von Jörg Bernhard
Die Aktie des Zulieferers aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie gilt im Segment deutscher Nebenwerte seit Jahren als Highflyer. In diesem Jahr belief sich das Plus auf 46,6 Prozent, auf Sicht von drei Jahren ergibt sich sogar eine Performance von über 278 Prozent. Am Freitag litt der Titel allerdings unter einer markanten Konditionsschwäche und erwies sich mit einem Tagesverlust von 2,9 Prozent als drittschlechtester Wert im SDAX.
Die Chance, dass das Unternehmen bei der anstehenden Bilanzpressekonferenz ein neues Rekordergebnis veröffentlicht, ist dennoch relativ groß. Die Neunmonatszahlen fielen nämlich prächtig aus. So steigerte der Konzern seine Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent auf über 518 Millionen Euro und verbesserte dabei den Nettogewinn um 26,9 Prozent auf 37,06 Millionen Euro.
Analysten uneins über die Aktie
Wie bei vielen Nebenwerten hat auch Bertrandt das Problem, dass es nur von wenigen Bankanalysten beobachtet wird. Während die Nebenwerteexperten der Deutschen Bank den SDAX-Wert lediglich als haltenswert einstufen und ihm ein Kursziel von 57 Euro zugestehen, sehen die Analysten vom Bankhaus Lampe die Bertrandt-Aktie als Kauf und räumen ihm ein Kursziel von 82,00 Euro ein. Damit ergibt sich ein durchschnittliches Kursziel von 69,50 Euro, am Freitag ging der Titel mit einem Kurs von 74,05 Euro aus dem XETRA-Handel. Weil die Analysten auch für die Zukunft mit einem steigenden Gewinn pro Aktie von aktuell 5,16 Euro (2012) auf 5,77 Euro (2013) bzw. 6,33 Euro (2014) rechnen, sehen die daraus resultierenden KGVs noch attraktiver aus. Dieser Gewinnzuwachs führte dazu, dass der Titel trotz der enormen Kursrally der vergangenen Jahre über ein moderates Kurs/Gewinn-Verhältnis in Höhe von aktuell 15 verfügt (2013: 13,4; 2014: 12,2).