die ausländische Unternehmen die japanischen Handelsbarrieren verantwortlich machen. Gleichzeitig besteht mehr als ein Drittel des Marktes aus Kleinstwagen, die mit kleinen Motoren mit einem Volumen von 660 Kubikzentimetern oder weniger betrieben werden - eine Fahrzeugkategorie, die von amerikanischen und europäischen Herstellern eher nicht produziert wird.

   "Wir sind sehr für Freihandelsabkommen, die ausgewogen sind und echte Möglichkeiten zum Export bieten", sagt Ivan Hodac, Generalsekretär beim Verband der europäischen Automobilhersteller ACEA. "Allerdings haben wir immer noch einige Vorbehalte bei einem Freihandelsabkommen mit Japan. Wir stellen infrage, dass es ein ausreichend großes Potenzial für europäische Exporteure gibt, um den besseren Zugang zur EU auszugleichen, den japanische Hersteller infolge einer Verringerung der Zölle gewinnen werden."

   Der Herstellerverband ACEA, dem neben kriselnden europäischen Herstellern wie Renault und Peugeot auch die europäischen Töchter von General Motors und Ford angehören, sei vor allem besorgt, weil Fahrzeugimporte nach Japan begrenzt werden sollen, trotz der hohen Sicherheits- und Umweltstandards für die Branche in Europa.

   "Unsere Branche fordert, dass ein in der EU zugelassenes Fahrzeug in Japan verkauft werden kann, ohne das weitere Zertifizierungen oder teure Änderungen fällig werden", sagte Hodac. "Das ist heute nicht der Fall."

   Allerdings wird das derzeit verhandelte Freihandelsabkommen zwischen Europa und Japan voraussichtlich eine Schutzklausel enthalten, die die Wiedereinführung der Zölle erlaubt, falls Europa eine Flut von importierten japanischen Autos oder anderer "sensibler Waren" verzeichnet. Diese Klausel soll angesichts der Erfahrungen des Freihandelsabkommens mit Südkorea eingefügt werden.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

   DJG/DJN/sha/mgo

   (END) Dow Jones Newswires

   March 26, 2013 13:25 ET (17:25 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 25 PM EDT 03-26-13

Anzeige

Nachrichten zu Daimler AG

  • Relevant
    4
  • Alle
    6
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Daimler AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
20.09.2017Daimler OutperformBernstein Research
15.09.2017Daimler buyWarburg Research
15.09.2017Daimler HaltenIndependent Research GmbH
15.09.2017Daimler buyDeutsche Bank AG
14.09.2017Daimler NeutralMacquarie Research
20.09.2017Daimler OutperformBernstein Research
15.09.2017Daimler buyWarburg Research
15.09.2017Daimler buyDeutsche Bank AG
13.09.2017Daimler OutperformBernstein Research
13.09.2017Daimler buyDeutsche Bank AG
15.09.2017Daimler HaltenIndependent Research GmbH
14.09.2017Daimler NeutralMacquarie Research
12.09.2017Daimler NeutralCitigroup Corp.
12.09.2017Daimler HoldKepler Cheuvreux
08.09.2017Daimler NeutralBNP PARIBAS
14.09.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
31.08.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
29.08.2017Daimler UnderperformJefferies & Company Inc.
07.08.2017Daimler UnderperformJefferies & Company Inc.
04.07.2017Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Daimler AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

The rise of Tiger and Dragon: Die besten Aktien aus China!

China ist das Bevölkerungsreichste Land der Erde. Mit einem zuletzt gemeldeten Wirtschaftswachstum von fast 7 % im 1. Halbjahr 2017 ist das Land auf bestem Wege, das eigene Wachstumsziel zu übertreffen. Erfahren Sie im neuen Anlegermagazin, bei welchen chinesischen Aktien vielversprechende Zukunftsaussichten bestehen und warum.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt kaum bewegt -- Dow Jones endet leichter -- Rekordverlust für GroKo-Parteien -- Wem gehören eigentlich die meisten Bitcoins? -- ifo-Geschäftsklima, Tesla, E.ON, RWE im Fokus

thyssenkrupp besorgt sich über 1 Milliarde Euro am Kapitalmarkt. Müder Verkaufsstart für iPhone 8? Tim Cook widerspricht. Lufthansa steigen auf höchsten Stand seit mehr als 16 Jahren. Voltabox will bei Börsengang 150 Millionen Euro erlösen. Unilever kauft südkoreanischen Kosmetikhersteller.

Top-Rankings

KW 38: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 38: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 37: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient
Diese Banken wurden für die Finanzkrise am härtesten bestraft
Welche Bank zahlte am meisten?
mehr Top Rankings

Umfrage

Angela Merkel kann zwar voraussichtlich vier weitere Jahre regieren - aber nur mit dem größten Verlust in der Geschichte ihrer Union. Hätten Sie sich einen neuen Kanzler gewünscht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Apple Inc.865985
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Nordex AGA0D655
CommerzbankCBK100
Bitcoin Group SEA1TNV9
E.ON SEENAG99
TeslaA1CX3T
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400
Lufthansa AG823212
BASFBASF11
RWE AG St.703712