Die Gespräche über den Verkauf des Frankfurter Traditionsinstituts befänden sich auf der Zielgeraden, schreibt die Tageszeitung "Welt" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise. Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkomme, könnten in den nächsten 24 Stunden die Verträge unterschrieben werden, berichtet das Blatt. Bis dahin sollen die zuständigen Gremien bei der
Deutschen Bank, RHJI und weiteren Co-Investoren zugestimmt haben. Die Käufer zahlen dem Blatt zufolge rund 400 Millionen Euro für die BHF. Das Haus hatte die
Deutsche Bank vor zweieinhalb Jahren zusammen mit der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim übernommen.
Dem Verkauf waren zähe Verhandlungen vorausgegangen, die sich über ein Jahr lang hinzogen. Während sich die Deutsche Bank und RHJI nach Informationen der Zeitung im Wesentlichen bereits Ende März einig waren, fehlte es lange Zeit noch an der Zustimmung der Finanzaufsicht BaFin. Die Aufseher hatten offenbar Bedenken, ob die Finanzholding unter der Führung des früheren Dresdner-Bank-Managers Leonhard Fischer für eine ausreichende Eigenkapitalausstattung bei der BHF sorgen kann, schreibt das Blatt. RHJI soll sein Konzept zuletzt noch einmal nachgeschärft haben, um die Aufsicht doch noch zu überzeugen, wie Kenner der Gespräche der Zeitung berichten. Die offizielle Zustimmung der Aufsicht stehe allerdings noch aus. Die formelle Prüfung beginne erst nach Unterschrift der Kaufverträge. Daher sei auch noch nichts entschieden, hieß es.
Das Geld für die Übernahme bringe RHJI nicht allein auf, schreibt das Blatt. Drei namhafte Co-Investoren seien an der Transaktion beteiligt. Neben dem weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock und dem chinesischem Mischkonzern Fosun solle auch ein deutscher Investor aus dem Kreis der großen Familienunternehmen mit von der Partie sein. Laut der Zeitung handelt es sich dabei um den Unternehmer Stefan Quandt, der unter anderem Großaktionär beim Autokonzern BMW ist. Ein Sprecher seiner Beteiligungsgesellschaft Aqton wollte dies dem Blatt nicht kommentieren. Auch die Deutsche Bank wollte sich auf Anfrage der Tageszeitung nicht zum Stand der Gespräche äußern./jha/stb
BERLIN (dpa-AFX) -