EMFIS.COM - Frankfurt 30.01.2012 (www.emfis.de) Mehrere Wochen lang haben die Anleger die schwährende Griechenland-Problematik geflissentlich ignoriert – nun holt sie den Markt möglicherweise doch wieder ein.
Die Verunsicherung über die laufenden Entschuldungs-Verhandlungen, die immer noch in einen Staatsbankrott Griechenlands münden könnten, sorgten an der
Börse Frankfurt heute Vormittag für Abschläge. Daneben war auch Wirtschaftswachstum in den USA mit eigentlich ermutigenden 2,8 Prozent im vierten Quartal nicht so gut wie erwartet ausgefallen.
Italien platziert neue Anleihen Das Griechenland-Problem dürfte auch auf dem heutigen EU-Gipfel eine große Rolle spielen, obwohl hier nur die wenigsten Beobachter kurzfristig mit neuen Erkenntnissen rechnen. Eine wichtige Frage ist auch, ob sich die allgemeine Verunsicherung wieder auf andere klamme Schuldnerstaaten überträgt. Für heute steht etwa eine weitere Emission italienischer Staatstitel an, die von den Marktteilnehmern mit Argusaugen beobachtet werden dürfte.
Bis zum Mittag lag der
Dax heute 0,7 Prozent im Minus bei 6467 Punkten. Der
MDAX gab zuletzt 0,66 Prozent auf 9874 Zähler ab, der
TecDax fiel dagegen lediglich um 0,2 Prozent auf 743 Stellen.
Bankaktien kommen unter die Räder
Angesichts der möglichen Neuauflage der Schuldenkrise verabschiedeten sich die Anleger vor allem aus den Finanzwerten. Hier rutschten Deutsche Bank um 3,6 Prozent auf 32,30 Euro ab, Commerzbank fielen um 3,1 Prozent auf 1,82 Euro und Allianz um 2,6 Prozent auf 83,38 Euro. Eine herbe Breitseite erlitt daneben auch die
Aktie von ThyssenKrupp, die um 3,6 Prozent auf 21,1 Euro nach unten ging. Hier belastet weiterhin die Unsicherheit über den offenbar bevorstehenden Verkauf der Edelstahlsparte Inoxum.
Im Blickpunkt standen auch die Versorgerwerte. Hier stiegen RWE gegen den Trend um 1,1 Prozent auf 29,14 Euro, nachdem der Wert von Morgan Stanley auf „overweight“ aufgestuft worden war. E.ON stuften die Analysten dagegen auf „equal-weight“ ab, doch der bisherige Kursverlust von 1,2 Prozent auf 16,19 Euro blieb im Rahmen der Gesamtmarktentwicklung.