18.02.2013 17:25
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Auf der Überholspur mit deutschen Nebenwerten

Small und Mid Caps entwickeln sich ungeachtet der Konjunkturabkühlung besser als der DAX. Zertifikate bringen die Werte ins Depot.
Mit der Ankündigung, wenn nötig unbegrenzt Staatsanleihen der Problemländer Südeuropas aufzukaufen, hat Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, im Sommer 2012 für einen Abbau der Risikoprämien und einen Kursschub an den europäischen Aktienmärkten gesorgt. Von der Rückkehr der vor allem institutionellen Anleger haben zunächst einmal die europäischen Blue Chips profitiert. Überraschend führte der deutsche Leitindex DAX mit einem Gewinn von 29 Prozent die Rangliste der etablierten Aktienmärkte der Industriestaaten an. Viele Analysten wie Anleger extrapolieren die Entwicklung von 2012 auf das gerade angefangene Jahr und spekulieren darauf, dass die 30 Blue Chips in wenigen Wochen bereits ein neues Rekordhoch erreichen. 8.400 bis 8.500 Zähler werden als Ziel angesehen. Dann aber wird die Luft dünn. Eine Reihe von Analysten geht davon aus, dass der DAX mit einem Kurs-Gewinn- Verhältnis von rund 12 im laufenden Jahr fair bewertet ist. Nur wenige Experten sind skeptisch und erwarten eine Seitwärtsbewegung unter Schwankungen wegen der rezessiven Tendenzen in Europa.

Doch ein Blick auf die zweite und dritte Reihe bei den deutschen Aktien lohnt sich. Nachdem der MDAX im Oktober vergangenen Jahres ein Rekordhoch erreicht hatte, kam es zu einer Korrektur. Anleger zogen ihr Kapital aus den Small und Mid Caps ab und investierten es in die Blue Chips. Doch die Stimmung hat gedreht. Vor wenigen Tagen überschritten die mittelkapitalisierten Werte im MDAX und die Small Caps im SDAX den alten Rekordkurs und schnupperten wieder Höhenluft. Seit dem Jahresanfang haben die Nebenwerte den DAX deutlich geschlagen. Der MDAX erzielt seit Jahresanfang einen Gewinn von 9,2 Prozent, der SDAX kommt auf ein Plus von 13,6 Prozent. Eine Handvoll Experten erwartet, dass die Mid Caps die Anleger auch in den kommenden Monaten erfreuen werden, obwohl die Bewertungen – gemessen am geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis für Ende 2013 – für den MDAX bei 14,6 und für den SDAX bei 17 liegen. Die Experten begründen ihren Optimismus auf einer Reihe von Untersuchungen, die zeigen, dass die Nebenwerte in der überwiegenden Zahl der Fälle die Blue Chips ouperformen konnten. Zuletzt bescheinigten die Experten vom Bankhaus Warburg den Mid und Small Caps weiteres Potenzial. Ihre Analysen ergaben, dass sich der MDAX in 11 von 13 Jahren durchschnittlich mit 8,3 Prozent p.a. besser entwickelt hat als der DAX. Ein ähnliches Ergebnis ist auch auf europäischer Ebene zu beobachten. In 10 der vergangenen 13 Jahre hat der STOXX-Small- Cap-Index gegenüber dem STOXX 50 die Nase vorne.

Der deutsche Mittelstand, der im MDAX vertreten ist, gilt als hochspezialisiert und im globalen Wettbewerb meist als Champion. Es handelt sich bei den Mittelständlern um hochwertige Wachstumsunternehmen mit Preissetzungsmacht, finanzieller Stabilität und nachhaltiger Dividendenrendite. Zu diesen Unternehmen gehören beispielsweise die auf Industrieroboter und automatisierte Produktionslösungen spezialisierte Kuka, der Schmierstoffproduzent Fuchs Petroclub oder auch der Spezialchemieanbieter Symrise. Die Beherrschung des Marktes und häufig anzutreffende inhabergeführte Strukturen sorgen für attraktive Kennzahlen und eine langfristige Ausrichtung der Unternehmensstrategie. Da weniger als 10 Prozent der rund 5.500 europäischen Small und Mid Caps von Analysten laufend beobachtet und analysiert werden, finden sich in diesem Universum zahlreiche Papiere mit einem Bewertungsabschlag.

Anleger, die seit der letzten Besprechung des Nebenwertesegments Ende November vergangenen Jahres über ein Partizipationszertifikat in den MDAX (DE0008991647) investiert haben, können sich mittlerweile über einen Gewinn von rund 12 Prozent freuen. Das Indexzertifikat der HypoVereinsbank auf den SDAX (DE000HV0SDX3) erreichte seit November einen Gewinn von mehr als 16 Prozent. Rechnet der Anleger damit, dass sich der MDAX auch in den kommenden Wochen besser entwickeln wird als der DAX, kann er über einen Alpha-Turbo MDAX long / DAX short Alpha-Turbo der DZ Bank (DE000DZD2850) auf die relative Outperformance der Mid Caps gegenüber dem DAX mit einem Hebel von 10 setzen. Dabei kauft der Anleger fiktiv eine MDAX-Position und verkauft auf der anderen Seite den DAX. Die Differenz multipliziert mit dem Faktor 10 ist der Gewinn. Seit dem Jahresanfang stieg das Hebelprodukt um mehr als 68 Prozent.

Für spekulativ eingestellte Anleger bietet die Commerzbank ein Faktor 4x Long Zertifikat auf den MDAX (DE000CZ34NL7) an, das die Bewegungen des Nebenwerteindex mit dem Faktor 4 hebelt. Seit Ende November stieg der Kurs des Zertifikats um mehr als 50 Prozent. Für konservativere Anleger, die regelmäßige Zahlungsströme schätzen, hat die Deutsche Bank eine Aktienanleihe auf den MDAX (DE000DX4H717) im Angebot, die bei einer Laufzeit bis Ende Dezember dieses Jahres einen Kupon von 5 Prozent abwirft. Bei einem aktuellen Kurs von 99,90 Euro errechnet sich eine Rendite von 4,43 Prozent p.a.

Für die vorsichtigen Anleger bietet die BNP Paribas ein Bonuszertifikat ohne Cap auf den MDAX (DE000CZ1QMS7) an, das bis Ende Dezember eine Rendite von 4,1 Prozent bzw. 4,7 Prozent p.a. bietet. Der Anleger nimmt allerdings uneingeschränkt an der Aufwärtsbewegung des MDAX teil. Die Knock-in-Schwelle liegt bei 10.000 Punkten, also etwas mehr als 22,7 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Das Aufgeld liegt nur bei rund 9 Prozent.

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Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.“

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