14.03.2013 19:55
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Bei Rhön-Klinikum ist der gordische Knoten noch nicht zerschlagen

   Von Heide Oberhauser-Aslan

   Etappensieg für Bernhard Broermann. Der Asklepios-Eigentümer hat vom Kartellamt grünes Licht erhalten, seinen Anteil an Rhön-Klinikum auf über 10 Prozent aufzustocken. Zwar muss der Konzern im Raum Goslar seine Harzklinik sowie das Medizinische Versorgungszentrum an einen unabhängigen Krankenhausträger veräußern. Die Auflagen sollten aber für die Hamburger verschmerzbar sein. Die Klinik in Goslar etwa steuert mit etwa 84 Millionen Euro weniger als 3 Prozent zu den Konzernerlösen von Asklepios bei - und Kaufinteressenten soll es auch schon geben.

   Asklepios war im Juni mit gut 5 Prozent bei der fränkischen Klinikkette eingestiegen und hatte damit die 3,1 Milliarden schwere Übernahme des Krankenhausbetreibers durch den Gesundheitskonzern Fresenius zum Scheitern gebracht. Die Bad Homburger hatten nicht wie angestrebt 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammeln können. Die hohe Annahmehürde sollte erreicht werden, weil die Satzung von Rhön einem Anteilseigner mit 10 Prozent der Aktien bereits eine Art Sperrminorität gibt.

   Die genaue Anteilshöhe von Asklepios an Rhön-Klinikum ist nicht bekannt, die nächste meldepflichtige Schwelle wären 10 Prozent. Ob und wann Asklepios bei Rhön-Klinikum aufstocken wird, ist derzeit ungewiss. Ob es am Ende ein Erfolg für Asklepios wird, oder ein Pyrrhussieg, ist ebenso nicht absehbar.

   Wohlwollende Betrachter sehen nur ein geringes finanzielles Risiko für Broermann im Falle einer Aufstockung. Sie gehen davon aus, dass Asklepios das Paket jederzeit mit einer Prämie auf den Einstandskurs wieder veräußern könnte. Desweiteren könnte Asklepios mit einem höheren Aktienpaket an Rhön das Entstehen eines übermächtigen Wettbewerbers, wie etwa Fresenius-Rhön, verhindern. Zudem könnte das Unternehmen mit 10 Prozent alleine wichtige Entscheidungen bei Rhön-Klinikum verhindern.

   Die Kehrseite der Medaille: Zukäufe könnten für Asklepios künftig unter Umständen auch schwieriger werden, weil die beiden Unternehmen im Falle einer Aufstockung dann kartellrechtlich zusammengerechnet werden. Somit wäre Asklepios in seiner Wachstumsstrategie überall dort blockiert, wo Rhön-Klinikum schon Kliniken hat.

   Auch mit der Aufstockung des Anteils von Asklepios ist die Blockade im Aktionärskreis von Rhön-Klinikum nicht gelöst. Neben Asklepios und befreundeten Adressen, wie BBraun (5,0 Prozent), halten auch die Wettbewerber Fresenius (5,0 Prozent) und Sana Anteile an Rhön-Klinikum. Sie könnten sich somit bei möglichen Vorstößen eines Konkurrenten gegenseitig ausbremsen. Firmengründer Eugen Münch hält zudem noch 12,5 Prozent.

   Wie sich der private Klinikmarkt mit Rhön-Klinikum und seiner komplizierten Aktionärsstruktur künftig entwickeln wird, gibt daher nach wie vor Rätsel auf. Asklepios-Gegenspieler Fresenius rechnet sich ebenfalls noch Chancen aus mit Rhön-Klinikum, künftig enger zusammenzuarbeiten.

   "Wir hatten bei Helios etwas Großes probiert, das will ich für die Zukunft nicht ausschließen", sagte CEO Ulf M. Schneider unlängst im Interview mit dem Wall Street Journal Deutschland. "Ich gehe davon aus, dass die Rhön-Kliniken unser Konzept eines Zusammenschlusses und die dahinter stehende industrielle Logik weiterhin präferieren", hatte der Manager erklärt.

   Analysten gehen daher davon aus, dass nur eine Verhandlungslösung, möglicherweise auch unter Einbindung von Asklepios, Sana und BBraun, den gordischen Knoten der komplizierten Beteiligungsstruktur zerschlagen kann. Das Management von Rhön-Klinikum hat bereits mit allen wichtigen strategischen Aktionären - außer Asklepios - Gespräche geführt. Bei Asklepios wollte man zunächst die Kartellamtsentscheidung abwarten. Dabei soll ausgelotet werden, ob es Möglichkeiten für eine neue Partnerschaft gibt. Unterschiedliche Gestaltungsvarianten seien hier denkbar, hatte der Rhön-Vorstand im Januar erklärt.

   Kontakt zur Autorin: heide.Oberhauser@dowjones.com

   DJG/hoa/kla

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   March 14, 2013 13:37 ET (17:37 GMT)

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