31.01.2013 20:45
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Bertelsmann erwägt Verkauf von RTL-Anteilen

    GÜTERSLOH (dpa-AFX) - Europas größter Medienkonzern Bertelsmann erwägt den Verkauf von Anteilen an der RTL Group. Bertelsmann werde aber auf jeden Fall eine qualifizierte Mehrheit von etwa 75 Prozent behalten, teilte der Konzern am Donnerstagabend in Gütersloh mit. Der Aufsichtsrat habe grundsätzlich zugestimmt. Es sei aber noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Derzeit hält Bertelsmann 92,3 Prozent der Stimmrechte an der RTL Group. Die RTL Group ist der größte Unterhaltungskonzern Europas und zugleich größter Geschäftsbereich von Bertelsmann.

 

    "Die RTL Group ist und bleibt ein erfolgreiches Kerngeschäft von Bertelsmann und eine starke Säule unseres Portfolios", erklärte der Bertelsmann -Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe. Ein Verkauf von Anteilen sei nur eine von mehreren Optionen. Etwaige Erlöse würden in "neue strategische Wachstumsgeschäfte investiert". "Zu unseren definierten Wachstumsplattformen zählen beispielsweise das Musikrechtegeschäft, der Bereich Bildung sowie Information Services, E-Commerce etc.", sagte Rabe.

 

    Die Aktien der RTL Group werden an den Börsen in Luxemburg und Brüssel gehandelt. "Die Gruppe hält Beteiligungen an 54 TV-Sendern und verfügt mit Fremantle Media über eine global führende Aufstellung im Bereich TV-Produktion", hieß es.

 

    Rabe, seit Anfang 2012 im Amt, hat dem Konzern einen strammen Wachstumskurs verordnet. Dazu sei zusätzliches Eigenkapital in Milliardenhöhe notwendig, hatte Rabe im September 2012 betont. Um den Ausbau des Kerngeschäfts und Übernahmen zu finanzieren, seien das Eigenkapital und die derzeitigen Erträge nicht ausreichend.

 

    Nach vorläufigen Zahlen hat Bertelsmann den Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2012 auf 16 Milliarden Euro gesteigert, ein Plus von fünf Prozent, bezogen auf das organische Wachstum seien es 3 Prozent gewesen. Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen erreichte wie im Vorjahr 1,7 Milliarden Euro. Die Nettofinanzschulden verringerten sich zum Jahresende auf 1,2 Milliarden Euro (31. Dezember 2011: 1,8 Milliarden Euro). Die endgültigen Zahlen werden am 26. März veröffentlicht./mb/DP/he

 

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