Leverkusen (aktiencheck.de AG) - Der Pharmakonzern Bayer AG hat am Montag enttäuschende Studienergebnisse für das Krebsmedikament Nexavar bekannt gegeben.
Wie aus einer Pressemitteilung des im DAX30 notierten Pharmakonzerns hervorgeht, habe eine Phase-III-Studie mit Nexavar bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (non small cell lung cancer, NSCLC) nach der finalen Auswertung der Daten ihren primären Endpunkt, der in einer Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit bestand, verfehlt. Ein sekundärer Endpunkt, die Verbesserung der Überlebenszeit ohne Fortschreiten der Erkrankung, war hingegen positiv.
Im Rahmen der so genannten NExUS-Studie wurden Sicherheit und Wirksamkeit der Einnahme von Nexavar in Kombination mit den beiden in Europa gebräuchlichen Chemotherapeutika Gemcitabin und Cisplatin im Vergleich zu der Chemotherapie allein geprüft. An der Studie nahmen Patienten teil, die bestimmte Formen des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms aufwiesen. Ausgenommen waren dabei Patienten mit Plattenepithelkarzinom - einer Unterform der Erkrankung.
Die erhobenen Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit im Nexavar-Arm entsprachen den Erwartungen; neue oder unerwartete Toxizitäten traten nicht auf. Die detaillierten Daten der Studie sollen bei einem der nächsten wissenschaftlichen Kongresse vorgestellt werden, teilte der Konzern weiter mit.
"Wir sind von diesem Ergebnis enttäuscht, insbesondere für die Patienten, die an dieser tödlichen Erkrankung leiden", sagte Dimitris Voliotis, zuständig für die globale klinische Entwicklung von Nexavar bei Bayer HealthCare. "Basierend auf den viel versprechenden Ergebnissen der Phase II sowie kürzlich präsentierten prospektiven Biomarker-Daten bleiben wir dennoch zuversichtlich und werden das breite klinische Entwicklungsprogramm für Nexavar bei Lungenkrebs in Kombination mit anderen Substanzen sowie als Monotherapie in fortgeschritteneren Stadien fortsetzen."
Bayer entwickelt Nexavar gemeinsam mit seinem US-Partner Onyx Pharmaceuticals Inc. .Bei Nexavar handelt es sich um ein in zahlreichen Ländern zugelassenes und eingesetztes Medikament gegen Nieren- und Leberkrebs. Das geschätzte weltweite Umsatzpotenzial des Produkts beträgt Konzernangaben zufolge weiterhin ca. 750 Mio. Euro allein in den zugelassenen Indikationen.
Die Aktie von Bayer notiert aktuell mit einem Minus von 1,64 Prozent bei 47,03 Euro.
(14.06.2010/ac/n/d)