24.01.2013 12:00
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Commerzbank bestätigt massiven Stellenabbau

Bis zu 6.000 Stellen weg
Die Commerzbank wird in den nächsten Jahren massiv Stellen streichen. Wie befürchtet will Deutschlands zweitgrößte Bank bis zu 6.000 Jobs abbauen. Analystenstimmen zufolge sind die Pläne wenig ambitioniert.
Ein Sprecher der Bank erklärte am Donnerstag, dass 4.000 bis 6.000 Vollzeitarbeitsplätze bis 2016 wegfallen sollen. Wie viele genau, wird die Bank ab Februar in Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite klären.

   Damit haben die Mitarbeiter der Commerzbank Gewissheit über die einschneidenden Pläne. Seit die Bank im November ihre umfangreiche Restrukturierung des Filialgeschäftes angekündigt hatte, waren immer wieder Zahlen über einen bevorstehenden Stellenabbau kursiert.

   In einem Mitarbeiterpapier, das dem Wall Street Journal Deutschland vorliegt, verteidigt Personalvorstand Ulrich Sieber den Stellenabbau als notwendig, um sich in dem schwierigen Umfeld behaupten zu können. Bereichsvorstand Albert Reicherzer erklärt darin, betroffen von dem Abbau seien alle Bereiche der Bank. Betriebsbedingte Kündigungen seien nur als letztes Mittel vorgesehen

   "Wenn wir uns die ökonomische Situation der Bank anschauen, die nachhaltig veränderten Marktbedingungen und das veränderte Kundenverhalten, dann ist eine Anpassung unserer Personalstruktur notwendig, und zwar konzernweit in allen Bereichen der Bank", erklärte in dem Papier Personalvorstand Sieber.

   Sowohl Personalkosten als auch Sachkosten stünden auf dem Prüfstand. "Für die Sachkosten haben wir bereits im vergangenen Jahr ein konsequentes Kostenmanagement eingeführt, das wir verstärkt fortsetzen", erklärte Sieber.

   So habe die Commerzbank im Privatkundengeschäft gemessen an den Aktivitäten und Erträgen deutliche Überkapazitäten. "Die aktuelle Ausstattung basiert auf Annahmen aus den Jahren 2008 und 2009, die sich leider so nicht bewahrheitet haben", sagte Sieber.

   Zuletzt hatte das Wall Street Journal Deutschland vor wenigen Tagen von Insidern bestätigt bekommen, dass rund 6.000 Jobs auf der Streichliste stehen. Die Commerzbank, an der die Bundesregierung noch mit 25 Prozent beteiligt ist, will in den nächsten Jahren einerseits kräftig investieren, um die Ertragskraft zu steigern, sich aber andererseits auch verkleinern. Vor allem das verlustreiche Privatkundengeschäft soll dabei strategisch neu ausgerichtet werden.

   Jüngsten Zahlen zufolge beschäftigt die Commerzbank AG rund 37.000 Mitarbeiter in Deutschland auf rund 34.000 Vollzeitstellen. Im Zuge der Integration der übernommenen Dresdner Bank hatte die fusionierte Bank Anfang 2009 die Streichung von 9.000 Vollzeitstellen angekündigt. Dieser Plan ist zu mehr als 90 Prozent umgesetzt.

'DIE COMMERZBANK-PLÄNE KLINGEN WENIG AMBITIONIERT'

"Die heutige Ankündigung der Commerzbank klingt wenig ambitioniert", sagte Analyst Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler und begründete damit einen Teil der Kursverluste an diesem Morgen. Ein Stellenabbau in der bekanntgegebenen Größenordnung und innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren lasse sich bereits mit natürlicher Fluktuation erreichen, ergänzte er.

Einen weiteren Grund für die zeitweise insgesamt sehr schwache Entwicklung der deutschen Bankaktien am heutigen Tag sah Hoymann zudem darin, dass aktuell wieder die Befürworter von stärkeren Regulierungen das Wort führten. "Während vor drei Wochen noch das Pendel in Richtung Banken geschwungen ist und Bankaktien zulegten, nachdem die Regulierer die Liquiditätsregeln aufgeweicht haben, schwingt es nun teils wieder in die andere Richtung." Dabei verwies er auf Themen wie eine geplante Finanztransaktionssteuer oder auch das Trennbankensystem. "Ich erwarte, dass dieses Hin- und Herpendeln auch noch eine ganze Weile weitergehen wird", sagte er. Und damit dürften auch die Bankaktien weiter recht schwankungsanfällig bleiben.

'BANKAKTIEN SCHWANKEN MIT DEM MARKT'

Analyst Philipp Häßler von Equinet begründete die zeitweilige deutliche Schwäche der Bankaktien an diesem Tag und die dann erfolgte Erholung vor allem mit dem allgemeinen Marktumfeld. Die Pläne der Commerzbank zum Stellenabbau hingegen entsprachen laut Häßler in etwa den Gerüchten der vergangenen Woche. "Sie dürften damit eigentlich keine große Überraschung mehr gewesen sein." dpa-AFX, Dow Jones Newswires

Die gefährlichsten Banken der Welt: Diese Institute sind systemrelevant:

 

Platz 28: Wells Fargo

Die Hypothekenzahlen boomen. Ein Vorteil für die Großbank Wells Fargo. In diesem Ranking der gefährlichsten Banken belegt das amerikanische Unternehmen den letzten Platz. Dennoch kann die Bank großen Einfluss auf die Weltwirschaft nehmen.

Quelle: Financial Stability Board/FSB Bild: Wells Fargo

Bildquellen: iStock/kontrast-fotodesign
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