Die Autoren der Wyman-Studie können da nur warnen: „Niemand sollte China jemals unterschätzen – schon gar nicht in der Autokrise, die die etablierten Spieler hart trifft. Die Konkurrenz kommt langfristig nicht aus dem eigenen Land, sondern aus Fernost. Das gilt für die Schlüsseltechnik des Elektroantriebs – allen voran Batterien und Leistungselektronik – ebenso wie das Elektrofahrzeug an sich.“ Der Rat lautet denn auch: „Automobilhersteller werden sich zur strategischen Sicherung der Zulieferbasis an Komponentenlieferanten beteiligen müssen, besonders bei Batteriezellen und -modulen.“
Dem folgt Daimler, und auf die Frage, ob über diese Zusammenarbeit hinaus mehr geplant sei, heißt es: „Unsere konkrete Vereinbarung ist eine Technologiepartnerschaft für das Elektrofahrzeug.“ Auf die Frage, ob man sich eine Beteiligung vorstellen könne, lautet Daimlers Antwort: „Grundsätzlich kann man über alles nachdenken.“
Investor-Info:
Asiens Automarkt:
Die Nummer 1 in Sachen Umwelt
Laut einer Studie wird Asien die Hauptabsatzregion für alternativ angetriebene Fahrzeuge sein. Ein Grund hierfür sind die Förderprogramme. Japan etwa subventioniert ein Elektroauto mit 11 000 Euro. In Europa wird der alternative Antrieb wegen mangelnder Förderung vorerst eine Nische bleiben. Das E-Auto kann sich nur durchsetzen, wenn sich aufgrund des Produktionsvolumens für Asien die Mehrkosten der Elektroautos gegenüber konventionellen Fahrzeugen (im Vergleich fast 50 Prozent mehr) minimieren.
Build Your Dreams (BYD):
Vollgas beim Autoabsatz in China
In der Rangfolge chinesischer Hersteller liegt BYD mit einem Marktanteil von 3,3 Prozent auf Platz 8. Der größte, SAIC, hält 19,8 Prozent. BYD holt aber rasant auf. Gegenüber Vorjahr stieg der Absatz um 162 Prozent auf 450 000 Autos. Grund: Der Kleinwagen F3 kommt wegen seines Preis-Leistungs-Verhältnisses an. Spekulativ.
Daimler AG:
Vorsprung bei den Alternativen
Daimler hatte zwar 2009 schlechte Zahlen geliefert und die Dividende gestrichen. Bei der Präsentation der Bilanz fiel aber positiv auf, dass die Schwaben in China mächtig Gas gegeben haben. Sie verzeichneten den höchsten Zuwachs aller Premiumhersteller. Dies, das anhaltende Sparprogramm und die Aussicht, dass der Absatz 2010 wieder Fahrt aufnimmt, spricht für einen Kauf der Aktie.
Bildquellen: Daimler AG