29.07.2013 22:38
Bewerten
 (0)

Badische Neueste Nachrichten: Ohne Augenmass

Karlsruhe (ots) - Wikileaks-Informant Bradley Manning und NSA-Geheimnisaufdecker Edward Snowden haben vordergründig ein paar Gemeinsamkeiten. Beide blicken auf eine schwierige Jugend zurück und wollten einmal Soldaten werden. Desillusioniert, von dem was sie sahen, entschlossen sie sich, Staatsgeheimnisse an die große Glocke zu hängen. Manning erwartet sein Urteil in dem Militärprozess von Fort Meade. Snowden müsste bei einer Rückkehr in die USA seinerseits damit rechnen, vor den Kadi gezerrt zu werden. Soweit die Gemeinsamkeiten. Ansonsten könnten die beiden Männer nicht verschiedener sein. Der Wikileaks-Lieferant wollte zeigen, dass die US-Regierung dem Volk keine Geheimnisse vorenthalten darf. Snowden ging es darum, den Bürgern zu helfen, private Geheimnisse vor der Regierung zu schützen. Das Problem bei Manning besteht darin, dass er unmöglich wissen konnte, was in den 700 000 Dokumenten stand, die er an Wikileaks weitergab. Seine Annahme, Regierungen dürften keine Geheimnisse haben, ist rundherum falsch. Ohne vertrauliche Kommunikation wäre keine Diplomatie möglich. Hätte er sich auf ausgewählte Informationen beschränkt, stünde es anders um ihn. Manning jedoch wegen "Feindeshilfe" zu verurteilen, ist auf der anderen Seite eine Überreaktion des Staates. Auf dem Spiel steht die Zukunft des investigativen Journalismus. Wenn die Publikation unangenehmer Informationen so gewichtet wird, stehen auch Reporter, die helfen, sie zu veröffentlichen, künftig mit einem Fuß im Gefängnis. Es bleibt zu hoffen, dass die Militärrichterin das nötige Augenmaß hat, das der Regierung in diesem Fall fehlt. Und auch bei Snowden vermissen lässt. Der "Whistleblower" hat bewusst gegen Gesetze verstoßen, um aufzudecken, wie die Geheimdienste systematisch Verfassungs-Garantien untergraben. Snowden hat niemanden verraten, sondern den Verrat an den Bürgern aufgedeckt. Sein Handeln kann als ziviler Ungehorsam gewertet und sollte von Präsident Barack Obama entsprechend behandelt werden.

Originaltext: Badische Neueste Nachrichten Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/104277 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_104277.rss2

Pressekontakt: Badische Neueste Nachrichten Klaus Gaßner Telefon: +49 (0721) 789-0 redaktion.leitung@bnn.de

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt über 2 Prozent fester -- Staatsschulden: Ukraine verkauft massenweise Gold -- US-Börsen schließen im Plus -- Chinas Notenbank senkt überraschend Leitzinsen -- Alibaba im Fokus

GDL und Bahn verhandeln weiter. Megafusion in der britischen Versicherungsbranche. Angebot an Hawesko-Aktionäre jetzt offiziell. RBS besteht Stresstest trotz Rechenfehler. Burger King schaltet im Streit um Filialen Gericht ein. Porsche vermietet seine Sportwagen künftig auch. Deutsche-Bank-CFO empfiehlt Alternative zum Sparbuch.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Das sind Deutschlands Global Player

träger

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Der Gesetzentwurf zur Frauenquote in den Führungsetagen von Unternehmen stößt in der Union auf wachsenden Widerstand. Wie stehen Sie zu diesem Thema?