15.01.2013 16:44
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Indien stellt Haftbefehle gegen Porsche-Topmanager aus

Betrug und Bedrohung?
Der Sportwagenhersteller Porsche hat Ärger mit seinem ehemaligen indischen Vertriebspartner. Gegen Vorstandschef Müller wurde Haftbefehl erlassen.
Der bezichtigt die VW-Tochter des Betrugs, der Bedrohung und illegaler Verabredungen. Mit Erfolg: Ein indisches Gericht stellte Haftbefehle gegen neun Topmanager der Stuttgarter aus, darunter Vorstandschef Matthias Müller.

   "Unsere Rechtsabteilung ist eingeschaltet und prüft derzeit die Lage", sagte Vorstandschef Müller auf der Automesse in Detroit. Als Mitbeschuldigter wollte er die Situation nicht weiter kommentieren.

   Ein Gericht im Jaipur hatte die Haftbefehle bereits im November auf Antrag des früheren indischen Porsche-Partners Ashish Chordia ausgestellt. Die Chordia gehörende Shreyans Group in Neu Delhi hatte zusammen mit ihrem Partner Precision Cars die schwäbischen Sportwagen zwischen 2003 und Mitte vergangenen Jahres nach Indien importiert und verkauft, wie Chordia sagte.

   Chordia hatte die Klage bereits im Juni eingereicht, rund einen Monat nachdem Porsche ihm gekündigt hatte. Seitdem läuft der Verkauf der Sportwagen über den offiziellen Vertrieb der Porsche-Konzernmutter Volkswagen in Indien.

   In einem Telefoninterview sagte Chordia, das Management von Porsche habe ihn nie über die Pläne informiert, den Vertriebspartner wechseln zu wollen. Sein Unternehmen und Precision Cars hätten bis zum vergangenen Jahr insgesamt acht Porsche-Verkaufsniederlassungen in Indien betrieben.

   In den Haftbefehlen werden die neun Topmanager, darunter sechs Vorstände, des Betrugs, der Bedrohung und krimineller Absprachen gegen den vorherigen indischen Partner beschuldigt. Die Beschuldigten haben nach indischem Recht allerdings die Möglichkeit, Kaution zu beantragen. Das Wall Street Journal hatte Einsicht in die Haftbefehle sowie in einen Brief der obersten indischen Kriminalpolizeibehörde an die internationale Polizeiorganisation Interpol.

   In dem Brief an Interpol werden diese aufgefordert, "die nötigen Schritte in dieser Angelegenheit in den betroffenen Ländern einzuleiten." Die Beschuldigten seien in Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten beheimatet. Der indische Vertreter von Interpol in Neu Delhi war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

   Porsche India und Volkswagen India reagierten nicht auf eine Anfrage für eine Stellungnahme.

   (Nico Schmidt hat zu diesem Artikel beigetragen) Kontakt zum Autor unternehmen.de@dowjones.com    DJG/DJN/jhe/smh Dow Jones Newswires January 15, 2013 10:31 ET (15:31 GMT)Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 10 31 AM EST 01-15-13

Von Santanu Choudhury

NEU DELHI

Bildquellen: istock/lightkey
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