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22.05.2013 16:00

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BIG IN JAPAN

Hedgefondsmanager Loeb steht auf Sony

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Hedgefondsmanager Loeb steht auf Sony
Ein US-Hedgefonds ist jetzt größter Sony-Aktionär. Der Aktivist Daniel Loeb strebt ein Spin-off der Entertainment-Sparte an. Mutige springen auf.

von Stephan Bauer, Euro am Sonntag

Jemand musste sich mal dieses Elends annehmen. Daniel Loeb hat es getan: Mit 1,1 Milliarden Dollar stieg der bekannte US-Hedgefondsmanager beim japanischen Elek­tro­nik­riesen Sony ein — und verfasste auch gleich einen persönlichen Brief an Sony-Chef Kazuo Hirai. Sony solle 20 Prozent der Entertainment-Sparte an die Börse bringen, so der Tenor des Schreibens. Die Idee klingt plausibel, schließlich verhält es sich mit den Sparten des japanischen Konzerns wie mit den Portfolios vieler Mischkonzerne: Die wahren Werte sind oft versteckt.

Laut Loeb würde ein Spin-off der Entertainment-Sparte den Unternehmenswert um bis zu 60 Prozent steigern. Manchem Analysten kommt die Ziffer zwar etwas übertrieben vor. Schließlich ist Loeb nicht gerade als uneigennützig bekannt und möchte den Wert seiner rund 64 Millionen Sony-Aktien steigern. Die Hälfte des geschätzten Wertsteigerungspotenzials, also 30 Prozent Plus, seien jedoch realistisch, hieß es etwa von der Bank Macquarie.

Die Sony-Aktie verhielt sich indes genau, wie von Loeb geplant: Sie stieg. Das zuletzt phlegmatische Papier legte am Tag, an dem das Schreiben dem Sony-Management per Kurier zugestellt worden war, prozentual gleich zweistellig zu. Der Hedgefondsmanager und sein Vehikel, Third Point LLC, haben schließlich einen Ruf bei Börsianern: Wo Loeb auftaucht, da geht was. Gut fünf Prozent etwa hält Third Point am US-Internetkonzern Yahoo. Loeb sorgte nach seinem Einstieg 2011 dafür, dass Ex-Chef Scott Thompson seinen Hut nehmen musste und Googles Erfolgsmanagerin Marissa Mayer das Ruder übernahm. Die Aktie bewegt sich seitdem nach oben.

Beschleuniger für Tokio
Der Anteil an Sony liegt bei 6,5 Prozent, damit ist Loeb jetzt der größte Aktionär des japanischen Riesen. Der Amerikaner will auch bei Sony dafür sorgen, dass die Probleme künftig pragmatischer angegangen werden.

Loebs Plan: Eine börsennotierte und selbstständigere Entertainment-Sparte soll den Gewinn um rund die Hälfte steigern. Das Potenzial dafür wäre da, schließlich haben die Japaner beispielsweise US-Rockstars wie Bruce Spring­steen unter Vertrag. Auch die Filmsparte macht großes Kino, produzierte zuletzt beispielsweise den James-Bond-Streifen „Skyfall“, der dem Konzern ­einen Gewinnschub brachte. Mit zusätzlichem Geld könnte Sony dann endlich auch das dahinsiechende Kerngeschäft Elektronik auf Vordermann bringen. Hier ist trotz jahrelanger Misswirtschaft noch Substanz vorhanden: Mit der Fernsehermarke Bravia, der Spielekonsole PlayStation, den Sony-Digitalkameras oder der Smartphone-Marke Xperia haben die Japaner den Fuß in den wichtigsten Märkten für Unterhaltungselektronik noch in der Tür.

Das Tagesgeschäft läuft in Tokio unterdessen alles andere als berauschend. Im abgelaufenen Geschäftsjahr schrieb das Unternehmen zwar endlich wieder schwarze Zahlen. Doch der erste Jahresgewinn seit 2008 in Höhe von umgerechnet 331 Millionen Dollar kam bloß dadurch zustande, dass Sony Tafelsilber wie die Zentrale in New York verscherbelte. Allein der Immobiliendeal spülte rund 1,1 Milliarden Dollar in die Kasse.

Rückenwind für das laufende Geschäftsjahr, für das Analysten ebenfalls einen Gewinn prognostizieren, dürfte indes vom schwachen Yen kommen. Die japanische Notenbank setzt auf Rekordniedrigzinsen und das dürfte die Exporte auf absehbare Zeit ankurbeln.

Die Sony-Aktie notiert selbst nach ­einem starken Anstieg seit Dezember noch auf niedrigem Niveau. Damals gab es das Papier zum 70er-Jahre-Kurs, inzwischen notiert es etwas höher als wäh­- rend des Crashs 2008. Der Börsenwert liegt unter dem Buchwert. Unterhaltungselektronikkonzerne mit einer Markt­kapitalisierung von über einer Milliarde Dollar werden laut Finanzdatendienst Bloomberg im Schnitt zu einem Kurs-Buchwert von knapp drei gehandelt. Die Aktie ist noch günstig und Loeb ist drin. Da geht durchaus noch was.

Bildquellen: pcruciatti / Shutterstock.com

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