FRANKFURT (Dow Jones)--Die Bayer Schering Pharma AG sieht keinen Erlösrückgang bei ihrer "YAZ/Yasmin"-Produktfamilie. "Die Umsätze wachsen wie geplant", sagte Sprecher Oliver Renner am Samstagabend Dow Jones Newswires. Der "Tagesspiegel" hatte vorab aus seiner Sonntagsausgabe unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet, der zur Bayer AG gehörende Pharmahersteller stelle sich offenbar auf eine sinkende Nachfrage nach den Verhütungsmitteln ein.
So habe der Konzern nach sinkenden Absatzzahlen seine Erwartungen für dieses Jahr schon mehrfach nach unten korrigiert und auch die Produktion bereits heruntergefahren, schreibt die Zeitung. Statt wie bisher im Fünf-Schicht-Betrieb würden die Verhütungspillen im Berliner Stammwerk nur noch in drei Schichten produziert. Anders als im vergangenen Jahr werde jetzt an den Wochenenden nicht mehr produziert. Das solle einen mehrwöchigen Leerlauf in den letzten Wochen des Jahres verhindern.
Den Informationen zufolge wolle der Konzern in diesem Jahr jetzt nicht mehr - wie noch zu Beginn des Jahres - 240 Millionen Verpackungseinheiten in Berlin produzieren, sondern nur noch 180 Millionen, also ein Viertel weniger. Noch im vergangenen Jahr sei das Unternehmen mit der Produktion seiner "Yaz"-Pille kaum hinterhergekommen, weil die Nachfrage vor allem in den USA überraschend hoch gewesen sei.
Unternehmenssprecher Renner sagte Dow Jones Newswires, dass grundsätzlich im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet werde. Gäbe es Kapazitätsspitzen, werde die Produktion erhöht. Dass die Nachfrage gesunken sei, könne er aber ebensowenig bestätigen wie die Planungszahlen, so Renner. Aktuelle Zahlen werde Bayer mit dem Quartalsbericht Ende Juli vorlegen.
Der Tagesspiegel berichtet zudem, dass Bayer sich nach gravierenden Vorfällen im Zusammenhang mit der Einnahme seiner Antibabypille Yasmin offenbar mit Klagen konfrontiert sieht. Renner wollte dies nicht direkt kommentieren. Er erklärte aber, dass es keine Kausalität zwischen der Einnahme des Produkts und Thrombosen gäbe.
Im Jahr 2000 hat es in Deutschland sieben Tote in Zusammenhang mit der Einnahme von Yasmin gegeben, wie die Zeitung schreibt. Dies habe das Bundesinstitut für Arzneimittel bestätigt. Zudem habe das Schweizer TV-Magazin "10 vor 10" kürzlich über den Fall einer 16-Jährigen berichtet, die nach Einnahme der Pille eine schwere Lungenembolie erlitten habe.
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