25.11.2012 16:12
Bewerten
(0)

BaFin-Chefin für kleine Schritte bei Bankaufsicht - Wieland gegen EZB

   Bei der Gestaltung der künftigen Bankenaufsicht in Europa sind die auseinanderlaufenden Zielrichtungen auch in Deutschland deutlich geworden. So hat sich die Präsidentin der deutschen Finanzaufsicht BaFin für einen schrittweisen Aufbau bei der Europäischen Zentralbank ausgesprochen. Der künftige Wirtschaftsweise Volker Wieland hat dagegen davor gewarnt, die Bankenaufsicht der EZB zu übertragen.

   Für BaFin-Chefin Elke König ist eine Aufsicht, "die den größten Finanzplatz London nicht umfasst, langfristig zu kurz gesprungen", wie sie der Welt am Sonntag sagte. Die EZB könnte daher als "schlanke Aufsicht" über die nationalen Aufseher starten. Parallel dazu ließen sich das Konzept und die rechtlichen Grundlagen in Ruhe weiterentwickeln.

   Der Rahmen für die europäische Aufsicht könne zwar möglicherweise bis 1. Januar 2013 geschafft werden. Doch man dürfte sich nicht zum Sklaven dieses Zeitplans machen. Denn man habe "nur einen Schuss frei". Notwendig sei Funktionsfähigkeit vom ersten Tag an, ein Aufsichtsvakuum wäre mit das Schlimmste, was man sich vorstellen könnte.

   Wieland, der am 1. März 2013 in den Sachverständigenrat eintritt, sieht dagegen die Gefahr, dass die EZB "in Interessenkonflikte gerät, unter denen ihre Unabhängigkeit und damit die Geldpolitik leidet". In einem Interview mit der WirtschaftsWoche forderte er von der Bundesregierung, zu verhindern, dass Deutschland für bereits entstandene Verluste haften müsse. "Verluste, die durch den Immobilienboom in Spanien oder Irland entstanden sind, dürfen nicht im Nachhinein von anderen übernommen werden."

   Auch das Bundesfinanzministerium will sich weiter dafür stark machen, dass Deutschland nicht Altlasten der Bankensysteme anderer Euro-Länder mittragen muss. Vor dem Start müsse es einen "Health-Check aller Banken" geben", um sicherzustellen, dass es keine verdeckten Risiken gibt, sagte der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Hartmut Koschyk, der WirtschaftsWoche.

   Bei der Forderung nach einem Ende der Sonderbehandlung von Staatsanleihen in Bankbilanzen hat sich BaFin-Präsidentin König an die Seite von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gestellt. "Dass für Staatsanleihen kein Eigenkapital vorgehalten werden muss, ist nicht sachgerecht und kann auf Dauer nicht so bleiben". Weidmann hatte Anfang der Woche eine Eigenkapitalunterlegung für Staatsanleihen gefordert.

   Allerdings warnte König davor, das Regelwerk kurzfristig zu ändern. Derzeit sei die Lage bei der Staatsfinanzierung sehr angespannt, da würde man das System mit einer solchen Reform eindeutig überfordern.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

   DJG/smh

   (END) Dow Jones Newswires

   November 25, 2012 09:42 ET (14:42 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 42 AM EST 11-25-12

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

SAP - Digitalisierung ist eine Goldgrube!

Das Softwarehaus aus Walldorf dominiert den globalen Markt für Unternehmenssoftware. Selbst das innovative Silicon Valley kann den Deutschen nicht das Wasser reichen. Das hat mittlerweile auch die Wall Street erkannt. Der DAX-Titel befindet sich auf Rekordjagd. Immer mehr US-Investoren springen auf. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, wie die Digitalisierung die Aktie antreibt und warum SAP für Trader und Investoren interessant ist.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht mit kleinem Plus ins lange Wochenende -- S&P bestätigt Deutschlands Top-Bonität -- Gotham City plant weitere Berichte zu AURELIUS -- Air Berlin, Deutsche Bank, Alphabet, Amazon im Fokus

VW muss laut CEO Müller wegen Herausforderungen auch profitabel sein. Chevron schreibt wieder schwarze Zahlen. SolarWorld verringert Verluste. US-Wirtschaft startet schwächer als erwartet ins Jahr. Apple arbeitet offenbar an digitalem Geld-Transfer und Prepaid-Kreditkarte.

Top-Rankings

KW 17: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 17: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 16: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Utopische Summen
Die teuersten Fußballtransfers der Saison 2016/17
Verdienst der DAX-Chefs
Das verdienten die DAX-Bosse 2016
Das Vermögen dieser Milliardäre ist seit der Trump-Wahl am stärksten gewachsen
Wer profitierte am stärksten?
Das sind die exotischsten Börsenplätze der Welt
Klein aber oho?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach hundert Tagen im Amt istTrump der unbeliebteste US-Präsident der modernen Geschichte. Sind Sie mit Donald Trump zufrieden?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
CommerzbankCBK100
BMW AG519000
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400
BASFBASF11
Scout24 AGA12DM8
E.ON SEENAG99
Apple Inc.865985
Airbus SE (ex EADS)938914
Fresenius SE & Co. KGaA (St.)578560
BayerBAY001
Facebook Inc.A1JWVX