LONDON (dpa-AFX) - Der britische Ölkonzern
BP hat eine Schlappe erlitten beim Versuch, die Kosten der von ihm verursachten Ölpest im Golf von Mexiko auf seine früheren Partner abzuwälzen. Ein US-Gericht entschied am Donnerstagabend, dass das Schweizer Betreiberunternehmen der havarierten Ölplattform "Deepwater Horizon", Transocean, nur eine Teilschuld trifft. Laut des zwischen BP und Transocean geschlossenen Vertrages müsse hauptsächlich BP für die Beseitigung der Verschmutzung und die damit verbundenen wirtschaftlichen Schäden aufkommen. Haftbar sei BP hingegen nicht für Schadenersatzforderungen, Zivilklagen oder Bußgelder gegen Transocean.
Transocean sah sich in seiner Position bestätigt. BP hingegen äußerte Unverständnis. Transocean könne sich nicht seiner Verantwortung für das Unglück entziehen, teilte der britische Konzern am Freitag in einer ersten Reaktion mit. BP habe inzwischen bereits mehr als 7,8 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der Ölpest gezahlt. Die Transocean-Aktie schoss im frühen Handel an der Schweizer Börse um mehr als acht Prozent in die Höhe. BP-Papiere gerieten in London hingegen unter Druck.
Die Kosten für die Ölpest werden auf rund 40 Milliarden Dollar geschätzt. BP versucht diese zumindest zum Teil auf seine Partner abzuwälzen. Dazu gehört auch der Erdöldienstleister Halliburton , den BP seinerzeit angeheuert hatte, um das Bohrloch am Meeresgrund zu zementieren. Die Briten werfen dem US-Unternehmen vor, der damals verwendete Zementmix sei fehlerhaft gewesen./she/dct/tw