07.09.2012 20:04
Bewerten
(0)

Berlin will keine überstürzte EU-Bankenaufsicht - Regierungskreise

DRUCKEN

   Von Andreas Kißler

   BERLIN--Die Bundesregierung besteht bei der geplanten europäischen Bankenaufsicht laut Regierungskreisen auf einem gründlichen Vorgehen und warnt davor, das von Brüssel zum Jahreswechsel geplante Projekt zu überstürzen. "Wir haben nichts davon, wenn wir jetzt schnell etwas schaffen, das nur auf dem Papier steht", sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter in Berlin. "Wir brauchen einen realistischen Zeitplan, damit dies auch vernünftig aufgebaut werden kann."

   Zwar habe die Bundesregierung "ein ausgesprochen großes Interesse daran, dass eine starke europäische Bankenaufsicht installiert wird, und dass das auch schnell passiert". Jedoch müsse die Aufsicht effektiv sein und vor allem auch ausreichend mit Personal und technischen Mitteln ausgestattet werden. "Wir brauchen Personal, es muss hinreichend sein, es muss qualifiziert sein, es muss Erfahrung in der Bankenaufsicht haben", sagte der Beamte. Nötig sei außerdem zunächst eine "Konzentration auf die wichtigen Fragen, also zunächst einmal die systemischen Risiken im Finanzsystem".

   Die EU-Kommission will ihre Vorschläge für eine umfassende Bankenaufsicht durch die EZB Mitte September vorstellen. Der zuständige EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier hat aber in der vergangenen Woche bereits Grundzüge der Neuordnung der Bankenaufsicht skizziert und sich für eine Überwachung aller Banken durch die Europäische Zentralbank (EZB) ausgesprochen.

   Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich am Donnerstag in einer internen Sitzung der Unionsfraktion laut Teilnehmern für ein "abgestuftes Modell" der Bankenaufsicht in der Europäischen Union stark gemacht und sich damit erneut in Widerspruch zu den Plänen der Kommission begeben. Während die EZB direkt die systemrelevanten Banken beaufsichtigen soll, sollen die nationalen Bankenaufsichten demnach weiter für kleinere Institute zuständig sein. Ein Teilnehmer der Klausurtagung des Unionsfraktionsvorstandes sagte aber, dies solle die Möglichkeit vorsehen, dass die EZB "in Einzelfällen" auch auf die nicht systemrelevanten Banken zugreifen könne.

   Die Unionsführungsriege hat sich nach Angaben der CSU-Landesgruppenvorsitzenden Gerda Hasselfeldt bei der Sitzung am Donnerstag - wie zuvor bereits schon Schäuble - skeptisch über ein rechtzeitiges Inkrafttreten der Bankenaufsicht zum Jahreswechsel gezeigt. "Es schien uns sehr utopisch zu sein, dass schon zum 1. Januar 2013 diese europäische Bankenaufsicht installiert werden kann", berichtete sie.

   Kontakt zum Autor: andreas.kissler@dowjones.com

   DJG/ank/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   September 07, 2012 13:00 ET (17:00 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 00 PM EDT 09-07-12

Melden Sie sich jetzt an!

Sind ETFs das beste Anlageprodukt der Welt oder droht wegen des ETF-Booms eine Krise? Im Online-Seminar am 14. Dezember setzt sich Thomas Wolff von Scalable kritisch mit dem Thema Indexfonds auseinander.
Hier zum ETF-Webinar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Webinar: Der große Ausblick auf 2018!

Am 13. Dezember gibt Simon Betschinger von TraderFox im Anlegerclub der Börse Stuttgart einen Ausblick auf das kommende Börsenjahr. Dabei nimmt er ausgewählte Aktien unter die Lupe und erklärt, warum er genau diese Werte für besonders aussichtsreich hält.
Jetzt kostenfrei registrieren
und dabei sein!

Heute im Fokus

DAX schließt mit Verlusten -- Dow endet auf Allzeithoch -- US-Notenbank erhöht den Leitzins -- innogy senkt Ausblick für Betriebsergebnis 2017 -- Bitcoin, TUI, Aurubis, Wirecard, Airbus im Fokus

US-Notenbankchefin Yellen warnt vor Bitcoin: 'hoch spekulativ'. US-Tochter der Telekom kündigt Zukauf und eigenen TV-Dienst an. Air-Berlin-Tochter Niki meldet Insolvenz an. Apple investiert kräftig in Face-ID-Partner Finisar. METRO will nach Aufspaltung schneller voran kommen. Athen leiht sich kurzfristig Geld - für weniger Zinsen.

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Neuer Platz Eins
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
Renteneintrittsalter
Hier arbeiten die Menschen am längsten
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
mehr Top Rankings

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Steinhoff International N.V.A14XB9
EVOTEC AG566480
RWE AG St.703712
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
AIXTRON SEA0WMPJ
E.ON SEENAG99
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BP plc (British Petrol)850517
Sabina Gold & Silver Corp.A0YC9U
CommerzbankCBK100
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
Bitcoin Group SEA1TNV9