Bei dieser klafft eine Lücke von 24,7 Milliarden Euro, wie die spanische Zentralbank nach einem Stresstest mitteilte. Drei weitere verstaatlichte Banken benötigen 21,5 Milliarden Euro, zwei regionale Institute weisen einen Bedarf von 4,3 Milliarden Euro auf und die Banco Popular braucht 3,2 Milliarden Euro.
Im Juli hatte die Eurozone den Spaniern eine Finanzspritze von bis zu 100 Milliarden Euro zugesichert, um die nach dem Platzen der Immobilienblase angeschlagenen Kreditinstitute zu stützen.
Die gute Nachricht des Stresstests: Die drei größten Geldhäuser des Landes, Santander, BBVA und La Caixa, sind ausreichend kapitalisiert. Das trifft auch auf die Institute Sabadell, Bankinter, Kutxabank, Unicaja zu.
EU-Vertreter hatten im Vorfeld geschätzt, dass die wackeligen Banken rund 60 Milliarden Euro an Finanzhilfen aus den Euro-Rettungsfonds benötigen werden. Eine vom Staat geplante "Bad Bank" für besonders riskante Kredite soll den Kapitalbedarf zusätzlich reduzieren.
Die spanische Regierung will mit einem Kraftakt das Vertrauen der Kapitalmärkte zurückgewinnen. Das Kabinett von Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte am Donnerstag das gravierendste Sparpaket angekündigt, das zur Bekämpfung der Schuldenkrise bisher geschnürt wurde. Der Haushaltsentwurf für 2013 sieht Einsparungen in Höhe von 40 Milliarden Euro vor. Dem Land machen vor allem die massiven Schulden spanischer Banken, die nach dem Platzen der Immobilienblase auf einem Berg fauler Kredite sitzen, zu schaffen.
Bei Stresstests wird die Belastungsfähigkeit von Finanzinstituten unter verschiedenen Szenarien geprüft, etwa einem Konjunktureinbruch oder einem Zinsanstieg.
Auf europäischer Seite zeigte man sich erleichtert über die Ergebnisse. Die Veröffentlichung sei einer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Überlebensfähigkeit des spanischen Bankensektors, hieß es von der Europäischen Kommission. Die Kapitalbedürfnisse bildeten die Grundlage für eine mögliche Rekapitalisierung der Banken.
Damit sei alles am Platz, um eine erste Gruppe der spanischen Banken rechtzeitig im November zu rekapitalisieren, teilte die Kommission weiter mit. Allerdings werde die Rekapitalisierung erst stattfinden können, wenn die Pläne dazu von der EU abgesegnet seien.
Auch die Europäische Zentralbank zeigte sich zufrieden mit dem Stresstest: Die unabhängige Prüfung der Bilanzen sei entsprechend der Programme der EU durchgeführt worden. "Die EZB unterstützt die spanischen Behörden nachhaltig bei ihren Plänen, die Kapitalbedürfnisse zeitgerecht zu erfüllen", erklärte die EZB.
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Die Spanien-Krise im Zeitraffer
Platz 19: 2006/2007
Einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes, die Baubranche, bricht zusammen. Schuld ist das Platzen der Immobilienblase, von der Spanien vorher über rund eine Dekade gut profitieren konnte. Die hohen Immobilienpreise lassen sich nicht mehr rechtfertigen, Zinsen steigen, Schuldner können Raten nicht mehr bedienen. Der private Konsum leidet, die gesamte spanische Wirtschaft wankt.
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