16.02.2013 10:00
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Commerzbank: Erträge bleiben unter Druck

Commerzbank: Erträge bleiben unter Druck
Bilanzpressekonferenz
Teilverstaatlichtes Institut stellt sich auf längere Durststrecke ein.
€uro am Sonntag

Die Commerzbank macht Investoren und Mitarbeitern wenig Hoffnung auf schnelle Erfolge ihres Konzernumbaus. „Eine umfassende strategische Neuausrichtung kostet Kraft, Zeit und Geld“, sagte Vorstandschef Martin Blessing auf der Bilanzpressekon­ferenz. „Erste Maßnahmen greifen, aber klar ist: Der Weg ist lang.“

In diesem Jahr belasteten die niedrigen Zinsen und der weitere Abbau des Immobilien- und Schiffskreditgeschäfts die Erträge. Die Rückstellungen für faule Kredite sollen leicht steigen. 2012 war die Risikovorsorge um 1,7 Milliarden Euro aufgestockt worden, ein Jahr zuvor waren es erst 1,4 Milliarden. An der Börse geriet der Commerzbank-Kurs am Freitag zunächst unter Druck, bevor er ins Plus drehte und zeitweise um über drei Prozent zulegen konnte.

Blessing hat sich bis 2016 — zum Ablauf seines Vertrags — Zeit gegeben, um die zweitgrößte deutsche Bank zukunftsfähig zu machen. Das Privatkundengeschäft soll im Mittelpunkt des Umbaus stehen. Mit den erhofften zwei Milliarden Euro Einsparungen werden Investitionen etwa in die IT und in neuartige Fi­lialen finanziert. Die erste Modell­filiale soll im zweiten Halbjahr eröffnet werden. Im Zuge des Umbaus will die Bank konzernweit bis zu 6.000 Arbeitsplätze streichen.

Die Commerzbank leidet unter schrumpfenden Erträgen. 2012 gingen sie im Kerngeschäft von 11,1 auf 9,7 Milliarden Euro zurück, unter anderem weil die Zinsen niedrig blieben und die Kunden kaum noch Wertpapiere kauften. Mit ihren elf Millionen Privatkunden verdiente die Bank nur noch 245 Millionen Euro, halb so viel wie 2011. Das Rückgrat der Commerzbank bleibt das Geschäft mit dem Mittelstand, das erneut 1,65 (Vorjahr: 1,59) Milliarden Euro ­abwarf. 

Bildquellen: iStock/kontrast-fotodesign, Julia Schwager/Commerzbank AG
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Knapp 3 Milliarden Euro
Die Commerzbank hat zwei gewerbliche Immobilienkreditportfolios im Nominalvolumen von 2,9 Milliarden Euro verkauft und sich damit angesichts schärferer Bilanzrichtlinien mehr Spielraum beim Eigenkapital verschafft.

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