BERLIN (dpa-AFX) - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat positive Studiendaten für sein neues Darm-Krebsmittel Regorafenib präsentiert. Mit Einnahme des Mittels habe sich die Gesamtüberlebenszeit um 29 Prozent verlängert, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Die Zulassung der Pille zur Behandlung von metastasiertem Darmkrebs will Bayer 2012 beantragen. Im Oktober hatte Bayer nach einer positiven Zwischenanalyse der Studie das Mittel bereits allen Patienten zur Verfügung gestellt.
Die Daten zeigten, dass das Mittel das Krankheitsgeschehen auch noch in einem weit fortgeschrittenen Stadium stabilisiere und das Überleben von Patienten verlängern könne, sagte einer der leitenden Prüfärzte der Studie, Axel Grothey, aus Rochester in den USA der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Patienten hätten sonst keine Behandlungsoptionen mehr. Sicherheit und Verträglichkeit des Mittels seien vergleichbar mit früheren Studienergebnissen.
An der Studie nahmen 760 Patienten mit metastasiertem Darmkrebs teil, deren Tumor unter der aktuellen Standardtherapie weiter fortgeschritten war. Die Rekrutierung der Patienten sei "erstaunlich schnell" erfolgt, erklärte Grothey. Dies zeige, wie verzweifelt die Lage der Patienten sei. Mit ihrem breiten Wirkspektrum habe die Substanz ihre besonderen Stärken in der Studie gezeigt. Viele Patienten hofften nun auf eine rasche Zulassung. Angesichts der positiven Daten wäre Grothey sehr überrascht, wenn es mit der Zulassung nicht klappen würde.
Die Studie wurde in Nordamerika, Europa, China, Japan und Australien durchgeführt. Beim Darmkrebs bilden sich bösartige Tumorzellen in den Geweben des Dickdarms oder des Enddarms. Das sogenannte kolorektale Karzinom sei weltweit die vierthäufigste Krebsart, mit mehr als einer Million neuer Fälle jährlich. Grothey spricht auch vor diesem Hintergrund von einem "ganz großen Potenzial" für das Mittel.
Regorafenib hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA den sogenannten "Fast-Track"-Status für die Behandlung für bestimmte Indikationen erhalten. Der Status soll die Entwicklung von Arzneimitteln zur Behandlung schwerer Erkrankungen mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf erleichtern und die Begutachtung durch die FDA vereinfachen.
Mit Onyx Pharmaceuticals hatte Bayer 2011 vereinbart, dass Onyx Lizenzgebühren für zukünftige weltweite Umsätze mit Regorafenib bei der Krebsbehandlung erhalten würde. Regorafenib ist einer der neuen Hoffnungsträger im Bayer-Pharmageschäft./jha/fn/ck