15.11.2012 09:14
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Deutscher Konjunkturlokomotive geht die Luft aus

BIP wächst schwach
Die schwache Konjunktur in Europa hat das deutsche Wirtschaftswachstum gebremst.
Im dritten Quartal 2012 stieg das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt nur noch um 0,2 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.

    Damit geht der deutschen Konjunkturlokomotive nach einem überraschend rasanten Jahresstart allmählich die Puste aus. Im ersten Vierteljahr war die Wirtschaft in Deutschland noch um 0,5 Prozent gewachsen, im zweiten Vierteljahr um 0,3 Prozent. 2011 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,0 Prozent gestiegen.

 Allerdings schlug sich die deutsche Wirtschaft etwas besser als von Ökonomen erwartet ab. Bankvolkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Mini-Plus von 0,1 Prozent gerechnet.

    Für das Schlussquartal deutet sich aus Sicht von Ökonomen eine merkliche Eintrübung der Konjunktur an. "Die aktuelle Datenlage lässt nicht erwarten, dass die Konjunktur im vierten Quartal spürbar anziehen wird. Insbesondere die Daten aus dem Industriesektor geben derzeit keinen Anlass zu Optimismus", kommentierte Bernd Hartmann von der VP Bank die Zahlen.

   Positive Impulse kamen im dritten Quartal von den Exporten sowie den privaten und staatlichen Konsumausgaben. Außerdem wurde mehr in Bauten investiert. Hingegen gingen die Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen und Fahrzeuge gegenüber dem Vorquartal erneut zurück.

     Die deutsche Wirtschaft leide offensichtlich an der Unsicherheit, die von der Staatsschuldenkrise ausgeht, kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Dafür spricht, dass die Unternehmen ihre Investitionen seit der Jahreswende senken und dies auch im dritten Quartal getan haben, obwohl die Exporte in der Tendenz weiter gestiegen sind."

    Auch die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft Frankreich wuchs im dritten Quartal leicht - zur Überraschung von Experten. Von Juli bis September erhöhte sich das BIP zum Vorquartal um 0,2 Prozent, wie die französische Statistikbehörde Insee in Paris auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Stagnation gerechnet.

    Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres legte das BIP in Deutschland preisbereinigt um 0,4 Prozent zu. Allerdings gab es in diesem Jahr einen Arbeitstag weniger. Bereinigt um diesen Effekt lag der Zuwachs bei 0,9 Prozent. Die Zahl der Erwerbstätigen wuchs im Vergleich zum vergangenen Jahr um 0,9 Prozent auf 41,7 Millionen.

    WIESBADEN (dpa-AFX)

Bildquellen: Teodor Ostojic / Shutterstock.com
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