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09.02.2012 13:45

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Bank of England öffnet wieder die Geldschleusen


   LONDON (Dow Jones)--Die Bank of England (BoE) öffnet angesichts der Wirtschaftsflaute in Großbritannien wieder ihre Geldschleusen. Um den stotternden Konjunkturmotor anzukurbeln, beschlossen die Währungshüter, das zuletzt im Oktober 2011 erhöhte Zielvolumen des Wertpapierportfolios erneut um 50 Milliarden Britische Pfund auf 325 Milliarden Pfund aufzustocken. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten im Konsens eine Ausweitung in dieser Höhe erwartet. Der Leitzins wurde wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,50 Prozent belassen.

   Zur Begründung erklärte die BoE, die Auslandsnachfrage in den wichtigsten Exportmärkten Großbritanniens habe sich zuletzt schwächer entwickelt, zudem hielten die Sorgen über die Schuldenkrise und die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Länder an. Nach dem jüngsten Rückgang des Inflationsdrucks in Großbritannien erwarten die Geldpolitiker, dass der Preisauftrieb in diesem Jahr weiter stark fallen und mittelfristig unter das Inflationsziel von 2,0 Prozent sinken wird.

   Im Oktober 2011 war das Kaufprogramm um 75 Milliarden Pfund erhöht worden. Die britische Wirtschaft wird derzeit von drei Seiten in die Zange genommen: Zum einen bremst die scharfe Sparpolitik der konservativen Regierung das Wachstum, zum anderen verunsichert die ungelöste Schuldenkrise auf dem europäischen Festland die Bürger und die Unternehmer. Darüber hinaus stöhnen die privaten Haushalte unter einem immensen Schuldenberg, der hauptsächlich im Zuge der Immobilienblase aufgebaut wurde.

   Als einziger Retter in der Not bleibt in dieser Lage die Zentralbank, die mit einer extrem lockeren Geldpolitik die Wirtschaft wieder auf Touren bringen kann. Da der Leitzins mit 0,50 Prozent schon fast bei null liegt, kann das nur über eine quantitative Lockerung geschehen.

   Trotz der erneuten Ausweitung gehen viele Beobachter davon aus, dass dies noch nicht das Ende sein wird. Bis das jetzt beschlossene Kaufprogramm abgewickelt ist, dürften nach Angaben der BoE drei Monate vergehen, doch Ökonomen sinnieren schon darüber nach, wie groß das Volumen des Kaufprogramms letztlich sein muss, um die britische Wirtschaft wieder zu einem selbsttragenden Wachstum zu verhelfen.

   Viele Experten erwarten derzeit, dass die BoE im Mai eine weitere Aufstockung des Kaufprogramms um 50 Milliarden auf dann 375 Milliarden Pfund beschließen wird und danach erstmal eine Pause einlegen wird, um die Auswirkungen zu analysieren. Sollte die britische Wirtschaft dann aber immer noch nicht anspringen, wird auch eine Ausweitung des Zielvolumens auf 400 oder sogar 600 Milliarden Pfund für möglich gehalten.

   Das Protokoll für die aktuelle Sitzung wird am 22. Februar um 10.30 Uhr (MEZ) veröffentlicht. Der nächste Inflationsbericht steht am 15. Februar um 11.30 Uhr (MEZ) zur Publikation an.

   -Von Andreas Plecko, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 300, konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/apo/chg

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   February 09, 2012 07:14 ET (12:14 GMT)

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