23.11.2012 17:23
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Platzt Verkauf der Deutsche Bank-Tochter BHF-Bank erneut?

BaFin blockiert Verkauf

Die Deutsche Bank droht mit dem Verkauf der BHF-Bank erneut am Widerstand der Bankenaufsicht BaFin zu scheitern.

"Die BaFin blockiert stark", sagte ein Bankeninsider dem Wall Street Journal Deutschland. Mit den eingereichten Unterlagen seien die Aufseher nach wie vor nicht zufrieden und verlangten weitere Dokumente.

   Käufer der BHF-Bank ist ein Konsortium unter Führung des Finanzinvestors RHJI. Schon im Mai, als der vom Investmentbanker Lenny Fischer geführte Finanzinvestor erstmalig informell bei der BaFin angeklopft hatte, war die Reaktion ablehnend. Fischers Konzept - er will die BHF-Bank der Investmentbank Kleinwort Benson verschmelzen - überzeugte die Kontrolleure schon damals nicht.

   Nun läuft der zweite Versuch. Der formelle Antrag liegt der Behörde seit September vor, doch erst wenn alle von ihr gewünschten Unterlagen vorliegen, läuft die Uhr. Dann hat die BaFin 60 Tage Zeit, sich für oder gegen den Kauf zu entscheiden.

Obwohl die Frist noch nicht läuft, wird es für die Deutsche Bank als Verkäufer und RHJI als Käufer eng. Wie aus Kreisen der beteiligten Parteien verlautete, ist ihnen selbst nach der langen Vorlaufzeit noch immer nicht klar, welche Informationen genau der Bafin fehlen. Aus Sicht von Käufer und Verkäufer sind alle Voraussetzungen gegeben, die Übernahme zu genehmigen. Das sieht die Bafin anders. Sie fordert mehr finanzielle Absicherung für die BHF.

Dabei ist die RHJI-Tochter Kleinwort Benson mit einer Kapitalquote von 21 Prozent finanziell stärker als die meisten Institute ausgestattet. Auch hat sie sich bereit erklärt, die BHF im Falle einer Schieflage zu helfen.

Aber das scheint den Finanzaufsehern nicht zu reichen. Sie wollen ein stärkeres Bekenntnis der finanzstarken Co-Investoren von RHJI, im Falle einer Schieflage einzugreifen. Das wollen die drei Co-Investoren - Blackrock, der BMW-Aktionär Stefan Quandt und die chinesische Fosun Group – anscheinend aber nicht abgeben. Aus ihrer Sicht wäre das Risiko angesichts des nach wie vor unsicheren Finanzmarktes zu groß.

Daran könnte das Verkaufsvorhaben erneut scheitern. Dass die BHF im Grunde solide aufgestellt und profitabel arbeitet, spielt für die Bankenaufsicht keine Rolle. Sie verlangt bei jedem Bankendeal eine gesicherte Finanzierung, die hoch genug ist für den Fall, dass die BHF-Bank doch ins Schlingern kommen sollte.

Schon einmal musste die Deutsche Bank einen Verkauf der BHF-Bank absagen, weil die Aufsichtsbehörden sich querstellten. Im April 2011 platzte der Vertrag mit der liechtensteinischen Bank LGT.

Von Madeleine Nissen Kontakt zum Autor: madeleine.nissen@dowjones.com   DJG/maw/rio Dow Jones Newswires November 23, 2012 10:00 ET (15:00 GMT)

Bildquellen: Deutsche Bank AG

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