03.12.2012 14:19
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Gewinne mit den Substanzwerten aus der zweiten Reihe

Small und Mid Caps schlagen die Blue Chips. Viele Marktführer werden mit einem Bewertungsabschlag gehandelt.
Günstige Bewertung birgt Übernahmefantasie. Zertifikation erlaubt diversifizierten Einstieg.

Während die 30 Blue Chips im DAX seit Mitte September orientierungslos seitwärts tendieren, haben die Nebenwerte im MDAX Anfang November ein Rekordhoch erreicht. Der Rekordstand bei 11.493 Punkten aus dem Jahr 2007 wurde Ende Oktober dieses Jahres mit 11.580 Zählern leicht überschritten. Der Mid-Caps- Index verbuchte im laufenden Jahr einen Gewinn von rund 26 Prozent. Damit konnte er den DAX um rund 5 Prozentpunkte schlagen. Beeindruckender sieht die Entwicklung über längere Zeiträume aus. Seit November 2009 stiegen die mittelkapitalisierten Werte um 59,1 Prozent, der DAX erreichte ein Plus von „nur“ 29 Prozent. Ein ähnliches Bild ist auch weltweit zu sehen. So weist der MSCI World Mid Caps eine Rendite von 6,9 Prozent jährlich aus, 4,5 Prozent p.a. sind es beim MSCI World. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,7 sind die Mid Caps eher neutral bewertet. Allerdings weisen Analysten wie Thyra Zerhusen von Fairpointe Capital darauf hin, dass Mid Caps ein höheres Wachstum aufweisen als Large Caps. Ein Blick in das Universum der Nebenwerte zeigt eine Reihe innovativer Unternehmen, die in vielen Fällen Marktführer in ihrem Segment sind. Unter den sogenannten Hidden Champions befinden sich Unternehmen wie beispielsweise W.E.T. Automotive Systems, die beheizbare Autositze herstellen. Auch Hermle zählt mit seinen Fräsmaschinen zu den führenden Anbietern. Auch Krones, der Hersteller von Abfüllanlagen für die Getränkeindustrie, gilt als Weltmarktführer. Die Small und Mid Caps gelten als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Da weniger als 10 Prozent der rund 5.500 europäischen Small und Mid Caps von Analysten gecovered werden, finden sich in diesem Universum zahlreiche Papiere mit einem Bewertungsabschlag. Angesichts günstiger Bewertungen und hoher Barmittelbestände gelten die Small und Mid Caps auch als potenzielle Übernahmekandidaten. So übernahm die österreichische Andritz den deutschen Automobilzulieferer Schuler im Mai dieses Jahres. Im Oktober machte der US-Finanzinvestor Advent den Douglas-Aktionären ein Angebot. Das Verlagshaus Burda hat die Hand nach dem Hamburger Karriere-Netzwerk Xing ausgestreckt. Außerdem erwarten die Experten kräftige Kursgewinne bei einem Turnaround der Weltwirtschaft. Erfahrungsgemäß haben die Nebenwerte in Erholungszeiten die Nase vorn vor den Blue Chips. Charttechnisch steht einem weiteren Anstieg des MDAX allerdings noch ein Widerstand entgegen. Im Langfristchart auf Monatsbasis hat sich im Bereich bei 11.221/11.493 Punkten eine waagerechte Widerstandszone ausgebildet. In den zurückliegenden vier Monaten sind sämtliche Versuche der Mid Caps gescheitert, diese Barriere nachhaltig zu bezwingen. Knacken die 50 Werte diese Rekordmarke, stehen keine Widerstände mehr im Weg, die als Kursziele fungieren können. Analysten erwarten dann einen Anstieg im ersten Schritt bis auf 11.800 Punkte. Auch ein höheres Kursniveau ist danach nicht ausgeschlossen.

Für konservative Anleger, die an einer Aufwärtsbewegung des MDAX partizipieren wollen, bietet die Deutsche Bank ein Partizipationszertifikat (DE0008991647) an, das die Bewegungen des Mid-Caps-Index eins zu eins abbildet. Ebenfalls für konservative Anleger bietet die Commerzbank ein Bonuszertifikat auf den MDAX (DE000CZ1QMS7) an, das in den kommenden zehn Monaten eine Rendite von 9,6 Prozent bzw. 11,6 Prozent p.a. bietet. Die Knock-in-Schwelle liegt bei 10.500 Punkten, also etwas mehr als 8 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Das Aufgeld liegt nur bei rund 5,5 Prozent. Ein Indexzertifikat der HypoVereinsbank auf den SDAX (DE000HV0SDX3) spiegelt die Kursbewegungen der Small Caps wider.

Für spekulativ eingestellte Anleger bieten die Emittenten Faktorzertifikate auf Einzeltitel aus dem MDAX wie Beiersdorf, Bilfinger oder Lanxess und auch auf den Index selbst an.

Von der Commerzbank kommt ein Faktor 4x Long Zertifikat auf den MDAX (DE000CZ34NL7), das die Bewegungen des Nebenwerteindex mit dem Faktor vier hebelt. Im laufenden Jahr stieg der Kurs des Zertifikats um mehr als 100 Prozent. Im Zwölfmonatszeitraum sind es sogar 150 Prozent.

Ebenso wie die deutschen Nebenwerte hatten auch die Small und Mid Caps an der US-Börse im laufenden Jahr die Nase vorn. So stieg der Russel 2000 in den zurückliegenden 12 Monaten um mehr als 20 Prozent. Dieser Index bildet die Wertentwicklung von 2.000 Small Caps aus dem amerikanischen Aktienuniversum ab. Anleger müssen hierbei auf einen Indexfonds von Source (IE00B60SX402) zurückgreifen, der diesen Index handelbar macht. Die Verwaltungsvergütung liegt bei 0,45 Prozent jährlich. Eine Alternative ist der ETF MSCI USA Small Caps von ComStage (LU0392496005). Dieser Index bildet die Kursentwicklung der Aktien im Small-Cap-Segment des US-Marktes ab.

Die Small Caps des eidgenössischen Nachbarlandes lassen sich mit dem Schweiz Swiss Midcap Indexzertifikat der Royal Bank of Scotland (NL0000732303) abbilden. Der Index enthält 30 Unternehmen aus der Schweiz. Im laufenden Jahr verzeichnete das Zertifikat einen Gewinn von 8,5 Prozent, über ein Jahr liegt das Plus bei 13,7 Prozent. Mit einem Zertifikat der RBS kann der Anleger auf den DAXglobal Austria MidCap (DE000AA0QBB9) setzen. Dieser beinhaltet kleine und mittelgroße Unternehmen aus Österreich. Die Einjahresperformance liegt bei 19,3 Prozent. Die Nebenwerte konnten sich damit besser entwickeln als die des Schweizer Nachbarn.



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Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse.“

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