29.07.2013 22:32
Bewerten
 (0)

Badische Neueste Nachrichten: Krankenakte Platzeck

Karlsruhe (ots) - Politik ist ein kräftezehrendes Geschäft. Für die Politiker und Politikerinnen in der ersten, aber auch in der zweiten Reihe gehört der Raubbau am eigenen Körper, an der eigenen Gesundheit mit zur Stellenbeschreibung. Der Wähler übt Dauerkritik und erwartet Dauerpräsenz. Die immer komplexer werdende Politik und das hohe Tempo in der neuen Medienwelt gestatten eine Auszeit zur nötigen Regeneration höchstens in minimaler Dosis. Da gibt es sicherlich Politiker mit einer eisernen Konstitution, die vieles wegstecken - und es gibt die anderen, wie etwa Matthias Platzeck. Seitdem er an vorderster Stelle der Politik wirkte, wurde seine Krankenakte immer dicker: In ihr notiert sind all die Hörstürze, Rückenleiden, permanenten Erkältungen oder grippalen Infekte, zuletzt gar ein leichter Schlaganfall. Als er sich als SPD-Vorsitzender einst vollends in das grelle Scheinwerferlicht wagte, endete dies 2006 nach wenigen Monaten im gesundheitlichen Debakel. Der sensible Platzeck war dem allem nicht gewachsen. Er erkannte es rechtzeitig und beschränkte sich auf das Amt des Ministerpräsidenten in Brandenburg. Hier wurde er in der Wendezeit zum Politiker, hier war er populär. In der Tat ragte das Politiktalent aus Potsdam zwischen den oft grauen Regierungschefs der neuen Bundesländer heraus wie ein Paradiesvogel. Doch selbst in Potsdam hat die Politik inzwischen eine erhöhte Schlagzahl. Der Abgang skandalträchtiger Minister, die Koalition mit der Linken, dann die Bruchlandung mit dem Flughafen Berlin-Brandenburg - auch hier ist die Politik kräftezehrend. Als Platzeck dann zur Überraschung aller noch den Aufsichtsratsvorsitz des Skandal-Flughafens übernahm, ein Amt übrigens, das wahrscheinlich drei gestandene Männer gleichzeitig beschäftigen würde, war klar, was kommen musste. Es kam der Schlaganfall. Nun zieht ein Sympathieträger die richtigen Lehren. Gesundheit ist ein hohes Gut. Kein Amt der Welt ist so schön, dass man dafür das Leben riskieren sollte.

Originaltext: Badische Neueste Nachrichten Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/104277 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_104277.rss2

Pressekontakt: Badische Neueste Nachrichten Klaus Gaßner Telefon: +49 (0721) 789-0 redaktion.leitung@bnn.de

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt mit Verlust -- Wall Street uneins -- Air Berlin: Zusammenlegung von Töchtern kein Thema -- Fed-Chefin Yellen bleibt bei Zinserhöhung vage -- Microsoft, RWE, eBay im Fokus

Lufthansa droht Pilotenstreik. Draghi fordert wachstumsfreundlichere Politik. WTO verurteilt Argentiniens Importbeschränkungen. Bundeskartellamt leitet kein Missbrauchsverfahren gegen Google ein. Wirtschaftsprofessor: Mehr Vereine werden BVB folgen. Rocket Internet sichert sich weiteren Aktionär.
Wo wohnt man am teuersten?

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Diese Models verdienten 2014 am meisten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?

Welcher Nationaltrainer verdient am meisten?

In welchen Disziplinen ist Deutschland Weltspitze?

Wer ist die reichste erfundene Gestalt?

Wer kickt am besten?

mehr Top Rankings
Laut Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig wirken befristete Jobs wie die Anti-Baby-Pille. Sind Sie auch dieser Meinung?
Abstimmen
Direkt zu den Ergebnissen