Spaniens Schulden auf Rekordhöhe gestiegen

Die Schulden des Zentralstaates sind im zweiten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal mit 4,4 Prozent am stärksten gestiegen und entsprechen derzeit 58,3 Prozent des BIP. Die Verschuldung der 17 autonomen Regionen hat sich zwar mit 2,8 Prozent geringer erhöht, ihr Anteil von 14,2 Prozent am BIP ist jedoch ebenfalls ein historischer Rekord. Die Schulden der Regionen haben sich seit 1995 ständig erhöht. Mit 44 Milliarden Euro ist Katalonien die am stärksten verschuldete Region Spaniens. Katalonien hat vor wenigen Wochen bei der Regierung in Madrid Notkredite im Umfang von gut fünf Milliarden Euro beantragt.
Die spanischen Banken sind von der Europäischen Zentralbank indes vollkommen abhängig. Der Betrag, den sie von der EZB ausgeliehen haben, kletterte im August den elften Monat in Folge auf den Rekordwert von 388,7 Milliarden Euro. Das geht aus den Daten der spanischen Notenbank hervor. Im Juli waren es noch 375,6 Milliarden Euro gewesen.
Seit dem sich die Euro-Krise Ende vergangenen Jahres wieder verschärfte, leihen ausländische Banken den spanischen Instituten kaum noch Geld. Außerdem ziehen Kunden ihre Einlagen ab. Beide Entwicklungen führen dazu, dass den Instituten nur noch die EZB als Finanzquelle bleibt. Trotz der Zusicherung eines 100 Milliarden Euro schweren Hilfspakets durch die Europäische Union für die maroden Banken ist das Vertrauen in den Sektor noch nicht zurückgekehrt. /pe/DP/bgf - MADRID (dpa-AFX)
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