FRANKFURT (dpa-AFX) - Die im
TecDax (
TecDAX) notierte Fondsgesellschaft BB BIOTECH rechnet in den kommenden Jahren mit einem kräftigen Anstieg des Umsatzes für Medikamente zur Behandlung von Krebs. Weltweit dürfte der Umsatz mit Krebsmedikamenten von 63,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 bis 2015 auf rund 88 Milliarden
Dollar (65,3 Mrd. Euro) klettern, sagte Fondsmanager und Leiter des Management-Teams von BB Biotech, Daniel Koller, am Donnerstagabend in Frankfurt.
Besonders der Sektor der zielgerichteten oder individualisierten Krebstherapie dürfte bis 2015 im Schnitt mit zwölf Prozent pro Jahr wachsen. Vor der Verordnung wird ein Gen- oder ein anderer Test durchgeführt, um festzustellen, ob das Präparat für den Patienten geeignet ist - also ob der Tumor überhaupt auf das Medikament anspricht. Das Ziel: Die personalisierte Medizin soll unnütze Behandlungen vermeiden, weniger Nebenwirkungen verursachen und den Krankenkassen Geld sparen. Möglich wurde diese Herangehensweise mit der Erforschung des menschlichen Genoms.
Über ein Drittel des Portfolios des TecDax-Schwergewichts machen bereits Medikamente zur Krebsbehandlung aus - gefolgt von Infektionserkrankungen wie Hepatitis-C und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die größten Positionen im BB Biotech-Portfolio nehmen derzeit das amerikanische Biotech-Unternehmen Celgene, gefolgt von der Schweizer Actelion und den US-Unternehmen Vertex und Gilead ein.
Vertex habe zwar mit dem Medikament Incivek zur Behandlung von Hepatitis-C innerhalb weniger Monate einen Umsatz erzielt, der auf Jahressicht über einer Milliarde Dollar liegen dürfte, sagte Koller. Paradox sei allerdings, dass die
Aktie gelitten habe, weil Nachrichten von Konkurrenten belastet hätten. Mit der Kursentwicklung des eigenen Papiers ist der BB Biotech-Experte nicht zufrieden. Nach Kursen von um die 55 Euro wurde der Titel am Freitag mit 46,90 Euro gehandelt./ep/jha/wiz