FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Betriebsrat der Deutschen
Börse (
Deutsche Boerse) befürchtet angesichts der hohen Kosten der gescheiterten Fusion mit der New Yorker Börse weitere Einsparungen auf dem Rücken der Belegschaft. "Ein ungeheurer Ressourcenverbrauch liegt hinter uns. Er dürfte an die 100 Millionen Euro heranreichen, interne Management-Ressourcen nicht eingerechnet", schrieb die Arbeitnehmervertretung über die zu Grabe getragene Fusion am Donnerstag per Rundmail an die Angestellten des Unternehmens. Wenn sich das Management nun wieder dem weniger spektakulären Tagesgeschäft zuwendet, um aus eigener Kraft weiter zu wachsen, erwarten die Arbeitnehmervertreter zugleich, dass "dem Vorstand mehr einfällt als in den bekannten Sparmodus zurückzufallen".
Dass Scheitern des Zusammenschlusses lasse aufatmen angesichts der zuvor umgegangenen Sorge vor einem unumkehrbaren Einfluss der USA. Dieses Aufatmen sei nicht nur in der Belegschaft, sondern unter anderem auch bei Repräsentanten des Finanzplatzes unüberhörbar gewesen, heißt es weiter.
Die Fusion von Deutscher Börse und NYSE Euronext (NYSE Group) zum weltgrößten Börsenbetreiber war Anfang Februar am Veto der EU-Wettbewerbsbehörden gescheitert. Diese hatte ihre Zustimmung verweigert, da sie die Entstehung einer monopolartigen Stellung auf dem Markt für europäische Finanzderivate befürchtet hatte. In diesem Bereich kommen die Börsen mit ihren Töchtern Eurex (Deutsche Börse) und Liffe (NYSE Euronext) auf mehr als 90 Prozent Marktanteil./ck/he